Ein technischer Defekt sorgte dafür, dass 3,8 Tonnen Kohlendioxid frei gesetzt wurden, die ein vermutetes Feuer ersticken sollten.

Ein großes Polizeiaufgebot sperrte das Gewerbegebiet Kocherscheidt in Wülfrath ab.
Ein großes Polizeiaufgebot sperrte das Gewerbegebiet Kocherscheidt in Wülfrath ab.

Ein großes Polizeiaufgebot sperrte das Gewerbegebiet Kocherscheidt in Wülfrath ab.

Simone Bahrmann

Ein großes Polizeiaufgebot sperrte das Gewerbegebiet Kocherscheidt in Wülfrath ab.

Wülfrath/Tönisheide. Beim Wülfrather Chemie-Unternehmen Ashland-Südchemie Kernfest (ASK) wurde Mittwochmorgen eine Kohlendioxid-Brandbekämpfungseinrichtung ausgelöst - und mit dem Fehlalarm eine ganze Reihe an Sicherheitsmaßnahmen, die unter anderem lange Staus auf der Nevigeser und Wülfrather Straße zur Folge hatten. Nachbarn und Mitarbeiter des Unternehmens im Gewerbegebiet Kocherscheidt sollen zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sein.

Kreisverkehr mit der Anbindung zur A535 wurde zum Nadelöhr

30 Beamte setzte die Kreispolizeibehörde ein, um Straßensperrungen vorzunehmen und den fließenden Verkehr zu kontrollieren. Als Nadelöhr entpuppte sich der Kreisverkehr Kocherscheidt mit der Anbindung zur A535.

Im morgendlichen Berufsverkehr wurde die Landstraße zum längsten Parkplatz der Region. Über Kundschaft durfte sich die neue Shell-Tankstelle freuen. Angestellte und Kunden der Unternehmen des Gewerbegebiets hielten sich in großer Zahl dort auf, bis sie ihren Job nachgehen und den Arbeitsplatz ansteuern konnten. Der heiße Kaffee war an diesem kalten Mittwochmorgen schnell zur Standardausrüstung geworden.

Um 6.05 Uhr schrillten die Sirenen in Wülfrath. 20 Freiwillige rückten aus. "Das Gefahrenabwehrteam von ASK und die umgehend herbeigerufenen Einsatzkräfte haben auf den ausgelösten Fehlalarm umsichtig und schnell reagiert und in Konsequenz des Fehlalarms jederzeit sicher und planvoll gehandelt", bilanzierte das Unternehmen später. Werksleiter Michael Mack betonte gegenüber der WZ, "dass die Wehr richtig reagiert und gehandelt hat".

Auch stellvertretender Stadtbrandmeister Florian Gerstacker war mit dem Einsatz hochzufrieden: "Es hat alles gepasst. Die Maßnahmen haben komplett gegriffen." Nachdem im vergangenen Jahr ein Giftgasunfall und der Einsatz bei ASK für eine kontroverse Debatte gesorgt hatten, herrscht nun größte Aufmerksamkeit.

Kohlenstoffdioxid (im normalen Sprachgebrauch auch Kohlendioxid, oft fälschlich Kohlensäure genannt) ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff und damit neben Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoffsuboxid und dem instabilen Kohlenstofftrioxid eines der Oxide des Kohlenstoffs. Es ist sehr giftig.

Die Ashland-Südchemie-Kernfest GmbH (ASK Chemicals) ist mit drei Produktionsstandorten und neun Vertriebsniederlassungen in Europa ein führender Hersteller von hochwertigen, auf den Kunden zugeschnittenen chemischen Produkten für die Gießereiindustrie und Spezialitäten im Bereich Kunstharze, vor allem für Farben- und Lackindustrie.

Im benachbarten Tönisheide waren die Menschen - auch vor dem Hintergrund der Vorkommnisse von 2008 - aufgeschreckt, hatten sich besorgt an die örtliche Feuerwehr gewandt.

Vermutlich wegen eines technischen Defekts, sagte Michael Mack, "ist der Brandmelder angeschlagen". In dem betroffenen Abschnitt seien etwa 3,8 Tonnen Kohlendioxid gepumpt worden, um das vermutete Feuer zu ersticken.

Messungen haben ergeben, dass zu keinem Zeitpunkt Menschen gefährdet waren. "Rein präventiv", so Gerstacker, wurden aber die unterhalb des SK-Geländes liegenden Immobilien evakuiert. Die Zufahrtsstraßen wurden abgesperrt.

Die Berufsfeuerwehr Wuppertal stellte den Wülfrather Einsatzkräften spezielles Messgerät zur Verfügung. Nach den Messungen konnte Entwarnung gegeben werden. Um 9 Uhr wurde der Einsatz beendet. Vor Ort war auch der Bergisch-Rheinische Wasserverband. Bezirksregierung, Landrat und Gewerbeaufsicht wurden ebenfalls informiert.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer