Das Bistum will nicht Umbauten an beiden Einrichtungen finanzieren.

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Auf diesem Gelände in Hösel sollen das neue Pfarrheim und der neue Kindergarten entstehen.

Auf diesem Gelände in Hösel sollen das neue Pfarrheim und der neue Kindergarten entstehen.

Pierre-Claude Hohn

Auf diesem Gelände in Hösel sollen das neue Pfarrheim und der neue Kindergarten entstehen.

Hösel. Mit einem Schreiben an die verschiedenen Gremien in der neuen Großgemeinde St.Anna hat Pfarrer Benedikt Zervosen Stellung genommen zu den Neubau- und Schließungsplänen für die Kindergärten in Hösel und Eggerscheidt. Zugleich versucht er die Gemüter zu beruhigen und auf den gemeinsamen Weg einzuschwören.

Entscheidung fiel in Hösel - mitten im Fusionsprozess

Vor allem in Lintorf und Breitscheid fiel man aus allen Wolken, als die beschlossenen Neubaupläne bekannt wurden. Zervosen schreibt dagegen, dass die Pläne über bauliche Maßnahmen an den beiden Kindergärten "schon sehr lange in der öffentlichen Diskussion" seien. "Diese Baumaßnahmen mussten und müssen kommen, um die beiden Kindergärten überhaupt lebensfähig zu halten."

Das Bistum hätte bereits im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass es nicht beide Maßnahmen finanzieren werde. Stattdessen wurde vorgeschlagen, die Kindergärten in einem Neubau zu vereinen und dabei auch das Pfarrheim neu zu bauen.

Diese wichtigen Informationen kursierten allerdings in erster Linie in Hösel. Und dort fiel auch die Entscheidung. "Schon im letzten Jahr" beschloss der Kirchenvorstand, die Anregung des Bistums aufzugreifen - also mitten im Fusionprozess der drei Pfarren zu einer Großgemeinde. Eine breitere Diskussion auf Gemeindeebene hat es nie gegeben.

Pfarrer Zervosen verteidigt seine Informationspolitik: Eine Verbreiterung der Diskussionsebenen hätte im Vorfeld gerade im Kindergartenbereich "zu erheblichen Verwerfungen geführt." Es sei immer mühsam, bei solchen Entscheidungen einen gangbaren Diskussionsweg zu finden.

Nach Ansicht etlicher Mitglieder der früheren Kirchenvorstände (KV) und Pfarrgemeinderäte (PGR) wurde der falsche Weg gewählt. "In einer christlichen Gemeinde muss eine transparente und offene Entscheidungsfindung möglich sein", schrieb ein ehemaliges PGR-Mitglied zurück. Ein so wichtiges Projekt müsste im Dialog mit allen Betroffenen der Gemeinde entwickelt werden.

"Die Höseler haben den Pfarrer über den Tisch gezogen", sagte ein KV-Mitglied und rief damit prompten Widerspruch hervor.

Dass man mit den Informationen erst jetzt an die Öffentlichkeit gegangen ist, begründete Zervosen damit, dass das Bistum erst vor wenigen Tagen grünes Licht für die Baupläne gegeben habe. Danach seien die Gremien und unmittelbar Betroffenen informiert worden.

Der Pfarrer fordert dazu auf, "nach vorne zu schauen". Es sei eine große Chance, ein solches Projekt noch einmal angehen zu dürfen, sagt er und lädt die Gemeinde ein, "diesen Weg auch mitzutragen". Daraufhin bekam Zervosen als Antwort geschrieben: "Mittragen kann nur, wer auch mitanhebt."

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