Der kommunale Versorger will künftig einen eigenen Tarif anbieten. Details wollen die Verantwortlichen jedoch noch nicht nennen.

Energie
In der Verwaltung der Stadtwerke Wülfrath wird über den neuen Stromtarif derzeit geschwiegen.

In der Verwaltung der Stadtwerke Wülfrath wird über den neuen Stromtarif derzeit geschwiegen.

Simone Bahrmann

In der Verwaltung der Stadtwerke Wülfrath wird über den neuen Stromtarif derzeit geschwiegen.

Wülfrath. Psst, wir haben ein Geheimnis: Eher flüsternd, weniger posaunend kündigen die Stadtwerke in einer Pressemitteilung an, dass sie einen eigenen Stromtarif anbieten wollen. Sie teilen aber direkt auch mit, dass Details dazu noch nicht verraten werden.

„Ja, eine richtige Information ist das wohl kaum. Wir sind noch nicht so weit, wie wir es gerne wären. Aber wir wollen schon mal einen Punkt setzen“, sagt Geschäftsführer Ulrich Siepe auf WZ-Nachfrage und erklärt zudem, dass diese Symbolpolitik vor allem einen Effekt haben soll: Den eigenen Kunden zu signalisieren, dass sich in Sachen Strom etwas auf dem Wülfrather Markt bewegt.

Kunden haben sich über das neue RWE-Tarifgefüge beschwert

Anlass für den PR-Schnellschuss zum Jahreswechsel: Die Mitarbeiter der Stadtwerke haben am Telefon und im Kundenforum am Heumarkt registriert, wie groß die Verärgerung vieler RWE-Stromkunden über das neue Tarifgefüge des Energieversorgers ist. „Das war deutlich zu spüren. Ebenso haben wir aber auch erfahren dürfen, dass die Kunden mit der Dienstleistung eigentlich zufrieden sind“, so Siepe.

Rund 10.000 Kunden hat RWE in Wülfrath. Die Stadtwerke sind im Auftrag der RWE-Energie Dienstleister vor Ort, betreuen die Kunden, verschicken die Rechnungen. 

Über Herkunft und Partner sagt der Geschäftsführer nichts

Die Stadtwerke tragen sich seit geraumer Zeit mit dem Gedanken, das eigene Portfolio zu erweitern. Unlängst hatten Siepe und Geschäftsführer-Kollege Michael Gallinat in einem WZ-Gespräch angekündigt, neue Geschäftsfelder neben Wasser und Gas erschließen zu wollen. „Im zweiten Quartal sollte unser Stromtarif Marktreife haben“, so Siepe jetzt. Wer der Partner sein wird? Wo die Stadtwerke den Strom erwerben, den sie anbieten wollen? Ist es ökologisch erzeugter Strom? Dazu schweigt Siepe weiter.

Siepe betont aber, dass der Stromtarif günstiger als die Grundversorgung bei der RWE Energie sein wird, „alles andere wäre doch witzlos“. So soll die Stadtwerke-Stromtarifstruktur insgesamt einfacher und übersichtlicher sein. Die Kunden, die im Dezember noch einmal bei der RWE verlängert haben, werden das aber vorerst nicht in Anspruch nehmen können.

Manfred Hoffmann, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, begrüßt und unterstützt die Initiative der Stadttochter: „Strom ist ein Markt, auf dem seriöse Anbieter Gewinne erzielen können.“ Und das passe zu den Stadtwerken. „Wenn der Kunde die Dienstleistung der Stadtwerke gut finde, aber nicht das Angebot des Stromlieferanten, ist es okay, der Verlockung zu erliegen, selbst in den Markt einzusteigen“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende. Das bedeute aus seiner Sicht aber nicht automatisch, dass 2018 – wenn bestehende Verträge mit RWE auslaufen – die Übernahme des Stromnetzes eine Option sein müsse: „Stromvertrieb und der Betrieb eines Stromnetzes sind absolut nicht zu vergleichen.“

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