Aufpusten, die Luft herausdrücken, und auch die Fingergriffe müssen stimmen: Dudelsackspielen ist gar nicht so leicht.

Heike Seger (r.) bekommt Anweisungen von Freyja Hoffrichter, wie sie richtig mit dem Dudelsack umgeht.
Heike Seger (r.) bekommt Anweisungen von Freyja Hoffrichter, wie sie richtig mit dem Dudelsack umgeht.

Heike Seger (r.) bekommt Anweisungen von Freyja Hoffrichter, wie sie richtig mit dem Dudelsack umgeht.

Simone Bahrmann

Heike Seger (r.) bekommt Anweisungen von Freyja Hoffrichter, wie sie richtig mit dem Dudelsack umgeht.

Langenberg. Wie ein Bienenschwarm dröhnt das Tröten der zwölf Dudelsäcke durch die Räume der Volkshochschule in Velbert-Langenberg. Als Elke Nagel das Mundstück absetzt und die letzte Luft aus dem Beutel unter ihrem Arm entweicht, kehrt langsam wieder Ruhe ein.

"Ein nachbarschaftsfreundliches Instrument ist das aber nicht", sagt sie lachend zu Werner Hoffrichter, der gestern zum ersten Mal einen Dudelsack-Schnupperkurs in der Volkshochschule angeboten hatte.

Der angesprochene Kursleiter nickt schmunzelnd: "Ja, man sollte dafür in den Highlands wohnen." Dann geht er, der mit seinem blau-karierten Kilt, der Weste mit den Holzknöpfen und den dicken Wollstrümpfen aussieht wie ein waschechter Schotte, zum nächsten Teilnehmer und überprüft die Übung.

Nach zwei Stunden spielen die Teilnehmer bereits "Amazing Grace"

"Amazing Grace" soll einstudiert werden - und das klappt auch nach zwei Stunden schon sehr gut. "Ich bin zufrieden", sagt Elke Nagel: "Nur die Koordination muss noch ein bisschen besser klappen." Da stimmt auch Markus Fischer zu. Es ist nicht so leicht, den Dudelsack aufzupusten, mit dem Unterarm die Luft wieder herauszupressen und gleichzeitig auf der Flöte die richtigen Fingergriffe hinzukriegen.

Mit zwölf Teilnehmern war der Schnupperkurs ausgebucht

Werner Hoffrichter kennt die Startschwierigkeiten. "Das ist wie beim Autofahren: Am Anfang ist fällt es schwer zu kuppeln, Gas zu geben und auf den Verkehr zu achten - irgendwann macht man das meiste aber ganz automatisch." Zwölf Teilnehmer haben am ersten Schnupperkurs teilgenommen - damit war er komplett ausgebucht.

Weitere Dudelsack-Schnupperkurse sind geplant. Der nächste Termin ist der 7. November. Geleitet werden die Kurse vom hauptberuflichen Dudelsackspieler Werner Hoffrichter. Weitere Infos im Internet.

Die meisten teilten das Interesse an den britischen Inseln und ihrer Musik. Elke Nagel hatte irgendwann angefangen, den Irish Folk der "Dubliners" zu hören und sich für mittelalterliche Instrumente zu interessieren. Markus Fischers Begeisterung für Schottland ist hingegen schon auf den ersten Blick sichtbar. "Scotland" steht als Schriftzug auf seiner Kapuzenjacke, auf seinem Rucksack liegt eine Kappe mit der schottischen Flagge.

Nach Urlauben in Irland und Norwegen verschlug es ihn nach Schottland. Seitdem möchte er das Land und seine Kultur nicht mehr missen. "Im letzten Urlaub habe ich mir eine Flöte gekauft, weil ich das ausprobieren wollte." Zum Kurs hat er sie mitgebracht. "Learn to play the Highland Bagpipe" steht auf dem Karton - geklappt hat es jedoch nicht: "Der Kurs kommt gerade recht."

Auch Heike Seger ist vom Kurs begeistert. Ihre Liebe zu Schottland hat sie durch ein Buch entdeckt. Am liebsten würde sie dort hinziehen, sagt sie und nimmt sich den Dudelsack zur Hand. "Die Pusterei ist anstrengend", sagt sie, holt tief Luft, und das Tröten ertönt. Werner Hoffrichter guckt zufrieden, als Heike Segers Finger die Flötenlöcher verschließen: "Amazing Grace" ist eindeutig zu erkennen.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer