Bildung ist ein Feld, das im Kommunalwahlkampf vielfältig beackert wird. So ziemlich alle politischen Orientierungen machen das Thema Bildung als ein zukunftsträchtiges aus. Das ist gut. Das ist richtig.

Die Gefahr dabei: Der Politiker sät Samen aus, dessen Früchte er nicht ernten kann, nicht ernten darf. CDU-Spitze und CDU-Bürgermeister-Kandidat liefern dafür ein Paradebeispiel ab, das ihren zweifelsohne gut gemeinten Einsatz für die Hauptschule als bloße Schau entlarvt.

Nein, es ist wirklich nichts dagegen zu sagen, dass sich lokale Politiker für den Erhalt einer Schule aussprechen. Das ist das gute Recht aller. Und dass CDU-Vorsitzender Seidler und Kandidat Görtz die Hauptschule besuchen und das Konzept der Schule loben, ist durchaus zu verstehen.

Dass die Union aber den Eindruck erweckt - und das auch mit einem Antrag an den Rat unterstreicht -, Wülfrath könnte per Beschluss das dreigliedrige Schulsystem sichern, ist nur dem Wahlkampf geschuldet.

Fakt ist: Das Land entscheidet, welche Schulformen es gibt. Die Schullandschaft ist in Bewegung. Das erfordert eine Grundsatzdebatte, die nicht in Wülfrath geführt wird.

thomas.reuter@westdeutsche- zeitung.de

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