In der Hundeschule lernen die Vierbeiner soziales Verhalten. Dazu gehört auch die Rangordnung.

Chiara Cestonaro (links) übt fleißig mit Hündin Kira. Ihre Schwester Antonia hilft dabei.
Chiara Cestonaro (links) übt fleißig mit Hündin Kira. Ihre Schwester Antonia hilft dabei.

Chiara Cestonaro (links) übt fleißig mit Hündin Kira. Ihre Schwester Antonia hilft dabei.

Simone Bahrmann

Chiara Cestonaro (links) übt fleißig mit Hündin Kira. Ihre Schwester Antonia hilft dabei.

Wülfrath. Gleich am Anfang ist sie ihm aufgefallen. Die braunen Augen, die gute Figur und ihr quirliger Charakter. Er kann den Blick einfach nicht von ihr lassen. Und wie gut sie erst duftet. Carlos ist begeistert von der hübschen Loona. Und als rassiger Spanier weiß er natürlich mit seinem Charme zu spielen.

Eins muss er seinem Frauchen Sofie Röttgerding lassen: Das war eine wirklich tolle Idee mit der Hunde-Partnervermittlung. Aber was soll denn jetzt das? Im Kreis laufen, Sitz, Platz und Fuß?

So kann man sich doch gar nicht richtig kennen lernen! Doch Boxer-Retriver-Mischling Carlos gibt sein Bestes. Ob Männchen machen, tot stellen oder im Kreis drehen. Da gucken die anderen Hunde aus der Hundeschule.

Erst lernt der Herr, dann lernt der Hund

Am Samstagmittag begann die erste Trainingseinheit der Hundeerziehung vom Schäferhundeverein Wülfrath auf dem Vereinsplatz an der Fliethe. Trainiert wird hier schon seit 20 Jahren nach dem Augsburger Modell, einer Erziehungsmethode für Hunde aller Rassen.

Bis zur Prüfung im September sollen die bisher 15angemeldeten Hunde nicht nur Sitz, Fuß und Platz lernen, sondern auch ihr Sozialverhalten verbessern. Wer will, kann hier dann auch die Begleithundeprüfung absolvieren.

Der Schäferhundeverein hat momentan 25 Mitglieder und 15 Schäferhunde. Den Erziehungskurs für Hunde aller Rassen bietet der Verein jeden Samstag von 14 bis 15 Uhr auf dem Trainingsgelände an der Fliethe an.

Die Kosten für den Kurs betragen 20 Euro pro Monat. Interessierte können sich unter der Telefonnummer 02053/5663 melden.

Die Trainer Karl-Heinz Strauch und Peter Engelbert machen gleich in der ersten Stunde klar: Erst einmal muss der Hundeführer lernen. Und dann der Hund. Das ist jede Menge Fleißarbeit!

Ein Blick auf den quirligen, bellenden, durcheinander laufenden Haufen Vierbeiner bestätigt die Befürchtung. Denn die haben ganz andere Sorgen: Zunächst muss die Rangordnung festgelegt werden. Wer ist der Boss? Und wer darf mit Loona flirten?

"Wir gehen es langsam an. Die Tiere müssen sich ja erst einmal kennenlernen", sagt Karl-Heinz Strauch beruhigend. "Und wir schauen uns jeden Hund genau an. Damit wir wissen wo wir ansetzen müssen." Gehen die einen schön bei Fuß neben ihrem Zweibeiner, sind die anderen viel zu sehr damit beschäftigt an ihrem Vordermann zu schnüffeln.

Kira kann Pfötchen geben und Männchen machen

"Sprecht mit euren Hunden. Gebt ihnen permanent das Kommando vor und lobt sie", erklären die Trainer Tipps. Chiara Cestonaro setzt die Anweisungen direkt in die Tat um.

Mit ihren elf Jahren ist sie die jüngste Hundebesitzerin auf dem Platz. Ihr Wollknäuel Kira hat sie jedoch gut im Griff. Sitz und Platz sind für den Mischling kein Problem: Sie kann sogar Pfötchen geben und Männchen machen.

"Das habe ich ihr selber beigebracht", erzählt Chiara. Nur den Umgang mit anderen Hunden, den muss Kira noch lernen. Ist das erst einmal geschafft, ist das Agility-Training an der Reihe.

Zu dem aus England stammenden Hundesport gehören Tunnel, Wippen und Podeste - so kann auch noch aus Kira ein Zirkushund werden.

"Zum Schluss der Ausbildung werden wir mit den Tieren auch in die Stadt gehen und sie zum Beispiel in den Eissalon mitnehmen. Damit der Hund auch alltagstauglich wird", sagt Karl-Heinz-Strauch. Die Anleitung geben wir, die Umsetzung müssen Herrchen und Frauchen liefern.

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