Schnell waren die Karten für die dritte Saunanacht vergriffen. Die Gäste waren begeistert. Tenor: Mit Veranstaltungen wie dieser wird das Bad attraktiver.

Freizeit
Die „Teufelinnen“ der Wasserwelt – links Simone Bentz, rechts Sabine Ebertz und in der Mitte vorne Nadin Fiedler (l.) und Anette Riseke – heizten den Gästen der Saunanacht ein. Zur Erfrischung gab es gesunde Snacks und Getränke.

Die „Teufelinnen“ der Wasserwelt – links Simone Bentz, rechts Sabine Ebertz und in der Mitte vorne Nadin Fiedler (l.) und Anette Riseke – heizten den Gästen der Saunanacht ein. Zur Erfrischung gab es gesunde Snacks und Getränke.

Simone Bahrmann

Die „Teufelinnen“ der Wasserwelt – links Simone Bentz, rechts Sabine Ebertz und in der Mitte vorne Nadin Fiedler (l.) und Anette Riseke – heizten den Gästen der Saunanacht ein. Zur Erfrischung gab es gesunde Snacks und Getränke.

Wülfrath. Die Fensterscheiben der Wasserwelt sind zugehängt. Wo man sonst Schwimmer ihre Bahnen ziehen oder Kinder plantschen und toben sieht, sind Einblicke heute nicht erwünscht. Bei der dritten Saunanacht soll sich niemand gestört fühlen und jeder entspannen können.

Wellness-Oase mit Blumen und Kerzen im Schwimmbecken

„Höllisch heiß“, so lautet diesmal das Motto, zu dem das Schwimmbadpersonal passend als Teufel kostümiert durch die Räume schwirrt. Auf dem Wasser des Schwimmbeckens treiben kleine Inseln mit Blumen und Kerzen – wie in einer Wellness-Oase.

Die Gäste sind hellauf begeistert. „Ich habe lange darauf gewartet, dass es endlich wieder eine Saunanacht gibt“, sagt Kai Hammelmann-Stolz, der es sich mit einem Freund an einem Tisch am Beckenrand gemütlich gemacht hat. Bei einem kühlen Getränk ruht sich der Wülfrather aus, bevor es zurück in die Hitze der Sauna geht. „Man merkt hier einfach, wie viel Herzblut dabei ist“, sagt er. „Solche Veranstaltungen sind immer etwas ganz Besonderes. Hier ist es abends immer richtig stimmungsvoll.“

Stefan (45) hat die Karte von seinem Kumpel Kai Hammelmann-Stolz zu Weihnachten geschenkt bekommen. Seinen kompletten Namen möchte er nicht nennen – so geht es vielen, die den Saunabesuch mit FKK-Schwimmen lieber anonym verbringen wollen. Das Saunieren bis tief in die Nacht sei eine schöne Sache, sagt Stefan: „Solche Aktionen könnte es in städtischen Bädern öfter geben. Es muss ja nicht immer Sauna sein – für Jugendliche könnte es auch Veranstaltungen mit Musik geben.“ Auch Badeabende für Frauen, die dann auch Musliminnen besuchen könnten, wären eine Möglichkeit. „Man muss einfach ausprobieren, was bei den Leuten ankommt“, sagt der Mettmanner.

Das weiß man auch bei den Mitarbeitern der Wasserwelt. „Der Fantasie sind natürlich keine Grenzen gesetzt“, sagt Schwimmmeisterin Sabine Ebertz. „Man muss es aber auch umsetzen können.“ 18 Euro kosten die Karten für die Saunanacht – nur sechs Euro mehr als der reguläre Saunabesuch (zum 1. Januar ist der Preis für Erwachsene um zwei auf zwölf Euro angehoben worden). Dafür gibt es zusätzliche Dekoration, Wellnessdrinks und frisches Essen.

„Man merkt einfach, wie viel Herzblut dabei ist.“

Kai Hammelmann-Stolz über das Engagement der Wasserwelt- Mitarbeiter

40 Gäste konnten an der dritten Saunanacht mit FKK-Schwimmen teilnehmen, das Interesse an Karten war jedoch weitaus größer. Deshalb soll es bald eine Wiederholung geben. Der Abend soll auch ein Dank an die Gäste sein, um die sich das Team der Wasserwelt bei der Veranstaltung noch intensiver kümmern kann.

„Wir haben die Deko daher selbst gebastelt oder von zuhause mitgebracht. Nur so können wir es machen“, sagt Simone Bentz, die die Saunanacht gemeinsam mit Kollegin Ebertz organisiert hat. Um Abende wie diesen auch in Zeiten leerer Kassen möglich zu machen, ist auch privater Einsatz erforderlich: Ehemann Uwe Bentz sorgt ehrenamtlich für leckeres und gesundes Essen.

Die Veranstaltung war blitzschnell ausverkauft, die Gäste kommen teilweise extra aus Essen oder Velbert nach Wülfrath. So wie Peter Hackmann, der Stammgast in der Wülfrather Sauna ist. „Die Leute sind unheimlich nett und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt“, sagt Hackmann und schiebt bedauernd hinterher: „Es ist nur Schade, dass immer an den Stellen gespart wird, die das Lebensgefühl der Stadt erhöhen.“

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