St.Antonius regt an, das Erbbaurecht zu Gunsten der Freien Aktiven Schule aufzuteilen.

Das ehemalige Wülfrather Krankenhaus Herminghausstift sorgt immer wieder für Gesprächs-und Zündstoff. Diesmal geht es um die Nutzung der Freien Aktiven Schule.  
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Das ehemalige Wülfrather Krankenhaus Herminghausstift sorgt immer wieder für Gesprächs-und Zündstoff. Diesmal geht es um die Nutzung der Freien Aktiven Schule. (Archiv

Das ehemalige Wülfrather Krankenhaus Herminghausstift sorgt immer wieder für Gesprächs-und Zündstoff. Diesmal geht es um die Nutzung der Freien Aktiven Schule. (Archiv

Simone Bahrmann

Das ehemalige Wülfrather Krankenhaus Herminghausstift sorgt immer wieder für Gesprächs-und Zündstoff. Diesmal geht es um die Nutzung der Freien Aktiven Schule. (Archiv

Wülfrath. Aus den Faxgeräten von Stadtverwaltung und Evangelisch-reformierter Kirchengemeinde surrte am Montag ein Brief aus Wuppertal - aus dem Hause St. Antonius. Darin schlägt Klinikenchef Michael Kaufmann vor, das Erbbaurecht für das Areal des ehemaligen Krankenhauses in zwei Teilflächen aufzuteilen.

So solle die Freie Aktive Schule Wülfrath (FASW) ein Erbbaurecht über 9.000 Quadratmeter erhalten. Dafür würde die FASW einen jährlichen Pachtzins von 25.000 Euro an die Herminghausstift gGmbH entrichten. "Dieser Kompromiss ist mit der FASW abgestimmt", sagte Kaufmann. Nahezu zeitgleich hat auch die Herminghausstift gGmbH eine Alternative übermittelt.

Lorenz-Allendorff: Wichtig ist es, den Druck von der Schule zu nehmen

Mit diesem Vorschlag will Kaufmann "Druck vom Kessel" nehmen und die FASW in die Lage versetzen, die Vorbereitungen für die Baumaßnahmen zu treffen, um im Sommer ins Krankenhaus einziehen zu können: "Alles andere können wir mit den Alteigentümern später besprechen. Jetzt geht es erst um die Schule und deren Zeitdruck."

Bürgermeisterin Barbara Loenz-Allendorff bestätigte den Eingang des Schreibens. In einer ersten, vorsichtigen Bewertung "sehe ich etwas Bewegung in die Angelegenheit kommen". Mehr könne aber nicht gesagt werden. Die Gesellschafter müssten erst beraten. Wichtig sei, den Druck von der Schule zu nehmen.

Trotz der "Annäherung" erneuerte Kaufmann seine Kritik an den Herminghaus-Gesellschaftern. Er beklagte einen Mangel an Konfliktmanagement. Vorhaltungen, Antonius denke nur an die eigene Profitmaximierung, wies er zurück. Vielmehr habe St. Antonius Millionen durch das Stift verloren, "die bei Stadt und Kirche geblieben wären, hätten wir das Haus nicht übernommen".

Ein Teil der Fällungen ist auch erforderlich, um Platz für die Sanierung des Südflügels zu haben, die in diesem Jahr erfolgen soll. Dort sollen eine Künstlergarderobe und sanitäre Anlagen für den Außenbereich untergebracht werden. Von außen muss jedoch zudem das Mauerwerk unterfangen werden - es fehlt ein Fundament.

Kaufmanns Einschätzung nach wäre das einstige evangelische Krankenhaus ohne St. Antonius weit vor dem 1.1.2007 geschlossen worden. Diese Kosten seien den Gesellschaftern erspart geblieben.

St. Antonius will das Ärztezentrum weiter etablieren

Vor der Presse betonte Kaufmann nochmals, dass er von der FASW nie Miete verlangt habe. "Wir zahlen keine Pacht. Warum also sollte die Schule welche zahlen?" Bei einer Aufteilung des Erbbaurechts könnten neue Vereinbarungen getroffen werden. St. Antonius will das Ärztezentrum weiter etablieren.

Der Klinikchef regte an, dass St.Antonius im Ostflügel verbleibt und die Dienstleistungsverträge zunächst bleiben, wie sie sind. Ihr Umfang solle aber um 25.000 auf 50.000 Euro reduziert werden, die Stundenzahl der Dienstleistungen (Sozialer Dienst und Seelsorge) diesem Wert angepasst werden. Um diese Verträge droht allerdings weiterer Streit: 2008 hat St.Antonius nicht die vereinbarten 37.500 Euro an Stadt und Kirche gezahlt.

"Weil wir keine Leistungen erhielten", so Kaufmann. Nun wollten die Alteigentümer diese Beträge einklagen, wunderte er sich. "Die Leistungen standen bereit, wurden nur nicht abgerufen", hieß es dagegen von Herminghaus-Seite.

Als "nicht fair" hat die Gesellschafterversammlung bisherige Offerten in Sachen "Grundstücksverwertung" zurückgewiesen. Bekanntlich läuft ein Bebauungsplanverfahren, das auch zum Ziel hat, auf von St. Antonius und FASW nicht benötigten Flächen, Wohnungsbau zu realisieren.

Mit dem Erlös wollen die Gesellschafter soziale Projekte umsetzen. Dazu sagt Kaufmann jetzt, dass Flächen in der Größenordnung von 7.000 Quadratmetern an die Alteigentümer zur Vermarktung zurückgegeben werden könnten. Das knüpft er aber an eine Bedingung: eine Einigung bei den Dienstleistungsverträgen.

Die Verträge rund ums Ex-Krankenhaus auf neue, zeitgemäßere Beine stellen, ist laut Bürgermeisterin Tenor des Herminghaus-Vorschlags. Am Mittwoch trifft sich die Gesellschafterversammlung.

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