DAHW-Ortsgruppe unterstützt den Kampf gegen Lepra.

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Dieses indische Mädchen kann wieder lachen: Weil ihre Lepra behandelt wird, muss sie keine Verstümmelungen fürchten.

Dieses indische Mädchen kann wieder lachen: Weil ihre Lepra behandelt wird, muss sie keine Verstümmelungen fürchten.

privat

Dieses indische Mädchen kann wieder lachen: Weil ihre Lepra behandelt wird, muss sie keine Verstümmelungen fürchten.

Kreis Mettmann. Sie ist eine der ältesten Krankheiten, die die Menschheit plagen. Noch immer, obwohl die Krankheit in den meisten Teilen der Erde als ausgerottet gilt. Für den Arzt Dr. Paul Gerhard Kalthoff  (70) war dies ein unhaltbarer Zustand. Er zog 1972 mit seiner Familie nach Nepal, um die Krankheit dort zu bekämpfen. Und zwar mit Unterstützung aus Haan, genauer gesagt der dortigen Ortsgruppe des Deutschen Aussätzigen-Hilfswerks (DAHW).

Der Grund ist einfach: Roswitha Kalthoff kommt aus Haan. Mit dem Thema Lepra in Berührung gekommen, ist ihr Mann während seines Studiums in Tübingen, wo Ärzte über die Lepra-Hilfe berichteten. "Da habe ich es als bekennender Christ als Auftrag gesehen. Es war eine Berufung." Und so musste er nicht lange überlegen, als ihm angeboten wurde, die Lepra-Station in Pokhara (Nepla) zu übernehmen. Mit seiner Frau und den beiden Kindern blieb er bis 1985.

Dabei ging es nicht nur um die Behandlung mit Antibiotika und die Operation der Verstümmelungen, für die sich Dr. Kalthoff zuvor weitergebildet hatte. Fast genauso wichtig wie die medizinische Versorgung sei die Behandlung der seelischen Wunden und das Aufräumen mit Vorurteilen gewesen.

Denn häufig würden die Kranken aus Unkenntnis des Ansteckungsweges gemieden und isoliert. "Wir sind mit in die Dörfer gegangen und haben den Menschen erklärt, dass sie sich nicht über bloßen Hautkontakt anstecken", berichtet der Arzt.

Im Hinduismus gilt Lepra als Bestrafung für ein früheres Leben

Eines habe immer dabei geholfen, die Stigmatisierung zu überwinden: "Wenn wir den Kranken eine Ziege mitgegeben haben. Denn dadurch konnten sie wieder zur Versorgung der Gemeinschaft beitragen und waren wieder aufgenommen." In Nepal erschwere die Religion das seelische Leiden. "Die Hindus sehen Lepra als Bestrafung für ein früheres Leben an", sagt Kalthoff. Dem habe er versucht, mit christlicher Lehre entgegen zu wirken.

Ohne das Geld der Haaner und anderer Unterstützer wäre die Arbeit sicher nicht so weit gediehen, ist Kalthoff überzeugt. "Phasenweise haben wir bis zu 10.000 Kranke versorgt." Mit dem Geld aus Deutschland konnte die Lepra-Station eine dringend benötigte Wasserleitung legen.

Daher hat die Gruppe auch ihren Namen "Wasser für Pokhara". Mittlerweile wird das Geld für die Ausbildung der Helfer genutzt, denn vom Krankenhaus in Pokhara aus wird die Lepra-Hilfe für den gesamten Westen Nepals koordiniert.

Denn wichtig ist vor allem, dass die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt wird. Dann können auch die oft mit der Krankheit assoziierten Verstümmelungen vermieden werden (siehe Kasten). "Dabei sind nur 50 Euro jährlich pro Person nötig, um die Krankheit zu heilen", sagt Franz Cürten, Vorsitzender der Haaner DAHW-Gruppe.

Er selbst hat sich in der indischen Hauptstadt Mumbai (früher Bombay) von der Wichtigkeit der Lepra-Hilfe überzeugt. "Da ist mir ein Mann strahlend entgegen gekommen und hat immer wieder die Hände hin und herbewegt. Dann erfuhr ich, dass sie vorher gelähmt waren. Erst nach einer Operation konnte der Mann sie wieder bewegen."

Dies sei beeindruckend gewesen und habe ihn darin bestärkt, sich weiter für die Lepra-Hilfe einzusetzen. Sein nächstes Ziel ist Nepal, wo er sich selbst ansehen will, was mit dem Geld aus Haan passiert.

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