Der Landschaftsverband Rheinland gibt 10 000 Euro für ein neues Gutachten zum Zeittunnel. Die Ausschreibung läuft noch.

Wülfrath. Erst im Frühjahr, also pünktlich zur zehnjährigen Jubiläumssaison, soll das Konzept vorliegen, das dem Zeittunnel eine neue Perspektive geben soll. Noch ist der Auftrag für die Erstellung der Konzeption nicht erteilt. Die Ausschreibung läuft, wie die Stadt im Ausschuss für Kultur, Sport und Freizeit mitteilte.

Dabei sollten erste Ergebnisse schon in diesem Jahr zu sehen sein. Grund für die Verzögerung ist eine zusätzliche Finanzspritze, denn der Landschaftsverband Rheinland (LVR) unterstützt die Neukonzeptionierung mit 10 000 Euro. Dieser Betrag wurde aber erst nach den Sommerferien bewilligt. „Somit konnten wir die Ausschreibung erst dann in Auftrag geben“, erläuterte Kulturamtsleiterin Andrea Gellert.

Auch die Vermarktungschancen der Stadt sollen sich erhöhen

Bis zum 15. November läuft diese noch. Mit dem Zuschuss des LVR stehen der Stadt für das Konzept jetzt 20 000 Euro zur Verfügung. „Wir erwarten zwei Aussagen“, so Gellert. Der Gutachter soll nicht nur ein neues Ausstellungskonzept vorstellen, sondern auch das gesamte Umfeld in den Blick nehmen und die touristischen Vermarktungschancen erhöhen.

Da habe der Zeittunnel noch enormes Potenzial, sagte Gellert und verwies auf die Experten, die im Auftrag des Kreises Mettmann anonym Daten für die Marketingstrategie „Destination neanderland“ gesammelt haben. „Inzwischen wissen wir, dass nicht nur der Zeittunnel, sondern auch die Innenstadt erhebliche Entwicklungschancen haben. Das wird uns bescheinigt“, so Gellert. Eine Neuaufstellung des Museums am Bochumer Bruch soll helfen, diese Potenziale zu heben.

Gespräche über neue Trägermodelle ergeben sich durch den LVR-Zuschuss

Die aktuelle Beschlusslage zum Zeittunnel zeigt aber, dass der Kurs in Wülfrath nicht eindeutig ist. Zwar hat sich der Rat für die Erstellung eines Konzepts ausgesprochen. Eine Ratsmehrheit hat den Zeittunnel aber ab 2014 derart in das Haushaltssicherungskonzept eingepflegt, dass Betriebskosten in Höhe von 110 000 Euro nicht anfallen dürfen.

Im kommenden Jahr wird der Zeittunnel zehn Jahre alt. Das soll am 26./27. Juli mit einem großen Fest gewürdigt werden. Die Planungen haben bereits begonnen.

10 503 Besucher wurden in der abgelaufenen Saison 2012 gezählt. Mehr als 14 000 waren es im vergangenen Jahr. Da lockte aber die Neueröffnung des Panoramaradwegs an einem Tag allein mehr als 2000 Personen. Zudem war das Wetter in diesem Jahr eine Bremse. Die meisten Besucher kommen aus Wuppertal. Auf den Plätzen folgen Velbert, Essen und Düsseldorf. Nur auf Platz 5: Wülfrath.

Die Stadtspitze interpretiert diesen vermeintlichen Widerspruch ebenfalls widersprüchlich: Kämmerer Rainer Ritsche hebt den finanziellen Aspekt hervor und Fachbereichsleiter Hans-Werner van Hueth setzt auf neue Chancen durch das Konzept. Für Manfred Hoffmann (SPD) betont hingegen: „Wir brauchen einen neuen politischen Beschluss, sonst ist 2014 der Zeittunnel zu.“ Es sei nicht daran zu glauben, dass bis dahin das Konzept erstellt sei und weitere Sponsoren für die Umsetzung und künftige Trägerschaft gefunden seien.

Die LVR-Unterstützung wertete van Hueth als „Türöffner“ für künftige Gespräche über neue Trägermodelle. Er hoffe zudem weiter auf den Kreis Mettmann. Sicher sei, dass der Zeittunnel ein neues Konzept benötige. „Die Ausstellung ist nach zehn Jahren verbraucht. Das ist aber normal.“

Die Neuaufstellung, so Gellert, sei ein langer Prozess. Das Konzept müsse überzeugen und eine Zukunft aufzeigen. Hans-Werner van Hueth: „Das ist unsere letzte Chance.“

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