Probleme in der Notunterkunft Wülfrath: Security-Mitarbeiter versetzt, DRK-Mitarbeiter vom Dienst entbunden.

Probleme in der Notunterkunft Wülfrath: Security-Mitarbeiter versetzt, DRK-Mitarbeiter vom Dienst entbunden.
Mehr als 150 freiwillige Helfer kümmern sich in der Notunterkunft Wülfrath um die Flüchtlinge.

Mehr als 150 freiwillige Helfer kümmern sich in der Notunterkunft Wülfrath um die Flüchtlinge.

Uwe Reimann

Mehr als 150 freiwillige Helfer kümmern sich in der Notunterkunft Wülfrath um die Flüchtlinge.

Wülfrath. Ein Security-Mitarbeiter wird versetzt, weil er eine Flüchtlingsfrau belästigt haben soll. Ein DRK-Mitarbeiter stellt wochenlang einer jungen Afghanin nach. Jetzt wurde er von seinen Aufgaben entbunden. Das DRK hat in der Notunterkunft Wülfrath offenkundige Probleme mit Mitarbeitern.

Seit Ende September vergangenen Jahres kommen Flüchtlinge nach Wülfrath und sind in der Notunterkunft der Sporthalle des Gymnasiums untergebracht. So gut, wie es flüchtenden Menschen angesichts der angespannten Lage möglich ist. Mehr als 150 freiwillige Helfer kümmerten sich anfangs fast rührend um die Neuankömmlinge. Auch wenn’s weniger geworden sind, bleibt das große Engagement der Wülfrather.

„Der Mitarbeiter wurde mit sofortiger Wirkung von allen Aufgaben entbunden.“

Tom Buschardt, DRK-Sprecher

Die festangestellten Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes in Wülfrath organisierten den Alltag der Menschen in der Halle. Doch bei DRK-Mitarbeitern und innerhalb des Security-Dienstes scheint es auch andere Motive zu geben. Ende vergangenen Jahres bedrängte ein Mitarbeiter der Hallensecurity eine 25-jährige afghanische Frau. Er soll ihr per Internet-Dienst WhatsApp glühende Nachrichten geschrieben haben, machte ihr einen Heiratsantrag, schickte ihr einen möglichen Ehering.

Als das Deutsche Rote Kreuz davon erfuhr, wurde der Mann von seinem Arbeitgeber, einer dort eingesetzten Security-Firma, sofort versetzt.

Zeitgleich nahm ein DRK-Mitarbeiter Kontakt mit der Frau auf. Er verabredete sich mit ihr zu Spaziergängen, bei denen das Paar von einem Polizisten außerhalb seines Dienstes gesehen wurde. Dabei soll der DRK-Mitarbeiter die Frau bedrängt und umarmt haben, wogegen sich die 25-Jährige aber wehrte. Deshalb fragte der Polizist bei der Leitung der Notunterkunft nach. Was danach passierte, ist unklar.

Fest steht aber: Der DRK-Mitarbeiter stellte sein heftiges Werben nicht ein. Als die junge Frau in eine Sammelunterkunft nach Leichlingen verlegt wurde, untersagte ihm die DRK-Unterkunftsleitung den Transport mit seinem privaten Pkw.

Trotzdem nahm er in den Wochen danach immer wieder Kontakt mit der Frau auf. Er soll sie zum Beispiel nicht in der Sammelunterkunft, sondern in einer Wohngemeinschaft für Flüchtlinge untergebracht haben. Dazu soll er Kontakt mit Sozialamtsmitarbeitern in Leichlingen aufgenommen habe

Arbeitgeber führte über eine Woche lang Gespräche

Um die Frau zu beeindrucken, soll er seine DRK-Stammdatenzettel mit einem veränderten Geburtsdatum gefälscht haben, um sich als 33-Jähriger auszuweisen. So wollte er sein deutlich höheres Alter verschweigen, um die junge Frau zu beeindrucken. Schließlich soll der DRK-Mitarbeiter der Frau vorgeschlagen haben, ein Hotelzimmer für sie beide zu mieten. Das habe die Frau per WhatsApp abgelehnt.

Das Deutsche Rote Kreuz in Wülfrath und der Kreisverband Mettmann, bei dem der Mann angestellt ist, hat über Wochen Gespräche mit ihm geführt. Es ging vor allem um die Frage, ob man aus der besonderen Position aus Fürsorgegründen so weit gehen darf. Am vergangenen Freitag wurde der Mitarbeiter schließlich vom DRK-Kreisverband freigestellt.

DRK-Sprecher Tom Buschardt stellte fest: „Der Mitarbeiter wurde unmittelbar nach Vorlage der Recherche-Ergebnisse mit den Vorwürfen konfrontiert. Es gibt eine gegenteilige Darstellung, dennoch wurde der Mitarbeiter mit sofortiger Wirkung von allen seinen Aufgaben entbunden. Darüber hinaus wurde Anzeige gegen den Mitarbeiter erstattet.“ Man müsse jetzt die polizeilichen Untersuchungen abwarten.

„Mit der betroffenen Frau versuchen wir derzeit direkten Kontakt aufzunehmen, weil wir diesen Vorgang sehr ernst nehmen. Da die Frau sich bereits in einer anderen Einrichtung befindet, müssen wir hier aus formaljuristischen Gründen den Dienstweg einhalten. Wir hoffen aber, dass dies zeitnah von der zuständigen Stelle ermöglicht wird“, sagte Buschardt.

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