Das einstige Wülfrather Naturdenkmal wird nach der Fällung zu Kaminholz verarbeitet. Der Baum war morsch und hatte Pilzbefall.

Umwelt
Balu, Hund von Landwirt Alfred Comberg, steht auf dem Baumstumpf der alten Buche.

Balu, Hund von Landwirt Alfred Comberg, steht auf dem Baumstumpf der alten Buche.

Stefan Fries

Balu, Hund von Landwirt Alfred Comberg, steht auf dem Baumstumpf der alten Buche.

Wülfrath. Da liegt er nun – das Wahrzeichen des Comberger Buschs. Rund 250 Jahre alt war die Buche – und nicht mehr zu retten. In der vergangenen Woche wurde sie gefällt.

Der ganze Baum war nur noch morsch

Wer über den im weichen Waldboden liegenden Stamm schreitet, hat nicht den Eindruck, über einen einst mächtigen Baum zu gehen. Es fühlt sich eher wie ein tiefer Teppichboden an. So morsch war er zuletzt. „Dass er krank war und gefällt werden musste, war ja schon lange klar“, sagt Landwirt Alfred Comberg. Das ganze Ausmaß wurde aber erst jetzt nach der Fällung im Bereich Nord-Erbach deutlich.

Ein markanter Baum, ein bekannter Baum: Mit einer Höhe von 30 Metern war die Buche der wohl größte Baum auf Wülfrather Stadtgebiet. „Und er war ein Naturdenkmal“, merkt Comberg an. Es sei ein Baum gewesen, der außergewöhnlich schön gewachsen gewesen sei, so Comberg. In dem rund zehn Hektar großen Wald, der zu 90 Prozent aus Buchen besteht, fiel er auf. Im vergangenen Sommer waren Experten der Unteren Landschaftsbehörde vor Ort, um den Baum zu begutachten, um die Unterschutzstellung zu erneuern. Doch dazu kam es nicht mehr.

Schon seit rund zwei Jahren, so Alfred Comberg, war zu beobachten, dass die Krone der Buche zuerst kaum noch Blätter, hinterher gar kein Blattwerk mehr vorweisen konnte. Ein klares Signal. „Im unteren Bereich machte er noch einen guten Eindruck“, sagt Comberg, aber der Pilzbefall – da waren sich auch die Fachleute vom Kreis einig – war nicht mehr zu leugnen. Zur Fällung habe es keine Alternative mehr gegeben.

Buche wird zu Kaminholz verarbeitet

„Da geht auch die Verkehrssicherheit vor. Nicht auszudenken, Spaziergänger würden verletzt“, sagt Comberg. Schon mehrere größere Äste seien in den vergangenen Monaten herabgefallen. Nach der Fällung sei klar geworden, wie krank der Baum tatsächlich auch im Inneren gewesen ist – durch den ganzen Stamm.

Ein holzwirtschaftliche Lösung ist daher auch nicht möglich. Die Buche wird zu Kaminholz. Ein Bekannter Combergs hat das notwendige Gerät und wird den Baum zerlegen. Alfred Comberg: „Würde es diese Lösung nicht geben, wäre der Baum einfach liegen geblieben.“

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