„Lintorf hat, was andere auswärts suchen“ – das Motto des diesjährigen Dorffests hat nicht zu viel versprochen. Vor allem der Handwerkermarkt war wieder ein Magnet.

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Andrang auf der Einkaufsmeile: Von dem teilweise durchwachsenen Wetter ließen sich die Besucher nicht abhalten.

Andrang auf der Einkaufsmeile: Von dem teilweise durchwachsenen Wetter ließen sich die Besucher nicht abhalten.

Pierre-Claude Hohn

Andrang auf der Einkaufsmeile: Von dem teilweise durchwachsenen Wetter ließen sich die Besucher nicht abhalten.

Lintorf. "Mama, was macht die Frau denn da?" - das Mädchen sieht verblüfft zu, wie die Frau an ihrem kleinen Stand in aller Ruhe aus einem scheinbar endlosen Faden Stoff herstellt. Mama weiß Rat: "Das nennt man weben, das hat man früher gemacht, als man noch nicht einfach ins Geschäft gehen konnte."

Beim diesjährigen Lintorfer Dorffest konnten wieder einmal nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsen so einiges lernen. Denn Kernstück des bunten Treibens rund um Lintorfs Einkaufsmeile war erneut der Handwerkermarkt, bei dem sich zahlreiche alte und neue Gewerke von ihrer besten Seite präsentierten.

Fast vergessene Künste wie Gerben, Kerzen ziehen oder Zunder herstellen gab es hier Seite an Seite mit modernen Schreinerarbeiten oder energieeffizientem Innenausbau zu sehen. Besonders interessant wurde es aber meist, wenn nicht nur die fertigen Ergebnisse der Handwerkskunst zu sehen waren, sondern wenn man dem Meister oder der Meisterin tatsächlich über die Schulter und auf die Finger gucken konnte.

So verwandelte sich unter den staunenden Augen der Besucher ein Bündel zerbrechlicher Weidenruten in einen stabilen und dekorativen Korb, und ein Barbier hatte ein wagemutiges "Opfer" gefunden, das sich von ihm mit dem höllisch scharfen Rasiermesser von seinem Bart befreien ließ - natürlich unter den angespannten Blicken zahlreicher Passanten.

Aus einem unscheinbaren Holzklotz wird ein edles Schreibwerkzeug

Auch am Stand von Stiftemacher Thomas Dieker drängelten sich die Zuschauer. Mit ruhiger Stimmer erklärte der Handwerker jeden kleinen Handgriff den er machte, um aus einem unscheinbaren Holzklötzchen ein ebenso formschönes wie funktionales Schreibwerkzeug zu erschaffen.

Am besten war es natürlich, wenn die tollen Produkte nicht nur zum Ansehen, sondern auch zum Essen gut waren: Von herzhaft deftig bis zartsüß gab es Vielerlei zu probieren. Selbst gebacken, selbst geräuchert, gekeltert, gebrannt.

Ingrid Bauer hatte sich gleich an mehreren Ständen eingedeckt: "Ich habe frisches Brot gekauft, Spekulatius und natürlich von dem Bierlikör. Schließlich ist nur einmal im Jahr Gelegenheit dazu", erklärte die Lintorferin mit vollen Händen.

Aber nicht nur die Handwerker zogen die Besucher in ihren Bann, auch auf der großen Bühne an der Sparkasse hatten die Veranstalter von der Lintorfer Werbegemeinschaft und dem Manege-Förderverein ein buntes Programm aufgefahren.

Über das Theaterstück "Peterchens Mondfahrt", das Lintorfer Kinder einstudiert hatten, freuten sich nicht nur die Eltern. Und beim abwechslungsreichen Musikangebot war für jeden etwas dabei. An diesem Wochenende passte das Motto "Lintorf hat, was andere auswärts suchen" jedenfalls wie die Faust aufs Auge.

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