Die IHK will sich in diesem Jahr noch stärker für den Einzelhandel engagieren und hat dafür neue Projekte aufgelegt.

Volle Einkaufsstraßen, wie hier in Ratingen, soll es nach dem Willen der IHK in allen Städten des Kreises geben.
Volle Einkaufsstraßen, wie hier in Ratingen, soll es nach dem Willen der IHK in allen Städten des Kreises geben.

Volle Einkaufsstraßen, wie hier in Ratingen, soll es nach dem Willen der IHK in allen Städten des Kreises geben.

Archiv Pierre-Claude Hohn

Volle Einkaufsstraßen, wie hier in Ratingen, soll es nach dem Willen der IHK in allen Städten des Kreises geben.

Kreis Mettmann/Velbert. Den Einzelhandel in den kreisangehörigen Städten will die Industrie- und Handelskammer (IHK) in diesem Jahr noch stärker unterstützen, als sie dies schon in der Vergangenheit getan hat. Dies erklärte gestern der Leiter der IHK-Zweigstelle Velbert, Ulrich Hardt bei der Vorstellung der für dieses Jahr im Kreis Mettmann geplanten Projekte.

Unterstützung im stetig wachsenden Wettbewerb

"Der Wettbewerb ist größer geworden, da wollen wir den Handel und die Städte unterstützen", erklärte Hardt und unterfüttert dies mit bundesweiten Erhebungen: So sei der Umsatz insgesamt in den vergangenen 17 Jahren nicht gestiegen, der Anteil des Einkommens, den die Bürger für den Konsum zur Verfügung haben, von 35 auf 28 Prozent gesunken und die Verkaufsflächen gleichzeitig gewachsen. Die Städte müssten, so betont es auch der IHK-Fachmann für Stadtentwicklung Michael Rüscher, stärker denn je ihre Standortvorteile herausarbeiten und stärken.

Neben den Kunden- und Geschäftsbefragungen, die in diesem Jahr mit Untersuchungen in Wülfrath (im März), in Haan-Gruiten (April/Mai) und in Langenfeld (Herbst) fortgesetzt werden sollen, macht die IHK weitere Angebote: So hat Rüscher Haan und Monheim als ersten Städten im Kreis die Erarbeitung von Standortexposés angeboten - Hochglanzbroschüren, mit für den Handel relevanten Zahlen und Fakten, die zur Anwerbung neuer Geschäfte genutzt werden können. "Bis jetzt habe ich noch keine Reaktionen darauf", muss Rüscher allerdings einräumen.

Fortsetzen will die IHK sowohl ihr Forum für Interessen- und Werbegemeinschaften als auch den Informationsaustausch zu den Wochenmärkten, der seit vier Jahren mit Beschickern und den zuständigen städtischen Ämtern gepflegt wird.

"Der Leidensdruck bei den Vermietern ist offensichtlich noch nicht hoch genug."

Ulrich Hardt, Leiter der IHK-Zweigstelle Velbert, zu Geschäfts-Leerständen in den Innenstädten

Die Tatsache, dass zeitgleich in zahlreichen Städten des Kreises - wie in Monheim, Haan, Mettmann, Hilden, Velbert und Wülfrath - an der Entwicklung neuer Einkaufszentren gearbeitet wird, sieht die IHK positiv. "Konkurrenz belebt nun einmal das Geschäft", sagt Hardt. Er sieht für den Einzelhandel im Kreis Mettmann durchaus Chancen, "wenn man einen guten Branchenmix hinbekommt".

Wirtschaftsforum: Im November soll das 4. IHK-Wirtschaftsforum das Thema "weiche Standortfaktoren im Kreis Mettmann" aufgreifen.

Stadtmarketing: Erfahrungsaustausch im Stadtmarketing engagierter Unternehmen, Interessen- und Werbegemeinschaften

Wochenmärkte: Informationsaustausch mit Beschickern und Städten

Standort- und Verkehrsanalyse: Für die Städte Erkrath und Monheim will die IHK die Standortbedingungen für Unternehmer untersuchen, in Erkrath außerdem auch die Verkehrssituation. Außer in Ratingen (folgt 2011) wurde dann für alle Städte im Kreis eine Standortanalyse erstellt.

Einzelhandelsbefragung: Die Kunden- und Geschäftsbefragungen der IHK für einzelne Stadtteile wird 2010 in Langenfeld, Wülfrath und Haan-Gruiten fortgesetzt.

Generationen-Gerecht: Nach erfolgten Untersuchungen in Langenfeld soll jetzt eine Handlungsanleitung für Unternehmen und Städte erstellt werden, wie sie sich besser auf die wachsende ältere Bevölkerung einstellen können.

Mittelstädteranking: Die IHK will einen landesweiten Vergleich von 139 Mittelstädten und ihren Standortfaktoren erstellen, damit die Städte im Kreis ihre Stärken und Schwächen erkennen und Maßnahmen ergreifen können.

Es seien ja durchaus Investoren vorhanden, die Interesse haben, Objekte wie das Kö-Karree in Mettmann oder die Windhövel-Passage in Haan zu entwickeln. Rüscher vertraut da ganz der Kompetenz dieser Investoren: "Die haben die Situation ganz genau untersucht und wissen, was sie tun."

Und der Leerstand in vielen Innenstädten stehe absolut nicht der Entwicklung neuer attraktiver Flächen für den Einzelhandel entgegen, betont der Stadtentwickler: "Die bestehenden Ladenlokale sind oft zu klein und entsprechen nicht mehr den Grundanforderungen einzelner Branchen."

Auf der anderen Seite seien aber auch deutlich zu hohe Mietforderungen der Immobilien-Eigentümer schuld daran, dass Ladenlokale jahrelang leer stehen, betont Hardt: "Der Leidensdruck bei den Vermietern ist offensichtlich noch nicht hoch genug."

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