Sollen Hunde auf dem Panoramaradweg nur noch angeleint laufen dürfen? Der Vorstoß der Stadt wird bereits rege diskutiert.

Wülfrath. „Ich habe schon mehrfach eine Vollbremsung hinlegen müssen, um nicht mit einem plötzlich aus der Randbegrünung auftauchenden Hund zu kollidieren“, schreibt Dirk Winnes und unterstützt den Vorstoß der Stadt, auf dem Panoramaradweg eine Anleinpflicht zu verhängen. Im Internet wird die WZ-Berichterstattung diskutiert. Die Mehrheit ist eindeutig pro Anleinpflicht.

Auch CDU-Ratsherr Udo Switalski – als passionierter Jäger auch ein Hundefreund – diskutiert mit. Er habe als eifriger Nutzer des Weges ähnliche Beobachtungen wie Winnes gemacht. Die Frequentierung des Radweges von ganzen Familien mit Kinderwagen und weiterer Ausrüstung erfordere „ein gesundes Maß an Vorsicht und Rücksicht. Einen Hund anleinen zu müssen, halte ich für ein nicht übertriebenes Maß an Regulierung.“

Auch Thomas Müller und Christian Huning, Vorsitzender des Stadtsportbundes, sprechen sich für das Anleinen von Hunden aus. „Alleine die verschiedenen Geschwindigkeiten von Fußgängern, Joggern sowie schnellen und langsamen Radfahrern sind eine Herausforderung auf dem Radweg. Hunde sind nun einmal nicht gänzlich berechenbar und sollten schon zur Sicherheit des Hundes an der Leine geführt werden“, kommentiert Huning.

Verständnis für diese Positionen äußert Hundetrainer André Vogt. Grundsätzlich sei eine Anleinpflicht richtig. Aber es gebe auch verantwortungsbewusste Hundebesitzer. Er und sein Team entwickelten derzeit einen „praxisorientierten Hundeführerschein“, der sichtbar mitgeführt werden sollte. Vogt: „Denn es geht auch miteinander, wenn man Rücksicht nimmt.“ Katrin Grüne hingegen befürwortet uneingeschränkt eine Leinenpflicht. Diese müsse aber auch kontrolliert werden – „im gesamten Stadtgebiet“.

Hundehalter vermissen ein respektvolles Miteinander

Jochen Müller wiederum ist „doppelt betroffen“: Er nutzt den Panoramaradweg und hat zwei Hunde. „Ich käme ehrlich nie auf die Idee, meine Hunde dort unangeleint oder überhaupt auszuführen. Da gibt’s doch wirklich schönere Orte.“ Er mahnt ein besseres Miteinander insgesamt an: „Sind wir mit den Hunden unterwegs, lassen wir sie bei Begegnung mit Spaziergängern oder Radfahrern absitzen oder bei Fuß gehen. Leider hört man hier aber auch seitens der Nicht-Hundebesitzer nur allzu selten mal ein Wort des Dankes, was ab und an auch schon mal zu etwas Frustration führen kann.“

Die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Ordnung beginnt um 17 Uhr im Rathaus.

 

Neben der Anleinpflicht auf dem Panoramaradweg geht es unter anderem um die Betriebsabrechnungen der Gebührenhaushalte Abwasser und Abfallentsorgung. Auch das Thema Straßenunterhaltung wird erörtert.

Es gibt aber auch Stimmen gegen die Anleinpflicht. „Es müssen nicht die Radfahrer vor den Hunden geschützt werden, sondern Fußgänger und Hunde vor den Radfahrern“, so eine anonyme Kritik an „rücksichtslosen Radfahrern“. Das sieht Gerd Wenzel ebenso: „Dieser Weg ist ein Erholungsweg, keine Rennstrecke.“

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