Abgeordneter: Ende September wurde Peter Beyer im Nordkreis für die CDU in den Bundestag gewählt. Mittlerweile hat er sich in Berlin eingelebt.

Peter Beyer fühlt sich in Berlin sichtlich wohl und ist von den Dimensionen des Regierungsviertels – hier im Paul-Löbe-Haus – auch nach einem Vierteljahr beeindruckt.
Peter Beyer fühlt sich in Berlin sichtlich wohl und ist von den Dimensionen des Regierungsviertels – hier im Paul-Löbe-Haus – auch nach einem Vierteljahr beeindruckt.

Peter Beyer fühlt sich in Berlin sichtlich wohl und ist von den Dimensionen des Regierungsviertels – hier im Paul-Löbe-Haus – auch nach einem Vierteljahr beeindruckt.

Andreas Keil

Peter Beyer fühlt sich in Berlin sichtlich wohl und ist von den Dimensionen des Regierungsviertels – hier im Paul-Löbe-Haus – auch nach einem Vierteljahr beeindruckt.

Berlin. Peter Beyer fühlt sich sichtlich wohl in Berlin. Seit einem guten Vierteljahr ist der 39-jährige gebürtige Ratinger nun als Bundestagsabgeordneter der CDU für den nördlichen Teil des Kreises Mettmann (Ratingen, Heiligenhaus, Velbert, Wülfrath) in der Bundeshauptstadt. Während sich Beyer durch das Labyrinth des Reichstages und seiner Nebengebäude schon recht sicher bewegt, wird in seinem Büro deutlich, dass er immer noch dabei ist, sich einzurichten.

"Ich empfinde das hier als Traumjob und zweifle keine Sekunde daran."

Peter Beyer

Beyer hat bei der Bundestagswahl am 27. September das Direktmandat des Nordkreises gegen die langjährige SPD-Abgeordnete Kerstin Griese gewonnen. Er ist also einer der ganz Neuen in Berlin, im Gegensatz zu der zweiten Abgeordneten aus dem Kreis, Michaela Noll (CDU), für die schon die dritte Legislaturperiode begonnen hat.

Erst seit zwei Wochen hat der neue Abgeordnete sein Büro bezogen

"Seit zwei Wochen sind wir nun endlich in diesen Büroräumen", stellt Beyer tief durchatmend fest. Einige Regale sind noch leer, doch Beyer und seine drei Mitarbeiter bemühen sich erkennbar, eine angenehme Arbeitsumgebung zu schaffen. Durch die großen Glasscheiben des Paul-Löbe-Hauses haben sie einen freien Blick in zahlreiche andere Abgeordnetenbüros.

Doch nicht nur räumlich musste sich der in Heiligenhaus lebende Rechtsanwalt noch eingewöhnen: "Ich kam hier schon in eine andere Welt und stand mit staunenden Augen da. Da waren viele Leute, die ich auch nur aus dem Fernsehen kannte. Aber es gab keine Berührungsängste." Das ist offensichtlich so, denn immerhin schaffte Beyer als parlamentarischer Neuling gleich den Sprung in den auswärtigen Ausschuss, eines der wichtigsten Gremien des Bundestags. So hat er den Schnelldurchgang aus der Lokalpolitik in die internationalen Beziehungen geschafft. "Das ist schon ein Spagat zwischen dem kommunalen Bezug und der Außenpolitik. Aber ich mache ja nicht nur Außenpolitik", betont der Heiligenhauser.

Bei seiner ersten Rede war Beyer klatschnass geschwitzt

Zweimal hat Beyer selbst schon vor dem Bundestag gesprochen, beide Male zum Themenschwerpunkt Balkan. "Beim ersten Mal war ich nach den sechs Minuten Redezeit klatschnass geschwitzt", gibt der Abgeordnete zu. "Ich hatte ja vorher gar keine Ahnung, wie es aus dieser Perspektive aussieht." Sich im Bundestag aktiv einbringen zu können, sieht der Mann aus dem Kreis als "angenehmen Teil meiner Arbeit" an.

Geboren: 1970 in Ratingen, Wohnort: Heiligenhaus

Verheiratet, zwei Kinder (8und 5 Jahre)

Seit 1996 Mitglied der CDU

Seit zehn Jahren als Rechtsanwalt zugelassen, Fachanwalt für Patentrecht, Kanzlei in Ratingen und Mitglied in einer amerikanischen Kanzlei in Köln

In der ersten Legislaturperiode im Bundestag, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, stellvertretendes Mitglied im Rechtsausschuss

Auf  Beyers Schreibtisch steht ein Kalender mit Bildern von Tochter Tabitha (8) und Sohn Gereon (5). "Es war mit auch in den ersten Wochen sehr wichtig, zwischendurch meine Familie hier zu haben", sagt Beyer, der in der Nähe des Reichstages ein 35Quadratmeter großes Appartement von einem Abgeordneten aus Mülheim übernommen hat. Mit Frau und Kindern erlebte er auch die Silvesternacht in Berlin. Doch zumindest sein Sohn ist offensichtlich nur bedingt beeindruckt vom neuen Arbeitsplatz seines Vaters, wie Beyer sagt: "Er war einmal hier, beim zweiten Mal war ihm der St. Martins-Zug wichtiger."

Peter Beyer selbst ist froh, sich für die Bundestagskandidatur entschieden zu haben. "Ich empfinde das hier als Traumjob und zweifel keine Sekunde daran. Ich bin sehr glücklich über diese Lebensentscheidung." Deshalb könnte er sich auch schon vorstellen sich über die Legislaturperiode hinaus in Berlin einzurichten. Doch darüber müssten dann eben wieder die Wähler entscheiden, betont er und fügt direkt hinzu: "Der Wahlkampf ist jetzt aber Gott sei Dank erst einmal vorbei."

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