Seit anderthalb Jahren ist Elke Kurz praktizierende Pferdetherapeutin. Die Resonanz ist groß.

Völlig entspannt lässt Sancho die Untersuchung von Elke Kurz, die zudem seine Besitzerin ist, über sich ergehen. Damit auch wirklich alles ruhig bleibt, hält Bernhard Ockomm – er hat im Stall nebenan ebenfalls ein Pferd stehen – den 16-jährigen Wallach am Zaumzeug.
Völlig entspannt lässt Sancho die Untersuchung von Elke Kurz, die zudem seine Besitzerin ist, über sich ergehen. Damit auch wirklich alles ruhig bleibt, hält Bernhard Ockomm – er hat im Stall nebenan ebenfalls ein Pferd stehen – den 16-jährigen Wallach am Zaumzeug.

Völlig entspannt lässt Sancho die Untersuchung von Elke Kurz, die zudem seine Besitzerin ist, über sich ergehen. Damit auch wirklich alles ruhig bleibt, hält Bernhard Ockomm – er hat im Stall nebenan ebenfalls ein Pferd stehen – den 16-jährigen Wallach am Zaumzeug.

Pierre-Claude Hohn

Völlig entspannt lässt Sancho die Untersuchung von Elke Kurz, die zudem seine Besitzerin ist, über sich ergehen. Damit auch wirklich alles ruhig bleibt, hält Bernhard Ockomm – er hat im Stall nebenan ebenfalls ein Pferd stehen – den 16-jährigen Wallach am Zaumzeug.

Lintorf. Vorsichtig streicht Elke Kurz über die Wirbelsäule. Ihre Finger wandern weiter, ertasten Widerrist, Rippen und Schweifansatz. Ganz sanft drückt sie gegen die seitlichen Wirbel. Außer einem kleinen Zucken zeigt Sancho keine Reaktion. Fast stoisch lässt der falbfarbene Conemara-Wallach mit der schwarzen Mähne die Prozedur über sich ergehen. "Sancho kennt das schon", sagt Elke Kurz, die auf einem Hocker neben ihm steht. "Vor Jahren hatte er ein gebrochenes Kreuzbein. Seitdem kontrolliere ich alle drei Monate, ob ,mein Großer’ in Ordnung ist."

Pferdeflüsterin: Diese Bezeichnung hört Elke Kurz nicht so gerne

Elke Kurz weiß genau, worauf sie achten muss. Schließlich ist die 42-jährige Ratingerin so etwas wie eine Pferdeflüsterin. "Obwohl ich diese Bezeichnung gar nicht gerne höre", schüttelt sie den Kopf. "Ich bin Tierärztin und Reitlehrerin. Aber vor allem bin ich Pferdetherapeutin." Und als solche gehe es ihr in erster Linie um die Prävention.

"Natürlich muss ich auf die Tiere und ihre Eigenarten eingehen", sagt sie. "Dabei ist es wie bei uns. Da reagiert auch nicht jeder gleich. Es gibt auch bei Pferden Macken, Ticks und Ängste, Sensibelchen eben." Genauso habe jedes Tier eine andere Schmerzgrenze. "Da kommt’s schon vor, dass man getreten oder gebissen wird", erinnert sich Elke Kurz an manch blaue Flecken. "Das ist aber normal und hat nichts mit gestörtem Verhalten zu tun. Das wäre in der Tat etwas für einen Pferdeflüsterer. Mein Job ist es, zu verhindern, dass Bewegungseinschränkungen voranschreiten und chronisch werden."

Dabei wendet die Veterinärmedizinerin Methoden an, wie sie auch beim Menschen zum Zuge kommen: Physiotherapie, Chiropraktik, Osteopathie, Akupunktur. "Zuerst schaue ich mir das Tier an. Ich begutachte den Bewegungsapparat und achte auch auf Kleinigkeiten." Bewegungsstörungen, Lahmheit, steife, schmerzende Muskeln - das sind die Haupteinsatzgebiete. "Ist dem Pferd mit ganzheitlichen Mitteln nicht zu helfen, gibt es eine Überweisung zum Tierarzt."

Ihre Patienten sind über ganz NRW verteilt. Ob Münster, Köln oder Mönchengladbach - bei ihren Visiten reist Elke Kurz quer durchs Land. "Ich habe auch keine Praxisräume", erzählt die 42-Jährige. "Alles, was ich brauche, habe ich im Auto." Über mangelnde Arbeit kann sich die Ratingerin, deren größte Leidenschaft auch noch das Reisen ist, nicht beklagen. Schließlich sind Pferdetherapeuten im Gegensatz zu den Tierärzten rar gesät. Ihr Klientel ist dabei genauso bunt und vielfältig wie die Beschwerden deren Schützlinge: Ob Schickimicki-Reiter, Landwirt, Ponyhalter oder Leistungssportler - von der Doktorin aus Lintorf, die seit eineinhalb Jahren praktiziert, haben alle schon gehört.

Sie dient der Behandlung der Weichteilstrukturen des Körpers. Verspannungen und Verklebungen in Muskulatur und Bindegewebe werden gelöst.

Sie gehört zu den manuellen Behandlungsmethoden. Ziel ist die Wiederherstellung der Beweglichkeit der Gelenke von Wirbelsäule und Gliedmaßen.

Ziel dieser Behandlungsform ist es, die Funktion des Bewegungsapparates wiederherzustellen. Durch eine intensive manuelle Untersuchung erhält der Therapeut Informationen über das Vorliegen von Bewegungsstörungen in den Geweben.

Name: Elke Kurz Alter: 42 Jahre Familienstand: ledig Berufliches: Studium der Tiermedizin in Berlin, Arbeit in einer Großtierpraxis, weitere Tätigkeiten als Tierarztassistentin in verschiedenen Praxen etwa in Münster und Wolfenbüttel, privater Wechsel nach Süddeutschland, Zusatzausbildung zur Reitlehrerin, dazwischen immer wieder Fortbildungen zur Pferdetherapeutin, seit eineinhalb Jahren praktizierende Pferdetherapeutin Kontakt: Tierarztpraxis Dr. med. vet. Elke Kurz, Steinstraße 3, Telefon 0172/5978917

Elke Kurz’ Vorteil sind aber nicht nur ihre medizinischen Kenntnisse. Auch, dass sie lange als Veterinärin in einer Großtierpraxis gearbeitet und nicht nur theoretisches Uni-Wissen hat, kommt ihr zugute. "Mir gefiel nie, dass ich durch die konventionelle medizinische Behandlung zwar die Symptome, nicht aber die Ursache der Erkrankung behandeln konnte", erklärt die 42-Jährige den Schwenk in die Therapieschiene, die sie inzwischen auch eine Spur kleiner anwendet: bei Hunden.

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