Der MGV-Eintracht existiert seit 1902. Werner Frohnhoff ist seit 60 Jahren dabei.

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Solistin Barbara Olschner (Mezzosopran) ist Mitglied der Deutschen Oper am Rhein. Sie trat am Sonntag im Rahmen der 107.Matinée des Männergesangvereins Eintracht auf.

Solistin Barbara Olschner (Mezzosopran) ist Mitglied der Deutschen Oper am Rhein. Sie trat am Sonntag im Rahmen der 107.Matinée des Männergesangvereins Eintracht auf.

Pierre-Claude Hohn

Solistin Barbara Olschner (Mezzosopran) ist Mitglied der Deutschen Oper am Rhein. Sie trat am Sonntag im Rahmen der 107.Matinée des Männergesangvereins Eintracht auf.

Lintorf. Da sitzt er. Eine goldene Ehrennadel mit zwei Brillanten schmückt das dunkelrote Jackett von Werner Frohnhoff. Ihm ist die Zufriedenheit in seinem Gesicht abzulesen.

Die Besucher warten gespannt. Dann stehen er und die anderen Chormitglieder auf, um sein Jubiläumswunschlied "Das Abendrot" von Franz Schubert anzustimmen. Es ist Frohnhoffs großer Tag.

"Nach dem Krieg ging das Vereinsleben wieder richtig los. "

Werner Frohnhoff, Jubilar

Am Sonntag fand die große, alljährliche und inzwischen 107. Matinée des Männergesangvereins Eintracht im evangelischen Gemeindezentrum am Bleibergweg statt. Im Rahmen des Konzertes wurden drei Chormitglieder geehrt. Siegfried Emde für 25, Ferdinand Görgen für 50 und Werner Frohnhoff für 60 Jahre Mitgliedschaft.

Letzterer hat wie kein anderer die Geschichte miterlebt. Der gebürtige Lintorfer trat im Jahr 1949 mit 18 Jahren nach Abschluss seiner Lehre dem Männergesangverein bei. Er tat es vielen Freunden gleich. Auch er wollte Teil des Vereinslebens sein.

Zu dieser Zeit befand sich das Vereinslokal im heutigen Awo-Gebäude. " Es hieß ,Restaurant Doppstadt - Zum Grunewald’. Bis zur Schließung im Jahr 1976 konnte da jeder unsere Trophäen und Bilder sehen", erinnert sich Werner Frohnhoff.

Unterstützung erhielt der Männergesangverein von Barbara Olschner als Solistin. Sie gab den Mezzosopran auf hohem Niveau und ist ein Mitglied der Deutschen Oper am Rhein.

Der Chor lädt außerdem alle Männer zu einer Probestunde montags von 20 bis 22 Uhr in den großen Saal des alten Rathauses in Lintorf ein.

Heute gebe es solche Vereinslokale kaum noch. "Leider. Jetzt stehen unsere Trophäen im Speicher des Rathauses. Da sieht sie niemand mehr." Zusätzlich nagt am Gesangverein der Zahn der Zeit, wie der Jubilar zugeben muss: "In den 50er oder 60er Jahren wären wir hier mit 50 Mann aufgetreten. Heute sind wir auf dem Papier nur noch 24." Auch an die Anfänge erinnert er sich noch gut zurück:. "Nach dem Krieg ging das Vereinsleben wieder richtig los. Gesellschaftlich war es hoch angesehen - auch, weil es kaum Alternativen gab."

Wo Neubewerber damals alleine vor dem Chorleiter hätten vorsingen müssen, seien sie heute froh, wenn überhaupt jemand Neues hinzukomme. Es gibt eklatante Nachwuchsprobleme aufgrund einer Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten.

Und Vorteile haben neue Mitglieder nur bedingt. "Unser jüngstes Mitglied ist 56 Jahre alt. Wir liegen im Schnitt bei 72, ohne ihn bestimmt bei 75. Der macht uns unseren Schnitt kaputt", scherzt Werner Frohnhoff über die Altersstruktur des Chors und lacht dabei. Ein Beweis dafür, dass in heutigen Zeiten das Vereinsleben oftmals im Hintergrund steht.

Gesungen hat Frohnhoff unter anderem in Ungarn und Schweden

Doch Werner Frohnhoff hält die Fahne hoch. Er habe als einziges, heute noch aktives Chormitglied mit zwei Gründungsmitgliedern zusammen gesungen. Keiner sei länger dabei als er, berichtet er stolz. Über 50 Jahre Vorstandsarbeit habe er hinter sich.

Auch auf den vielen, selbst finanzierten Jubiläumstouren war er dabei. "Gesungen habe ich in Schweden, Finnland, Ungarn, Österreich oder in der Toskana", weiß er als einer der ersten Bassstimmen des Chors zu berichten.

"Es war immer ein Erlebnis für mich zu singen, Feste zu feiern oder auf Touren mit zu fahren", resümiert er und verschwindet stolz und zufrieden in einer Gruppe aus Gratulanten.

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