Bei der offiziellen Prinzenvorstellung ging es auch um das Kleid der Prinzessin und den neuen, extravaganten Karnevalsorden.

Ratingen. Es sind eher die kleinen Geschichten am Rande, die den Gratulationscour, also die traditionelle Prinzenvorstellung, so spannend machen. Offiziell waren am Dienstagabend wieder die Vertreter aus Sommer- und Winterbrauchtum, aus Vereinen, Politik und Verbänden ins Café Feit gekommen, um dem Prinzenpaar ihre Grüße zu überbringen. Doch viel interessanter war, was außerhalb des höfischen Protokolls passierte.

So gestand zum Beispiel der designierte Prinz Jürgen Bilo (43), dass er Reden nicht vom Zettel ablesen könne. Das hatte er zwar zuhause geübt, aber irgendwie wollte es nicht recht klappen. Also sprach er frei von der Leber weg zu den närrischen Gästen.

 "Anfangs war ich schon nervös, aber dann lief es wie geschmiert. Ich durfte mit meinem ersten öffentlichen Auftritt zufrieden sein", freute sich der Prinz. Seine Ehefrau Gabriele Vester-Bilo (43), hielt sich noch etwas zurück. "Ich habe es nicht so sehr mit dem Reden, ich handele lieber", sagte die Prinzessin mit einem Blick auf die am Samstag anstehende Prinzenkürung in der Dumeklemmerhalle.

Echte Probleme hatte die Prinzessin aber mit dem Schneider ihres Prinzessinnen-Kleides. Der gute Mann hatte den Rock nämlich zu eng genäht. Statt zwölf Meter Stoff hatte der Mann mit Zwirn und Nadel nur vier Meter bestellt.

"Der Rock sollte ausladend sein, war aber so eng, dass ich nur wie eine Geisha darin gehen konnte", erinnert sich Gabriele schmunzelnd. Inzwischen aber ist das Kleid in der gewünschten Form gefertigt.

Ansonsten herrschte das übliche Prozedere einer Prinzenvorstellung vor. Nachdem Mirco Köstring, Präsident des Karnevalsausschusses, das designierte Prinzenpaar vorgestellt hatte, wurden Orden verteilt.

Zwischendurch gab der Prinz in spe bekannt, dass er statt zugedachter Geschechenke lieber Spenden wünsche, um den städtischen Kindergarten Gothaer Straße zu unterstützen.

Auf großes Interesse stieß der neue Prinzenorden. Da hatte sich das neue Prinzenpaar etwas einfallen lassen. Ihre Affinität zu Venedig konnten und wollten sie nicht verleugnen. "Venedig ist die Stadt der Verliebten. Das passt zu uns", erklärte Jürgen Bilo.

 Deshalb zeigt der neue Prinzenorden eine venezianische Maske - ein zeitloser Orden. Über den können sich als erste Ordensträger das letztjährige Prinzenpaar Gero und Steffi Keusen freuen.

Und dann gab es noch einen Grund, warum sich das Kommen lohnen sollte: das warme Büffet. Die Gäste ließen sich Krusten-, Sauer-, Rinder- und Putenbraten und auch das Dessert zum Abschluss schmecken. In launiger Runde klang der Abend aus - voller Zuversicht, dass es am Samstag bei der Prinzenkürung mindestens genau so schön wird.

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