Die Verwaltung soll jetzt ein Konzept zur künftigen Nutzung erarbeiten. Die Schließung im Sommer ist beschlossene Sache.

Für das evangelische Gemeindezentrum soll jetzt ein Nutzungskonzept erarbeitet werden.  (Archiv
Für das evangelische Gemeindezentrum soll jetzt ein Nutzungskonzept erarbeitet werden. (Archiv

Für das evangelische Gemeindezentrum soll jetzt ein Nutzungskonzept erarbeitet werden. (Archiv

Pierre-Claude Hohn

Für das evangelische Gemeindezentrum soll jetzt ein Nutzungskonzept erarbeitet werden. (Archiv

Homberg. Ins Leere laufen ließ Bürgermeister Harald Birkenkamp den gemeinsamen Antrag von CDU, SPD, FDP und Grünen, die Verwaltung soll "unverzüglich" Verhandlungen mit der evangelischen Kirchengemeinde aufnehmen, um das Gemeindezentrum Süd für öffentliche Zwecke zu kaufen. Wie berichtet, hatte es angesichts der anstehenden Schließung des Gemeindezentrums in der vergangenen Woche eine sehr gut besuchte Bürgerversammlung gegeben.

Einhellig wurde dabei die Notwendigkeit gesehen, ein solches Zentrum sei als Begegnungs- und versammlungsstätte für den Stadtteil unverzichtbar.

EIne konkrete Kaufaufforderung gibt es nicht

Im Rat präsentierte Birkenkamp jetzt den verdutzten Ratsmitgliedern eine druckfrische Vorlage: Der Bürgermeister verhandelt bereits mit der Kirchengemeinde um den Erwerb der Grundstücke. Die Betonung liegt dabei auf "verhandeln". Eine konkrete Kaufaufforderung gibt es nicht, sie wäre auch nachteilig, weil das die Gegenseite dazu verleiten könnte, den Preis hochzutreiben.

Dass das Gemeindezentrum im Sommer geschlossen wird, daran besteht kein Zweifel. Das Presbyterium hat Mitte Januar in einem Schreiben an die Verwaltung klar gemacht, dass sie das Zentrum nicht halten kann. Die wirtschaftliche Situation der Gemeinde weise seit Jahren ein erhebliches Haushaltsdefizit auf, so dass eine Konsolidierung zügig umgesetzt werden muss.

Da mit einer nachhaltigen Verbesserung der Einnahmen nicht zu rechnen sei, wird das Gemeindezentrum an der Herrnhuter Straße aufgegeben. Alle dort angebotenen Veranstaltungen können auch ohne diesen Standort aufrecht erhalten und weiterhin in Homberg angeboten werden - in den Gebäuden in Homberg-Nord. Eine Verlagerung von Angeboten von Nord nach Homberg-Süd sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht zu verantworten.

Vorschläge gibt es genügend, wie das Zentrum künftig genutzt werden soll: Als Seniorentreff (in Trägerschaft eines Wohlfahrtsverbandes) mit regelmäßigen Öffnungszeiten, für die Über-Mittag-Betreuung, als Erweiterungsmöglichkeit für den Kindergarten, für bürgerschaftliche und kulturelle Zwecke sowie für Angebote für Jugendliche. Anhand dieser Eckpunkte soll das zuständige Amt jetzt ein Nutzungskonzept erarbeiten.

Die Notwendigkeit eines Seniorentreffs wird parteiübergreifend gesehen - gerade mit Hinweis auf die Bevölkerungsentwicklung. Zwischen 1995 und 2005 ist die Zahl der Senioren in Homberg bereits um fast die Hälfte von 872 auf 1288 gestiegen.

Nach einer Vorausberechnung wird die Zahl der über 65-Jährigen bis zum Jahr 2020 auf über 1600 steigen. Homberg hätte damit den stärksten Zuwachs (plus 27 Prozent) in ganz Ratingen in dieser Altergruppe. Da Homberg-Süd einwohnerstärker ist als Nord, wäre in Süd der Bedarf besonders gegeben.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer