Die Freie Waldorfschule erweitert ihr Angebot und richtet in einer früheren Druckerei ein Berufskolleg für Sozial- und Gesundheitswesen ein.

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Mit anzupacken ist für Schüler, Lehrer und Eltern der Windrather Talschule nichts Ungewöhnliches. Gemeinsam wurde jetzt im neuen Domizil an der Plückersmühle mit dem Aufräumen begonnen.

Mit anzupacken ist für Schüler, Lehrer und Eltern der Windrather Talschule nichts Ungewöhnliches. Gemeinsam wurde jetzt im neuen Domizil an der Plückersmühle mit dem Aufräumen begonnen.

Simone Bahrmann

Mit anzupacken ist für Schüler, Lehrer und Eltern der Windrather Talschule nichts Ungewöhnliches. Gemeinsam wurde jetzt im neuen Domizil an der Plückersmühle mit dem Aufräumen begonnen.

Langenberg. In den Räumen der ehemaligen Druckerei an der Plückersmühle 10 kracht es. Eine Staubwolke schwebt aus dem Zimmer, in dem gerade eine Mauer zum Einsturz gebracht wird. Es ist noch kaum vorstellbar, aber in ein paar Monaten wird hier der Unterricht des neuen Berufskollegs stattfinden.

Vier Klassenräume, Sanitäranlagen und natürlich Büroräume beherbergen dann bislang zwölf fest angemeldete Schüler und sechs Lehrer an der neuen Zweigstelle der Windrather Talschule.

Das angemietete Gebäude wird umgebaut, der Garten zum Schulhof

Matthias Braselmann, der eigentlich Lehrer an der Talschule ist, schlüpft an diesem Tag in die Rolle des Bauleiters. "Das Aufräumen heute ist ja nur eine Art symbolischer Akt von zwanzig Freiwilligen", findet er. Aber seine verstaubte grüne Arbeitslatzhose zeigt, dass er schon kräftig angepackt hat.

"Neben überflüssigen Wänden entfernen wir auch alte Waschbecken oder streichen Räume", berichtet er. Und vor allem der verwilderte Garten wird erneuert, denn dort soll der Schulhof sein. "Vielleicht findet hier ja auch mal das eine oder andere Gartenprojekt statt", schaut Braselmann in die Zukunft.

Nicht nur Lehrer und Eltern sind mit von der Partie, auch Schüler räumen mit auf. Nina Roelofsen und Rene Decker (beide 13) kennen das bereits von der Talschule. "Dort haben wir auch viele Projekte, wo wir anpacken müssen", erzählen sie, und es mache ihnen Spaß, zu helfen.

Die Windrather Talschule ist eine Schule in freier Trägerschaft. Sie wird vom Land zu 87 Prozent unterstützt, die Verwaltung der Gelder und restlichen Kosten übernimmt der Trägerverein Windrather Talschule.

Die Schule fußt auf den Grundsätzen der Waldorfpädagogik. Sie ist integrativ, statt einer Auslese sollen Kinder gezielt gefördert werden.

In Schulen mit freier Trägerschaft wird ein Schulbeitrag gezahlt. Der durchschnittliche Richtwert an der Talschule, gestaffelt nach Elterneinkommen, liegt bei 200 Euro pro Monat und Familie. Am neuen Berufskolleg sind noch Plätze frei.

Ebenso ist es bei Vivian Wüst - nur wird die 18-jährige Essenerin ab dem 1. August auch Schülerin des Berufskollegs sein. Sie freut sich auf ihre neue Ausbildungsstätte: "Wir waren sogar komplett in die Planungen einbezogen."

Mit der zweijährigen Ausbildung ist die Fachhochschulreife erreicht

Bis sie mit den anderen einziehen kann, wird es noch ein paar Monate dauern. Erst rücken die Handwerkprofis dem Gebäude zu Leibe. Da die Schüler aber zunächst ein Praktikum absolvieren, ist noch Zeit bis zum Herbst.

Das Berufskolleg ist im Grunde eine logische Fortführung der Arbeit an der vor 14 Jahren in Langenberg gegründeten Windrather Talschule. "Wir haben sowieso schon viele Kontakte ins Sozialwesen", so Matthias Braselmann, der auch darauf hinweist, dass es noch Kapazitäten für weitere neue Schüler gibt. 24 Plätze stehen zur Verfügung, und mit der zweijährigen Ausbildung erreicht man die Fachhochschulreife.

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