Ehrenamt: Die Seniorenhilfe springt ein, wenn ältere Bürger im Alltag Unterstützung benötigen – oder auch einfach mal spazieren gehen möchten.

Wenn die Kraft fehlt, beispielsweise Einkäufe alleine und zu Fuß zu erledigen, bietet die Seniorenhilfe Tönisheide ihre Unterstützung an.  (Archiv
Wenn die Kraft fehlt, beispielsweise Einkäufe alleine und zu Fuß zu erledigen, bietet die Seniorenhilfe Tönisheide ihre Unterstützung an. (Archiv

Wenn die Kraft fehlt, beispielsweise Einkäufe alleine und zu Fuß zu erledigen, bietet die Seniorenhilfe Tönisheide ihre Unterstützung an. (Archiv

dpa

Wenn die Kraft fehlt, beispielsweise Einkäufe alleine und zu Fuß zu erledigen, bietet die Seniorenhilfe Tönisheide ihre Unterstützung an. (Archiv

Tönisheide. Veronika Bender (73) ist flexibel. Sie hilft, wenn eines der vier Enkelkinder betreut werden muss, ist aber auch zur Stelle, wenn Senioren aus dem Ortsteil Unterstützung benötigen. "Die Menschen müssen zum Arzt oder haben einen Behördengang zu erledigen. Wenn sie das alleine nicht mehr bewältigen können, dann sollen sie uns anrufen", sagt die Tönisheiderin, bei der seit Jahren die Fäden der Seniorenhilfe zusammenlaufen.

1998 nach einem Zeltfest auf dem Kirchplatz ins Leben gerufen

1998 hat sich die Organisation gegründet. "Wir hatten auf dem Kirchplatz ein mehrtägiges Zeltfest für Senioren ausgerichtet. Dort wurden auch Fragebögen ausgelegt, um zu erfahren, was sich die älteren Bürger wünschen. Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass sich die Senioren über Hilfestellung im Alltag freuen würden", sagt Veronika Bender. Das Seniorenbüro der Caritas unterstützte den ehrenamtlichen Einsatz und begleitete die ersten Schritte.

Anfangs bestand der Helferstab aus 20 Personen. "Es sind dann aber auch wieder Personen abgesprungen. Ein Mann hatte mal einige Wochen keinen Auftrag. Das war ihm dann zu langweilig. Aber, wir haben keinen Fulltimejob. Wir helfen, wenn wir benötigt werden", sagt Veronika Bender. "Es kann sein, dass wir tagelang nichts zu tun haben, und dann kommen wieder so viele Anfragen, dass ich oft telefonieren muss, um die Hilfe zu organisieren."

Zehn Ehrenamtler stehen zurzeit auf der Telefonliste. Am häufigsten sind sie gefragt, wenn es um Begleitung zum Arzt oder zum Einkaufen geht. "Wir fahren die Senioren zur Praxis oder zum Supermarkt. Doch wenn wir merken, dass jemand noch sehr rüstig ist und durchaus mit dem Bus fahren könnte, dann lehnen wir das Ansinnen auch mal ab. Wir sind kein Taxiunternehmen", stellt die Tönisheiderin klar. Dafür werden Hilfsbedürftige aber auch nicht einfach abgesetzt, sondern zum Beispiel bis in die Praxis begleitet. "Wenn die Behandlung schnell geht, warten wir auch. Ansonsten holen wir die Senioren später wieder ab."

"Tönisheide hat seinen dörflichen Charakter behalten. Nachbarschaftshilfe wurde bei uns immer schon groß geschrieben."

Veronika Bender

Die Seniorenhilfe springt auch ein, wenn bei einem Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalt Tiere zu versorgen sind oder jemand ein Augo auf die Wohnung haben sollte. "Auch wenn jemand mal spazieren gehen möchte und das nicht mehr alleine kann, sind wir zur Stelle. Oder wir vermitteln eine Putzhilfe. Da ist es gut, dass wir so viele Kontakte haben", sagt Veronika Bender. Diese Kontakte pflegt sie auch über den ASV Tönisheide, wo sie seit 1964 Übungsleiterin ist. Derzeit bietet sie im seniorengerecht gebauten Haus am Weierstall 7 Sitzgymnastik für Senioren an.

Die Gruppe verteilt regelmäßig ein Faltblatt mit Telefonnummern von Ansprechpartnern in Arztpraxen, Geschäften und Haushalten in Tönisheide.

Der Einsatz der Seniorenhilfe ist ehrenamtlich und unentgeltlich. Allerdings wird eine Beteiligung erbeten, wenn Kosten entstehen. So kosten beispielsweise Autofahrten innerhalb von Tönisheide 2,50 Euro.

Um Erfahrungen auszutauschen, trifft sich die Gruppe nach Absprache freitags um 17 Uhr im Café am Kirchplatz.

Weitere Helfer sind willkommen - am Besten mit Auto. Anprechpartnerin ist Veronika Bender, Telefon 02053/422644.

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