Handwerker auf der Walz helfen beim Bauprojekt der Freien Aktiven Schulen Wülfrath mit.

Sozial
Sind sich für keine Arbeit zu schade: Die Handwerker auf der Walz an den Freien Aktiven Schulen.

Sind sich für keine Arbeit zu schade: Die Handwerker auf der Walz an den Freien Aktiven Schulen.

Simone Bahrmann

Sind sich für keine Arbeit zu schade: Die Handwerker auf der Walz an den Freien Aktiven Schulen.

Wülfrath. Ihre schwarze Lederkluft macht sie unverkennbar. Ebenso ihre Hüte. Unter den Besuchern des Sommerfestes der Freien Aktiven Schulen Wülfrath (FASW) tummeln sich diesmal Gäste, die in den kommenden Wochen das Bild am ehemaligen Krankenhaus prägen werden.

Sieben fahrende Gesellen sind schon da, mehr als 50 sollen es werden. Die Handwerker auf der Walz helfen der FASW beim Aufbau eines Grundschulgebäudes, einer Turnhalle und einer Mensa (die WZ berichtete exklusiv im März).

„Für unsere spätere Selbstständigkeit ist das ganze Projekt eine gute Übung.“
Steinmetzin Stella aus Rostock

Einzig Kost und Logis erhalten die Handwerksleute, die einmal im Jahr bei einem sozialen Bauprojekt mithelfen und im Obergeschoss des alten Krankenhauses auf Matratzen unterkommen. Sie reisen aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich an. Unter den bisher eingetroffenen vier Gesellen und zwei Gesellinnen sind die Steinmetzin Stella und der fahrende Zimmermann Ralf (Handwerker auf der Walz verzichten zumeist darauf, ihre Familiennamen zu nennen). „Wir helfen der Schule bei allem – nur nicht bei der Elektrotechnik“, sagt Ralf, der ursprünglich aus Ostfriesland kommt.

Die Gesellen wollen in der letzten Woche vor den Ferien sogar mit den Schulkindern an der Schalung des Rohbaus zusammenarbeiten. „Für unsere spätere Selbstständigkeit ist das ganze Projekt eine gute Übung“, sagt die Rostockerin Stella.

Die Grundschule, die im ehemaligen Park des Krankenhauses entsteht, soll Ende März 2013 fertig sein. An der Düsseler Straße wird ein Trakt aus Sporthalle und Mensa hochgezogen. Ende dieses Jahres sollen beide Einrichtungen fertig sein – das sieht der ambitionierte Zeitplan vor. Dieser Bereich soll in Zukunft auch für schulische Veranstaltungen genutzt werden.

Durch weitere helfende Hände werden die Kosten gesenkt

Zwei Schulen Die Freien Aktiven Schulen bieten aktuell zwei Schulen an: die Grundschule im Dienstleistungszentrum und die bilinguale Realschule im ehemaligen Krankenhaus. Rund 200 Schüler werden insgesamt von den FASW unterrichtet.

 

Sekundarstufe II Die Eltern-AG „10+“ trifft Vorbereitungen, dass an den FASW die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erworben werden kann. Start soll schon zum neuen Schuljahr sein. In der Sekundarstufe II werden grundsätzlich nur Schüler aus der schuleigenen Sekundarstufe I (Realschule) angenommen.

 

Infos Mehr dazu im Internet unter www.fasw.de

FASW-Gründer und Schulleiter Robert Freitag hat die geplanten Investitionskosten auf 4,5 Millionen Euro taxiert – je nach Zahl der fahrenden Handwerker, die eintreffen und mithelfen, können die Kosten wesentlich geringer gehalten werden. Bereits vor zwei Jahren habe der Bundesverband der Freien Alternativschulen angeboten, die Handwerker nach Wülfrath zu vermitteln, sagt Freitag.

Kostensenkend wirken sich aber auch andere helfende Hände aus. Die Eltern packen beim Umbau des ehemaligen Krankenhauses mit an. Nun folgt der professionelle Innenausbau: In den Sommerferien sollen Erdgeschoss und dritte Etage des Herminghaus-Stifts umgebaut werden. In den Herbstferien ist dann der OP-Trakt an der Reihe – eine weitere Großbaustelle in Wülfrath.

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