Der Politikneuling Peter Beyer (CDU) hat Kerstin Griese (SPD) das Direktmandat abgenommen. Griese hatte den Wahlkreis zuvor zweimal gewonnen.

Für Kerstin Griese (SPD) wurde der Abend zur Zitterpartie.
Für Kerstin Griese (SPD) wurde der Abend zur Zitterpartie.

Für Kerstin Griese (SPD) wurde der Abend zur Zitterpartie.

Für Kerstin Griese (SPD) wurde der Abend zur Zitterpartie.

Ratingen. Kerstin Griese ist aus allen Wolken gefallen. Die SPD-Abgeordnete für den Wahlkreis Mettmann Nord mit den Städten Ratingen, Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath kämpfte mit den Tränen, als sie gegenüber der WZ das Ergebnis ihrer Partei kommentieren sollte.

Die SPD ist schwer geschlagen worden, und Griese (35,5 %) hat ihr Direktmandat nicht verteidigen können. Ein Debakel für die Partei, ein Debakel für die Politikerin. Sie wird dem neuen Bundestag womöglich nicht mehr angehören. "Einen Plan B habe ich nicht", sagte sie am Sonntag.

Und während Kerstin Griese (42) kaum getröstet werden konnte, feierte ihr Kontrahent von der CDU, Peter Beyer (38), ein Freudenfest. Der Anwalt aus Heiligenhaus, der sich in einer Abstimmung gegen den Ratinger CDU-Fraktionschef Ewald Vielhaus die Kandidatur hat erkämpfen müssen, zieht in den Bundestag ein. Darauf hat er gehofft, daran hat er bis zuletzt gezweifelt.

Für Kerstin Griese ist am Sonntag eine Erfolgsgeschichte zu Ende gegangen. Sie hatte das Direktmandat für den Wahlkreis 106 seit 2002 zweimal gewonnen und dabei die Zweitstimmen-Ergebnisse ihrer Partei übertroffen. Im dritten Anlauf nutzte aller Einsatz offenbar nicht. Die niedrige Wahlbeteiligung, heißt es, habe der SPD geschadet. Von den Unentschlossenen hätten viele ihre Stimme der SPD geben wollen.

Diesmal haben Plakate und Podiumsgespräche mit Parteiprominenz Steinmeier, Steinbrück, Zypries und Nahles offenbar weniger verfangen. Dass Griese über die Landesliste in den neuen Bundestag einziehen könnte, war am Sonntag kein Balsam auf die Wunde. Ob ihr das gelingt, stand bei Redaktionsschluss außerdem noch nicht fest.

Der Wahlkampf des zweifachen Familienvaters Beyer (39,8%) ist dagegen erst spät richtig in Gang gekommen. Anfangs habe der Motor ein wenig gestottert, räumte Beyer in einem Gespräch mit der WZ ein. Aber je näher es auf den Wahltermin zuging, desto geschlossener hat die CDU offenbar hinter ihrem Kandidaten gestanden. Dabei kam Beyer vor allem zu Gute, dass mit Ratingen die größte Stadt im Kreis eher bürgerlich geprägt ist.

Verglichen mit dem Duell im Süden des Kreises zwischen Michaela Noll (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) lief der Wettbewerb im Norden insgesamt sehr beschaulich ab. Die Direktkandidaten Mareike Grigo (Grüne), Dirk Wedel (FDP) und Martin Behnke (Die Linke) haben sich dennoch nicht spürbar in Szene setzen können. Für das Direktmandat kamen sie ohnehin nicht in Frage.

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