Bürger beschweren sich über die Zustände auf dem Gräberfeld in der Fliethe.

Wülfrath. In diesem Jahr soll der „große Wurf“ gelingen. Dann will das Liegenschaftsamt der Politik ein tragfähiges Zukunftskonzept für die Bewirtschaftung des Kommunalfriedhofs in der Fliethe präsentieren. Das ist aber nicht die einzige „Baustelle“, die die Stadt rund um den Friedhof hat. Das wurde auf der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Ordnung deutlich, wo sich mehrere Wülfratherinnen darüber beklagten, dass Hunde auf dem Friedhof ausgeführt würden.

„Da laufen immer Hunde rum, mal an der Leine, mal frei. Täglich, stündlich.“

Edelgard Brunner, Friedhofsbesucherin

8.45 Uhr auf dem Kommunalfriedhof: Ein junger Mann schlendert zwischen den Grabreihen her – einen Hund an der Leine. Hunde auf dem Friedhof – das ist nicht gestattet. „Das wusste ich nicht. Das wissen viele nicht“, sagt er. Seinen Namen wolle er aber nicht in der Zeitung lesen. Während er das sagt, kommt eine ältere Frau an der Kapelle vorbei – mit einem Hund an der Leine.

„Warum gestattet die Stadt das mit den Hunden?“ In der Sitzung will die Friedhofsbesucherin Edelgard Brunner das wissen. „Nur Blindenhunde sind gestattet“, merkt Liegenschaftsamtsleiter Klaus Biederbeck an – und erntet in der Einwohnerfragestunde Kopfschütteln.

Ein regelmäßiger Schließdienst wurde wieder eingestellt

Brunner hakt nach. Das Verbot werde regelmäßig gebrochen. „Da laufen immer Hunde rum, mal an der Leine, mal frei. Täglich, stündlich“, sagt sie. Ihre Einschätzung: Bewohner der Siedlung Karlhaus würden dort ihre Hunde ausführen. Ausschussvorsitzender Frank Homberg (DLW) erinnert daran, „dass auch der Seniorenrat schon auf dieses Problem hingewiesen hat“.

Mit einer regelmäßigen Schließung, wie sie übrigens politisch beschlossen ist, könne dem Problem in Teilen begegnet werden. Diesen Schließdienst, räumt Biederbeck ein, gab es einmal, er wurde aber eingestellt. Der sei nicht zu bezahlen. „Außerdem hat es auch Proteste gegen die Schließung der Tore gegeben“, fügt er hinzu.

Von Privatgrundstücken führen direkte Zugänge auf den Friedhof

Das wiederum, wundert sich Homberg, könne nicht als Grund herhalten, „dass der politische Wille nicht umgesetzt wird. Zu allererst ist das eine Ruhestätte“, mahnt er Maßnahmen und auch Kontrolle an.

Verwundert reagieren die Politiker, dass es direkte Zugänge zum Friedhof aus der Siedlung und von privaten Grundstücken gibt. Das, heißt es in der Einwohnerfragestunde, lade doch zu Missbrauch ein. Und so berichten zwei Frauen davon, dass in schöner Regelmäßigkeit privater Grünschnitt auf den Bioabfallstellen des Friedhofs abgelegt werde. Das, so Biederbeck, sei ihm nicht bekannt. Das erstaunt die Damen: „Wir haben Ihnen doch sogar Namen genannt.“ Sie ernten keinen Widerspruch.

Die Prognose: Der Kommunalfriedhof wird den Ausschuss weiter beschäftigen – nicht nur wegen des Zukunftskonzepts.

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