Zum dritten Mal gastierte die Blues Company in der Lintorfer Manege.

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Balladen und Rock’n’Roll: Das Publikum in der Manege kam beim Auftritt der Blues Company voll auf seine Kosten. Es waren aber vor allem die leiseren Töne, die begeisterten.

Balladen und Rock’n’Roll: Das Publikum in der Manege kam beim Auftritt der Blues Company voll auf seine Kosten. Es waren aber vor allem die leiseren Töne, die begeisterten.

Pierre-Claude Hohn

Balladen und Rock’n’Roll: Das Publikum in der Manege kam beim Auftritt der Blues Company voll auf seine Kosten. Es waren aber vor allem die leiseren Töne, die begeisterten.

Lintorf. "Blues funktioniert sowieso nur, wenn’s draußen kalt ist", gibt der bekennende Blues-Liebhaber Rolf von Grünhof preis. Insofern sollte dem Live-Auftritt der Blues Company ein erfolgreicher Samstagabend beschert sein. Zum dritten Mal gastierte Deutschlands dienstälteste Bluesband in der Manege.

Neben ihrem beliebten Programm spielten Todor Todoric & Co. noch unveröffentlichte Stücke ihres bald erscheinenden Albums. Der Beifall des Publikums, sagt der Bandleader, sei dafür verantwortlich, ob die neuen Lieder auch wirklich auf dem Album vertreten sein werden. Ihr aktuelles Album "More Blues, Ballads & Assorted Love Songs" ist ihr mittlerweile 23. Werk.

Die Veranstalter setzten auf dezentes Kerzenlicht

Zu Beginn schienen die einzigen jüngeren Besucher an der Garderobe oder hinter dem Tresen zu arbeiten: Vorwiegend Besucher mittleren Alters fanden sich inmitten des Klinkersteinbaus ein. Statt die große Diskokugel unter der Decke anzuwerfen, setzten die Veranstalter auf dezenten Kerzenschein und gedämpftes Scheinwerferlicht.

Der Auftaktsong war fulminant. Selbst die Probleme mit dem Mikro taten der Stimmung keinen Abbruch. Dennoch war Todoric’ Stimme nicht durchweg gut zu hören. Die wunderbaren Balladen außer Betracht, kam sie streckenweise zu leise an.

Todoric überzeugte bei den Balladen mit Ruhe und dem rauchigen Klang seiner Stimme: Stilvoll umgesetzt, sorgten die leisen Töne der sechsköpfigen Blues Company für den durchschlagendsten Erfolg. Ein Trompeten- und Saxophonsolo brachte den auflösenden Moment der Ballade: Hier zeigte sich die Wirkung des perfekten Zusammenspiels.

Todoric stand stets im Dienste der guten Laune: Längen überbrückte er mit Anekdoten aus seinem Alltag und Klatschappell an sein Publikum.

Harte Gitarrenriffs und ein stampfender Bass zeigten allerdings auch die harte Seite der Band. Mit Freude war zu sehen, dass die Rock’n’Roll-Seite der Band das Publikum unverhohlen direkt forderte.

"Schließlich sind wir nicht zu einem Schreikonzert gekommen"

Der Fleetwood-Mac-Fan Birgit Meise war vom Abend in der Manege "angenehm überrascht". Besonders schätzt sie die Intimität in der Halle, die mittlerweile fast zu ihrem Wohnzimmer geworden ist: Als Musikfan ist sie treuer Gast, obwohl sie die Blues Company an diesem Samstag auch zum ersten Mal gesehen hat.

Die mancherorts als verhalten bemängelte Stimmung relativiert Besucherin Karla Schulze: "Hier flippen sie nie ganz aus. Schließlich sind wir nicht zu einem Schreikonzert gekommen."

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