Die Höseler müssen sich auf die nächste Großbaustelle einrichten.

Wenn die Brücke steht, muss niemand mehr vor der Schranke warten.
Wenn die Brücke steht, muss niemand mehr vor der Schranke warten.

Wenn die Brücke steht, muss niemand mehr vor der Schranke warten.

Pierre-Claude Hohn

Wenn die Brücke steht, muss niemand mehr vor der Schranke warten.

Hösel. Im März 2012 können die Höseler aufatmen. Dann soll die 7,5 Millionen Euro teure Brücke über die Bahngleise fertig sein. Zuvor müssen sie aber mit monatelangen Bauarbeiten, Umleitungen und Straßensperren leben. Im Bezirksausschuss stellte Thomas Bonda vom Landesbetrieb Straßen NRW gestern die Details zum Bauablauf vor. Bonda, der den engen Bauzeitenplan als "Absichtserklärung" verstanden wissen wollte, betonte zugleich, dass die Bauzeit "so kurz wie möglich" gehalten werde. Eine monatelange Vollsperrung des Nadelöhrs, wie in früheren Planungen vorgesehen, wird es nicht mehr geben.

Im Mai beginen die Vorbereitungen, im Herbst der Brückenbau

Die verschiedenen Bauphasen im Detail: Zurzeit werden sowohl im Bereich der Bahnhofstraße als auch jenseits der Gleise Bäume gefällt. Von Mai bis Oktober wird dann eine knapp 40 Meter lange Stützwand errichtet und eine Planstraße angelegt, über die der Verkehr während der heißen Bauphase geleitet wird. Mit dem Bau der Brücken selbst soll im Herbst begonnen werden. Ab März 2011 wird’s knifflig: Dann wird der Damm für die Auffahrrampe auf der Ostseite (Richtung Breitscheid) aufgeschüttet.

Im Spätsommer oder Herbst nächsten Jahres muss dann für die Dauer von zwei bis drei Monaten mit erheblichen Verkehrsbehinderungen gerechnet werden: Für Lastwagen wird die Strecke über die Gleise komplett gesperrt. Für Pkw wird der Übergang zu Einbahnstraße: Nur wer aus Breitscheid kommt, kann auf diesem Weg noch nach Hösel fahren.

Die Autos müssen vor der Rampe abzweigen und werden dann über eine Behelfsstraße an den Gleisen entlang und darüber zur alten Bahnhofstraße geführt. In der Gegenrichtung läuft dann nichts mehr. Nur Busse können bis zum Bahnhof durchfahren. Aus Hösel kommt man dann nur über eine Umleitung heraus (über Eggerscheidt und Schwarzebruch).

Bei der Trassierung der Brücke habe man versucht, "allen Ansprüchen gerecht zu werden", sagte Thomas Bonda. Sie verläuft mit ihrer Länge von 55 Metern in einem abgeflachten Bogen - im Vergleich zum jetzigen Übergang etwas in Richtung Bahnhof versetzt. Um die erforderliche Höhe von 6,5 Metern über den Gleisen zu erzielen, müssen die Auffahrtrampen entsprechen hoch aufgeschüttet werden. Insgesamt werden dabei 24000 Kubikmeter Erdreich bewegt, was für die Anwohner eine Belastung durch schwere Baufahrzeuge bedeutet.

Nach Verkehrszählungen passieren jeden Tag etwa 11.000 Pkw und zusätzlich 400 Lastwagen den Bahnübergang.

Die Brückenlänge zwischen den beiden Widerlagern beträgt 55 Meter, die Länge der Stützwand knapp 40 Meter. Die Brückenhöhe liegt bei 4,5 bis 6,5 Meter. Für die Rampe an der Westseite müssen 13.500 Kubikmeter Erdreich aufgeschüttet werden, auf der Ostseite 9500 Kubikmeter. Auf der Brücke entstehen zwei Fahrspuren (Breite: 3,5 Meter) und ein kombinierter Rad-/Gehweg (2,25 Meter breit).

Eine Erleichterung soll es künftig für S-Bahn-Fahrgäste geben: Um die Bahnen in Richtung Düsseldorf besser erreichen zu können, soll nach der Fertigstellung der Brücke der Bus aus Breitscheid an einer Haltestelle vor der Brücke stoppen. Das erspart den Fahrgästen den Umweg zum Bahnhof und den Zeitverlust beim Gang durch die Unterführung.

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