eit vier Jahrzehnten bietet der Verein „Mutter hat frei“ stundenweise Kinderbetreuung in Neviges an.

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Fröhliche Rasselbande: Im Gemeindehaus Siebeneicker Straße 4 starten die Kinder mit den Betreuerinnen Katharina Sindt(l.) und Ulrike Zwick (M.) mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag.

Fröhliche Rasselbande: Im Gemeindehaus Siebeneicker Straße 4 starten die Kinder mit den Betreuerinnen Katharina Sindt(l.) und Ulrike Zwick (M.) mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag.

Simone Bahrmann

Fröhliche Rasselbande: Im Gemeindehaus Siebeneicker Straße 4 starten die Kinder mit den Betreuerinnen Katharina Sindt(l.) und Ulrike Zwick (M.) mit einem gemeinsamen Frühstück in den Tag.

Neviges. Recht gesittet sitzen die 13 Kleinkinder an ihrem Esstisch im Miniaturformat. In der Spielgruppe "Mutter hat frei" im Gemeindehaus der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde ist Frühstückszeit. Konzentriert werden Kakao und Brötchen vertilgt.

Kaum Geschrei, nur ein bisschen Geklecker - und das alles unter den wachsamen Augen der Betreuerinnen Katharina Sindt und Ulrike Zwick. "Die Ruhe täuscht. Manchmal geht es hier ganz schön wild zu", sagt Zwick (55) lachend.

Gruppen im Siepen und im Gemeindehaus in der Stadt

Kinder ab zwei Jahren und solche, die keinen Kindergartenplatz bekommen haben, werden an zwei Tagen in der Woche von "Mutter hat frei" betreut. In diesem Jahr feiert die Spielgruppe ihren 40. Geburtstag. Angefangen hat alles 1969:

"Damals hat eine Frau von Bodorotti die Gruppe gegründet", erzählt Ulrike Zwick. Bodorotti kannte das Spielgruppenkonzept aus der DDR und hatte den Bedarf auch in Neviges erkannt. Kindergartenplätze waren damals rar gesäht. Mit rund 30 Kindern ging die erste Gruppe an den Start. Viele weitere haben sich dann nach diesem Vorbild gegründet, auch in Wuppertal und Wülfrath. Doch nur die Nevigeser und die Siepener Gruppe gibt es noch.

Mittlerweile kommen schon die Kinder der einstigen Kinder zum Spielen, Backen, Singen und Toben. "Mein Mann war als Kind hier, genau wie unsere drei Kinder", sagt Katharina Sindt. Die 43-Jährige weiß den Freizeitgewinn zu schätzen, den ihr die Gruppe ermöglicht hat:

"Es war einfach schön, dass ich ein bisschen Zeit für mich hatte." Die Stunden am Vormittag ermöglichen ungestörte Arztbesuche und Einkäufe. Einige Mütter nutzen die kinderfreie Zeit auch, um die Hausarbeit zu erledigen.

Heute ist Katharina Sindt Betreuerin der Spielgruppe. "Meine Kinder sind jetzt in der Schule, und so komme ich Zuhause raus", sagt die Nevigeserin. Ganz zur Freude der kleinen Rabauken, denn die sind begeistert. Wie die zweijährige Jana, die in der Gruppe ihre beste Freundin Katja kennengelernt hat. "Am liebsten spielen wir in der Puppenküche", sagt Jana. Oder sie führen ihr kleines Hündchen (aus Plastik) an der Leine spazieren.

Zwei Plätze sind derzeit in der Nevigeser Gruppe frei. Ein Luxus: Früher standen die Mütter Schlange, weil nicht alle Kinder aufgenommen werden konnten. Die Voraussetzung, sein Kind von "Mutter hat frei" betreuen zu lassen, ist eine Mitgliedschaft im Verein.

25 Euro Jahresbeitrag und 45 Euro Betreuungsgeld im Monat müssen die Eltern zahlen. Davon werden alle Kosten getragen. Auch die Gehälter der Betreuerinnen. "Aber das ist vielen Eltern noch zu teuer. Bis vor acht Jahren hat die Kirche noch mitfinanziert. Jetzt müssen wir alles alleine stemmen", sagt Ulrike Zwick. Für wenig Geld, aber aus Überzeugung machen die beiden Frauen ihren Job, sagen sie. Sie sind schließlich auch Mütter und wissen, wie schön es ist, wenn Mutter mal frei hat...

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