Höseler Jugendliche haben ihr Jugendzentrum selbst entworfen. Nun soll es auf dieser Basis gebaut werden.

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Hösel. Noch existiert es nur in den Köpfen, als Modell oder auf Papier - doch das Jugendzentrum Hösel ist jetzt schon eine Erfolgsgeschichte. Denn der Plan, den die Ratinger Politiker dieser Tage zu beraten haben, ist vor allem ein Werk der Höseler Jugendlichen. Die künftigen Bewohner haben ihr Haus nämlich selbst entworfen.

Dass man ihnen so viel Verantwortung überträgt, ihnen so viel Vertrauen entgegen bringt, hat die jungen Höseler sichtlich beflügelt. Die Freizeit-Architekten kamen zahlreich, sie waren konzentriert bei der Sache und diskutierten mit Leidenschaft. Zunächst ging es um die Frage, wofür das neue Jugendzentrum überhaupt gebraucht wird. Das Ergebnis: Film, Computer, Medien, Spielen, Fitness und Musik heißen die großen Themen. "Und immer wieder: Chillen, Chillen, Chillen", erinnert sich Elisabeth Dahmen lachend (Chillen = Entspannen).

Die Jugendlichen bauen keine Traumschlösser

Für die Architektin aus Düsseldorf und ihre Kollegin Beatrix Schulze war der Workshop ebenfalls etwas Besonderes: "Das Vorgehen war total fruchtbar und befriedigend", findet Elisabeth Dahmen. Was sie angenehm überrascht hat: "Die Wünsche der Jugendlichen sind meist ganz real." Kein Aussichtsturm, keine Raumschiff-Schleuse, keine Riesenrutsche wurde da gefordert. In sechs kleinen Arbeitsgruppen haben sich die Jungs und Mädchen die einzelnen Nutzungsarten vorgeknöpft und anhand von Modellen aus Styropor im Maßstab 1:20 ihre Raumvorstellungen durchgespielt.

Und weil die Ergebnisse durchaus Hand und Fuß hatten, fiel es den Profis im Anschluss an den Workshop auch gar nicht so schwer, alle Ideen unter ein Dach zu bringen.

Eine Empore ist der Dreh- und Angelpunkt

Das Zentrale Element ist nun eine Empore im Hauptraum, die über eine offene Treppe erreichbar ist. Oben könnten etwa Fitnessgeräte stehen oder Sofas. Mit einer Leinwand im Raum wird aus dem Juz ruckzuck ein Kino.

Eine große Rolle spielen natürlich Computer. Die bekommen nun einen eigenen Raum mit vier Arbeits- und Spielplätzen. Ebenfalls der Wunsch der Jugendlichen war, das Äußere und Innere des Hauses miteinander zu verbinden. So wird es nun eine Loggia neben dem nach innen versetzten Eingang geben. Außerdem ist der Außenbereich mit dem Grillplatz teilweise offen überdacht.

Grenzen hat den Architekten vor allem das Budget gesetzt. So konnte nicht jeder Bereich in dem Umfang realisiert werden, den sich die Jugendlichen vielleicht erträumt haben. Mit rund 350 Quadratmetern fällt das Juz dennoch nicht kümmerlich aus. Der Entwurf der Architektinnen wird den künftigen Nutzern übrigens nicht einfach vor die Nase gesetzt. Bevor die Politik beraten durfte, wurden erst nochmal die jungen Hilfs-Architekten konsultiert. Und die haben anstandslos ihr "Okay" gegeben.

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