Einsatz: Die Polizei hat Lintorf nach einer Vermissten durchkämmt. Gefunden wurde sie in Wedau.

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70 Einsatzkräfte streiften am Dienstag durch Lintorf, die meisten suchten in Zweierteams nach der vermissten Frau.

70 Einsatzkräfte streiften am Dienstag durch Lintorf, die meisten suchten in Zweierteams nach der vermissten Frau.

Pierre-Claude Hohn

70 Einsatzkräfte streiften am Dienstag durch Lintorf, die meisten suchten in Zweierteams nach der vermissten Frau.

Lintorf. Lintorf wirkte am Dienstag fast wie im Ausnahmezustand. Über Stunden kreiste ein Polizeihubschrauber über dem Dorf, Streifenwagen, Polizeimotorräder, Mannschaftswagen kurvten durch die Straßen, ein Großaufgebot von Beamten durchkämmte Nebenstraßen, Hinterhöfe, Spielplätze und sogar ein Suchhund war im Einsatz: Nachdem am Morgen aus der Fliedner-Klinik eine 26-Jährige verschwunden war, die als suizidgefährdet galt, löste die Polizei eine Großfahndung nach der Frau aus.

Bereitschaftspolizei und Bundespolizei hinzugezogen

Zunächst hatte die Polizei mit eigenen Kräften nach der Vermissten gesucht, unterstützt von einem Hubschrauber, der im Tiefflug über den Stadtteil knatterte. Dann wurden zur Verstärkung Kräfte von der Bereitschaftspolizei und Bundespolizei angefordert, die Suche auch auf die angrenzenden Nachbarstädte ausgedehnt.

Auf dem Schützenplatz am Thunesweg wurde eine Sammelstelle eingerichtet, wo sich die insgesamt 70 Einsatzkräfte trafen. Oberste Dringlichkeit hatte die viel befahrene Güterzugstrecke, hinter der die Fliedner-Klinik liegt. Um ohne Gefährdung die Gleisanlagen und Böschungen absuchen zu können, wurde der Zugverkehr zeitweise gestoppt, später nur mit verringertem Tempo wieder freigegeben.

Während die Polizisten in Zweiergruppen durch die Lintorfer Straßen streiften, sorgte der Einsatz eines Suchhundes für besonderes Aufsehen. Zwei speziell für die Menschensuche ausgebildete Schwarzwälder Schweißhunde wurden mit ihrem Führer aus Stukenbrock angefordert.

Diese sogenannten Mantrailer verfolgen mit ihrer extrem emfindlichen Nase keine Fährten am Boden, sondern spüren feinsten Geruchspartikeln nach, die an Hecken hängen bleiben, sich in Nischen und an Mauern verfangen, oder bei ganz frischen Spuren sich noch in der Luft befinden.

Für den Spürhund wurde der Straßenverkehr gestoppt

Mittags schien es, als ob Polizeihund "Quincy" am Konrad-Adenauer-Platz eine Spur aufnehmen könnte. An der langen Leine von Hundeführer Carsten Pitzer lief der Spürhund, ständig eskortiert von mehreren Beamten und drei Motorradstreifen, zwischen den Hochhäusern herum, über den Spielplatz neben dem Supermarkt und wechselte dann auf die Speestraße.

Bei Passanten und Besuchern von Straßencafés, Eisdiele und Imbiss sorgte das Grüppchen für Aufsehen. Damit der Hund ungestört seiner Witterung folgen konnte, wurde immer wieder auch der Verkehr auf der Hauptstraße gestoppt.

Hinter einem Hochhaus an der Straße Am Potekamp war dann erst einmal Schluss: "Quincy" brauchte nach dem anstrengenden Dauerschnüffeln eine Pause und wurde ausgewechselt, die Vermisstensuche danach fortgesetzt.

Eine erfreuliche Meldung der Polizei aus Duisburg beendete gegen 15.40 Uhr den Großeinsatz: Die gesuchte Frau wurde im Bereich Wedau wohlbehalten angetroffen und danach in psychologische Betreuung übergeben.

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