Die Planung für das Wohngebiet geht glatt durch die Gremien: Schon im nächsten Jahr könnte dort gebaut werden.

Ratingen. Grünes Licht für eines der größten Wohnprojekte seit vielen Jahren: Der Stadtentwicklungsausschuss nickt ab, im Hauptausschuss am Dienstag sowie bald im Rat war und ist ebenfalls nur Zustimmung zu erwarten für die künftige Bebauung des Felderhof-Geländes.

Doch bevor die Bagger anrollen können, muss der Gebietsentwicklungsplan für das riesige Areal geändert werden - vom Bereich für "gewerbliche und industrielle Nutzung" in einen "allgemeinen Siedlungsbereich". Parallel dazu betreibt die Stadtverwaltung das Bebauungsplanverfahren.

Das neue Viertel kann zur Heimat für 600 Menschen werden

Der potenzielle Investor, die "InDor Immobilienwelt" - ein Gemeinschaftunternehmen von Interboden (Ratingen) und dem Bauträger Dornieden (Mönchengladbach) - möchte auf dem 6,4Hektar großen Gelände gut 220 Wohneinheiten errichten: in Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Reihenhäusern. Die Konzeption steht bereits. Das Investitionsvolumen soll bei rund 75 Millionen Euro liegen. "Das ist die letzte große, zusammenhängende Fläche für Wohnbebauung in Ratingen", sagt Baudezernent Ulf-Roman Netzel. Rund 600 Neubürger könnten sich dort ansiedeln - " das wird der Stadt guttun".

Nach Netzels Einschätzung könnte Ende des Jahres mit dem Vertrieb der Häuser begonnen werden, Baubeginn wäre im Frühjahr 2011 möglich.

Der Bebauungsentwurf sieht eine Aufteilung in verschiedene Baufelder vor. Nach Westen hin (zur Straße Felderhof) sollen Stadtvillen stehen, nach Osten (bis zur Bahnstrecke) verdichtet sich die Bebauung bis hin zu Reihenhäusern "als Abschluss und Pufferzone". Die Planer wollen bei der Bebauung keine gleichförmige, anonyme Wohnanlage, sondern in den Zufahrtsstraßen platzartige Flächen schaffen - als "Treffpunkt und Kommunikationsort" für Nachbarn.

Hinsichtlich der Lärmbelastung müssen für das geplante Wohnviertel besondere Anstrengungen unternommen werden: Mit "passivem Schallschutz" sollen die neuen Häuser im Norden zur Volkardeyer Straße und dem Lidl-Markt hin geschützt werden. Für die direkt vor den Haustüren vorbeirauschenden Güterzüge braucht es allerdings noch mehr: Neben einer "riegelartige Wohnbebauung" will der Investor auf der Seite Richtung Haarbachhöfe eine 1,5 Meter hohe Lärmschutzwand errichten.

Damit würde auch die bestehende Lücke an den Gleisen geschlossen und Mehrfachreflektionen würden verhindert. Die Bewohner der Haarbachhöfe hatten befürchtet, dass durch eine Schutzwand der Zuglärm in ihre Richtung zurückgeworfen werden könnte.

Die Altlasten des Industriegeländes sind heute kein Thema mehr

Bis Ende 2002 war das Felderhof-Areal ein Sanierungsfall: Auf dem Gelände der ehemaligen Spiegelglasfabrik waren Altlasten gefunden worden - Schleifsande aus der Produktion. Bei früheren Untersuchungen wurden in Sandproben wenig Schadstoffe gefunden, bei Grundwasseruntersuchungen fand man aber erhöhte Arsen-, Cadmium- und Quecksilberwerte, die jedoch allesamt unter den damaligen Grenzwerten lagen.

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