Das Brausegetränk kommt in der Realschule auf den Experimentiertisch.

Erhitzt und erforscht: Reines Forscherinteresse brachte die Cola in die Klassenräume der Realschule.
Erhitzt und erforscht: Reines Forscherinteresse brachte die Cola in die Klassenräume der Realschule.

Erhitzt und erforscht: Reines Forscherinteresse brachte die Cola in die Klassenräume der Realschule.

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Erhitzt und erforscht: Reines Forscherinteresse brachte die Cola in die Klassenräume der Realschule.

Wülfrath. Die Lehrerinnen und Lehrer der Theodor-Heuss-Realschule sehen es gar nicht gerne, wenn ihre Schützlinge in den Pausen Cola trinken, denn: Das zuckerhaltige Getränk macht die Schüler unruhig und zappelig.

Doch das man Kindern nicht einfach etwas verbietet, sondern das Verbot auch erklären muss, wissen wir nicht erst seitdem "Super Nanny" Katharina Saalfrank es uns einmal in der Woche predigt. Und darum kam im Chemieunterricht der siebten Klassen kurzerhand die Cola ins Reagenzglas.

Für Geschmacksproben war das Trinkverbot aufgehoben

Getränkeanalyse stand also auf dem Stundenplan. Gerne schlüpften die Schüler in weiße Kittel und zogen Schutzbrillen an. Gegessen wurde in voller Montur - zwischen den Experimenten auf dem Flur. Das Trinkverbot in den Fachräumen war lediglich für kleinere "Geschmacksproben" aufgehoben.

Auf Inhaltsstoffe, Nährwert, Zucker- und Farbstoffgehalt wurden Cola und einige Fruchtlimonaden untersucht. Zunächst musste das in der Cola gelöste Kohlenstoffdioxid ausgetrieben werden. Dazu haben die Mädchen und Jungen dann auch gerne einmal zu drastischen Maßnahmen gegriffen - dem Bunsenbrenner. Über eine Dichtebestimmung konnten die Schüler den Zuckergehalt der Cola bestimmen. Die Wirkung von Zucker auf die Zähne wurde mit Färbetabletten getestet.

Auf ihr geballtes Wissen aus dem Chemieunterricht mussten die Schüler für die Experimente zurückgreifen. Alles was sie in ihrer Schullaufbahn je über das Mischen und Trennen von Stoffen und über Stoffeigenschaften gelernt haben, kam zum Einsatz.

"Die Cola hat ja elf Prozent Zucker", staunten die Realschüler nach ihren Versuchen nicht schlecht. Einige haben wohl der Cola abgeschworen, nachdem sie gesehen haben, dass ein Stapel von Zuckerwürfeln - der Zuckergehalt einer Cola-Dose in Würfel umgerechnet - größer war als die Dose selbst. Nachdem der Farbstoff E 150 dann auch noch als Zuckerkulör - eine Lebensmittelfarbe - identifiziert wurde, war den Schülern klar: "Cola ist gefärbtes Zuckerwasser."

Das Experiment ist geglückt, die Kinder wissen jetzt, warum sie in der Schule keine Cola trinken sollten.

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