Ein Bericht der Stadt zeigt: Der Offene Ganztag stößt an die Grenzen seiner Kapazität. Nun muss das Angebot dringend ausgebaut werden.

Im Ganztag an der Lindenschule reichen drei Gruppen nicht mehr aus.  Archiv
Im Ganztag an der Lindenschule reichen drei Gruppen nicht mehr aus. Archiv

Im Ganztag an der Lindenschule reichen drei Gruppen nicht mehr aus. Archiv

Simone Bahrmann

Im Ganztag an der Lindenschule reichen drei Gruppen nicht mehr aus. Archiv

Wülfrath. Es sind Aussichten, die den Kämmerer einer klammen Kommune nicht erfreuen: „Die Nachfrage nach Plätzen im Offenen Ganztag steigt kontinuierlich“, sagt Schulverwaltungsamtsleiter Dietmar Ruda. Die Konsequenz: Die Stadt muss über Erweiterungen nachdenken. Am 21. September wird er den Erfahrungsbericht „Offene Ganztagsgrundschule“ (Ogata) dem Schulausschuss vorlegen.

Neun Gruppen gibt es im neuen Schuljahr – mehr geht nicht

Die Daten, die Ruda vorstellen kann, spiegeln einen Trend wider. Seit einigen Jahren werden immer mehr Mädchen und Jungen in den Ogata-Angeboten der drei Grundschulen untergebracht. Mit dem gerade begonnenen Schuljahr werden zum ersten Mal insgesamt neun Gruppen im Stadtgebiet angeboten – die maximale Möglichkeit beim aktuellen Ausbaustand der Räume.

In den drei Ogatas stehen insgesamt 225 Plätze in neun Gruppen mit je 25 Kindern zur Verfügung. Im vergangenen Schuljahr besuchten 207 Kinder in acht Gruppen die Einrichtungen. Die Parkschule war mit 75 Kindern ausgebucht, die Lindenschule mit 76 Kindern sogar knapp überbucht. 56 Kinder in zwei Gruppen nutzten das Angebot in der Ellenbeek.

In der Ellenbeek ist in dieser Woche erstmals eine dritte Gruppe an den Start gegangen. Der Grund dafür: In der Kindergärten wurden die großen altersgemischten Gruppen aufgegeben. Grundschulkinder, die zuletzt dort nach dem Unterricht betreut wurden, sind nun in der Ogata.

Stadt befürchtet steigende Kosten für Räume und Mittagessen

An die Grenzen stößt die Ogata an der Lindenschule. Deren Träger, der SKFM, sieht wegen der steigenden Nachfrage den Bedarf für die Einrichtung einer vierten Gruppe. Das gilt auch für die Parkschule, wie deren Leiterin Dagmar Hirsch-Neumann der WZ sagt: „Die drei Gruppen reichen nicht. Daher haben wir Mehrbedarf angemeldet.“

Zum Schuljahr 2003/2004 wurde an der Parkschule und an der Grundschule Ellenbeek der Ogata eingeführt. Die Lindenschule zog 2004/2005 nach.

 

Mit Landesmitteln, Eigenanteilen des Schulträgers und durch Elternbeiträge wird die Ogata finanziert. Das Land gibt 935 Euro pro Kind und Jahr (1890 Euro bei sonderpädagogischem Förderbedarf). Der Beitrag der Eltern ist vom Einkommen abhängig: bis 20 000 Euro 30 Euro im Monat, bis 35 000 Euro 60 Euro und darüber 100 Euro. Geschwisterkinder zahlen die Hälfte.

 

Mit barem Geld beteiligt sich das finanzschwache Wülfrath nicht an den Ogatas. Die städtische Beteiligung beschränkt sich auf die Bereitstellung der Infrastruktur.

 

Ruda: „Das bedeutet für die Stadt als Schulträger zusätzliche Aufwendungen für die Neu- und Umgestaltung von Räumen sowie bedarfsgerechte Sachausstattungen.“ Außerdem stiegen die Bewirtschaftungskosten für die Schulgebäude. Das lässt den Kämmerer zucken. Ruda sagt: „Wir müssen reagieren.“

Aber auch die Träger der Ogatas, neben dem SKFM sind es die Fördervereine der beiden anderen Schulen, sieht einen Kostendruck. Zum Beispiel bei der Verpflegung. Bis zum Sommer wurde das Essen für Kinder aus finanzschwachen Familien von der DRK-Initiative „Wülfrather Kinder in Not“ und aus dem Landes-Topf „Kein Kind ohne Mahlzeit“ bezahlt. Das NRW-Programm endete zum 31. Juli. Die Ogata-Träger befürchten nun, dass die Kosten für Verpflegung steigen.

Seit jeher, darauf weist Ruda hin, beklagten die Träger die enge Finanzausstattung. Sie lasse keinen Raum für Angebote wie eine spezielle Einzelförderung oder Kleinstgruppenarbeit zu. Eine Finanzierungslücke beim Mittagessen passt da gar nicht.

Anzeige

 

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer