Glaubensfeier und Familientreffen: Zur Mutter-Anna-Wallfahrt mit Kirmesfest kamen am Sonntag wieder Schlesier aus ganz NRW.

Persönliche Begegnung nach dem Festamt: Erzbischof Alfons Nossol mit Wallfahrtsbesuchern in Tracht und dem Chor der Oberschlesischen Bergmänner.
Persönliche Begegnung nach dem Festamt: Erzbischof Alfons Nossol mit Wallfahrtsbesuchern in Tracht und dem Chor der Oberschlesischen Bergmänner.

Persönliche Begegnung nach dem Festamt: Erzbischof Alfons Nossol mit Wallfahrtsbesuchern in Tracht und dem Chor der Oberschlesischen Bergmänner.

Simone Bahrmann

Persönliche Begegnung nach dem Festamt: Erzbischof Alfons Nossol mit Wallfahrtsbesuchern in Tracht und dem Chor der Oberschlesischen Bergmänner.

Neviges. Für Eugenia Dobrodwolksk (79) aus Gliwice (Gleiwitz) geht ein Herzenswunsch in Erfüllung. Sie ist dabei, als Erzbischof Alfons Nossol aus dem Bistum Oppeln in Oberschlesien am Sonntag die Festmesse zur Mutter-Anna-Wallfahrt feiert.

"Ich wollte immer mal nach Neviges fahren. Bei uns waren die Zeitungen wieder voll vom Fest hier. Ich wohne ein paar Tage bei meinem Sohn in Ibbenbüren. Von dort bin ich 300 Kilometer mit dem Zug gefahren und dreimal umgestiegen. Doch der weite Weg hat sich gelohnt."

Brechend voll ist der Mariendom gestern zur Traditions-Wallfahrt. Zwar wird in Neviges die Gottesmutter Maria verehrt, doch die heilige Anna ist die Mutter Mariens. Die Schlesier verehren sie ganz besonders.

Menschen aus ganz NRW und darüber hinaus kommen daher zur Wallfahrt. Der Mariendom ist zu einer "schlesischen Heimatkirche im Bergischen Land geworden, so Organisator Damian Spielvogel, Vorsitzender der Landsmannschaft Schlesien Velbert.

Inzwischen hätte längst die Folgemesse um 11.30 Uhr beginnen sollen, doch die Besucher der Festmesse singen immer weiter: "Großer Gott, wir loben Dich", "Über die Berge schallet" und "Liebe Madonna". Wallfahrtsleiter Herbert Schneider greift ein und muss ein Ende setzen: "Die nächste Messe muss jetzt beginnen."

Erzbischof Alfons Nossol aus Oppeln zelebrierte die Festmesse

Zelebrant Erzbischof Alfons Nossol (78) ist nach dem Gottesdienst völlig begeistert. Der hohe Würdenträger ist ein Brückenbauer zwischen Polen und Deutschland. Auch das hat hunderte in den Mariendom gezogen.

"So viele Gläubige, die so innig gesungen haben, die keine Liederzettel brauchten, die alles auswendig singen können - das erlebt man nicht alle Tage. Neviges ist ein wunderbarer Ort", sagt er.

Eigentlich will Nossol jetzt das Kirmesfest am Franziskusplatz besuchen. Doch immer wieder wird er von den Besuchern der Messe angesprochen. Der Wülfrather Norbert Heitmann hat den Erzbischof nach der Wende kennengelernt, als er - schon Ruheständler - als Deutschlehrer in Polen tätig war.

Der Erzbischof erkennt ihn und man wechselt ein paar Worte. Der Velberter Ministrant Hans-Bernd Seppi lässt sich vom Erzbischof dessen Buch "Brücken bauen" signieren.

Derweil hat am Franziskus-Brunnen die Kirmes schon begonnen. Lange Schlangen bilden sich vor den Ständen mit Wellwürsten, Sträselkucha (Streuselkuchen) und schlesischem Bier. Die Wülfrather Schauspielerin Dorothea Walda mit ihrer Trachtengruppe "Schöne grüne Linde" ist ein Hingucker.

Auch Ute Grun in der niederschlesischen Tracht kommt seit kommt seit zehn Jahren nach Neviges zur Mutter-Anna-Wallfahrt. "Das ist wie ein großes Familientreffen. Und Neviges ist ein Halt für alle, die Sorgen haben. Es ist ein Schutzpunkt für uns", sagt sie.

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