Seit sieben Jahren lebt Merlin Helling in Deutschland. In der Kindertagesstätte In den Eschen gibt sie Englischunterricht.

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Seit zwei Jahren unterrichtet Merlin Helling den Nachwuchs in der DRK-Kindertagesstätte In den Eschen. „Das macht den Kleinen Spaß“, sagt die Jamaikanerin. „Mir natürlich auch.“

Seit zwei Jahren unterrichtet Merlin Helling den Nachwuchs in der DRK-Kindertagesstätte In den Eschen. „Das macht den Kleinen Spaß“, sagt die Jamaikanerin. „Mir natürlich auch.“

Simone Bahrmann

Seit zwei Jahren unterrichtet Merlin Helling den Nachwuchs in der DRK-Kindertagesstätte In den Eschen. „Das macht den Kleinen Spaß“, sagt die Jamaikanerin. „Mir natürlich auch.“

Wülfrath. Merlin Helling schämt sich nicht für ihre Tränen. " Es ist schwer hier in Deutschland", sagt die 40-Jährige, die vor sieben Jahren mit ihrem Mann aus Jamaika nach Deutschland gekommen ist.

Der Vater ihrer Tochter Danielle ist in Wülfrath geboren, lebte aber lange im Inselstaat in der Karibik. "Mein Mann hatte dort ein Restaurant mit Bäckerei und hat auch deutsches Brot gebacken", erinnert sich Merlin Helling an viele gemeinsame Jahre in ihrer Heimat. Die kleine Familie - es gab noch eine Tochter aus einer früheren Beziehung mit einem Jamaikaner - pendelte zwischen Jamaika und den USA. Als das Verhältnis zum Geschäftspartner des Restaurants schwierig wurde, kehrten die Hellings der Karibik den Rücken und zogen nach Deutschland.

Tochter Danielle wurde zwei Monate nach dem Umzug in Wülfrath geboren. "Ich war in der ersten Zeit sehr traurig und habe viel geweint", erzählt Merlin Helling von ihrem Heimweh. In Deutschland sei damals gerade Winter gewesen - für die sonnengewohnte Jamaikanerin besonders schlimm. "Ich habe im Café gesessen und in die Gesichter geschaut. Niemand hat gelacht."

Für die 40-Jährige ist das Ehrenamt eine Herzensangelegenheit

Mittlerweile kommt sie seit zwei Jahren in die DRK-Kindertagesstätte In den Eschen, um den Jungen und Mädchen dort Englisch beizubringen. "Die Kinder haben Spaß", sagt sie. Sie selbst hat ihn auch, denn der Englischkurs für die Vorschüler wird weitergehen, obwohl Tochter Danielle den Kindergarten nach den Sommerferien mit der Schulbank tauschen wird. Für Merlin Helling ist dieses Ehrenamt eine Herzenssache. In Jamaika hat sie viele Jahre die Kinder einer Privatschule unterrichtet. "Es waren auch Straßenkinder dabei, und manche kamen aus schlechten familiären Verhältnissen", sagt sie.

Dass sie für ihre Arbeit im Kindergarten kein Geld bekommt, ist für die Jamaikanerin kein Problem. Dass sie aber keinen Job findet, um für den Familienunterhalt zu sorgen, belastet sie. Regale einräumen, am Fließband arbeiten, im Hotel aushelfen: Überall hat Merlin Helling ihr Bestes gegeben. Für so manchen Chef war das offenbar nicht gut genug. Sie sei ohne Kommentar einfach vor die Tür gesetzt worden - womöglich wegen ihrer Hautfarbe. Deshalb plagt sie jetzt auch noch die Angst, womöglich nicht gut genug für einen Job zu sein. Inzwischen ist sie sogar Hartz-IV-Empfängerin.

Seit zwei Jahren gibt es das Angebot in der DRK-Kindertagesstätte In den Eschen - dank der ehrenamtlichen Tätigkeit von Merlin Helling. Das soll auch in Zukunft so bleiben.

Englisch ist gewissermaßen Merlin Hellings Muttersprache, denn Englisch ist in dem Inselstaat in der Karibik Amtssprache. Daneben wird Jamaika-Kreolisch (auch Patois genannt) gesprochen, eine Kreolsprache mit englischen Wurzeln, die in Europa vor allem durch Hip-Hop und Reggae bekannt wurde.

Im Kreis Mettmann sind Jamaikaner echte Exoten. Von den 33 590 Ausländern (Stand Januar 2007) stammen gerade mal zwei von der Karibikinsel.

Seit zwei Jahren lebt Merlin Helling von ihrem Mann getrennt und erzieht ihre beiden Töchter allein. Die Ehe war den Belastungen in der neuen Heimat nicht gewachsen, aber es gibt noch einen guten Kontakt zwischen Vater und Tochter. Deshalb möchte die Wahl-Wülfratherin auch nicht zurück nach Jamaika, obwohl ihr Herz eine andere Sprache spricht.

Derzeit macht sie ein Praktikum im Altenheim. Es gefällt ihr gut, die alten Leute mögen sie, und sie wünscht sich, dort eine Ausbildung machen zu können. "Ich möchte gern etwas mit Zukunft machen", sagt sie - und man spürt, dass vielleicht langsam die Hoffnung wächst, es fern der Heimat schaffen zu können.

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