Gesundheitsförderung: Grundschüler lernen ihren Körper kennen.

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Konzentriert testet Scarlett den Klaro-Atem-Tester.

Konzentriert testet Scarlett den Klaro-Atem-Tester.

Anna Schwartz

Konzentriert testet Scarlett den Klaro-Atem-Tester.

Mettmann. "Wenn wir einatmen geht die Luft zuerst durch die Nase, dann in die Luftröhre und von da dann in die Lunge", erklärt Justin, Schüler in der ersten Klasse an der Schule für Sprachförderung am Peckhaus in Mettmann. Gesundheitspädagogin Kerstin Wolf-Schmitz bestärkt ihn: "Sehr gut, Justin. Und wohin geht die Luft in unserem Körper dann?" "In die Bronchien", ertönt es aus den Reihen der anderen Schüler.

Danach macht die ganze Klasse gemeinsam Atemübungen. Die Kinder bekommen dazu einen Klaro-Atemtrainer, mit dem sie versuchen einen kleinen Styropor-Ball mithilfe ihres Atems zu balancieren.

Kurz darauf schweben 15 Bälle im Klassenzimmer, stets überwacht von konzentrierten Kinderaugen. So kann eine Schulstunde des Projekts "Klasse 2000" aussehen, das im Rahmen des Sachunterrichts bundesweit an vielen Grundschulen stattfindet.

"Es geht darum, dass die Kinder ein positives Gefühl für ihren Körper entwickeln. Deshalb ist es wichtig, dass wir sie so früh wie möglich aufklären, was gut für sie ist und was nicht. Wenn sie das wissen, greifen sie viel seltener zu schädlichen Substanzen wie Nikotin, Alkohol und anderen Drogen", sagt Kerstin Wolf-Schmitz.

Die Schüler würden am liebsten noch tiefer in die Materie eintauchen

Dreimal im Jahr besucht sie die Grundschule am Peckhaus und macht mit den einzelnen Klassen sogenannte "Highlight-Stunden", in denen sie die Kinder in ein neues Thema einführt.

Heute ist es die Atmung und manche Kinder sind so begeistert, dass sie am liebsten schon tiefer in die Materie gehen würden. "Ich weiß, dass die Luft auch gut für unser Blut ist", ruft eine Schülerin engagiert. Das Kreislaufsystem kommt allerdings erst im nächsten Schuljahr dran.

Zu Beginn des Schuljahres erhält jedes Kind eine Figur, die es selber mitgestalten kann. Die Eltern können den Kindern dabei helfen, indem sie sie Daheim beim Basteln unterstützen. "So binden wir auch die Eltern in das Projekt mit ein", erklärt Wolf-Schmitz. "Es ist wichtig, dass wir verzahnt arbeiten, damit ein Thema wie Gesundheitsförderung auch zuhause behandelt wird", sagt sie.

Die Pädagogen, die an der Initiative mitarbeiten, haben einen identischen Unterrichtsplan, der genau abgearbeitet wird. Das Projekt begleitet die Schüler von der ersten bis zur vierten Klasse. Anfangs werden Körperbau- und funktionen erklärt, später werden auch soziale Kompetenzen gestärkt. "Wir gehen mit den Kindern zum Beispiel in die Turnhalle, treiben Sport und zeigen dabei, wie wichtig es ist, dass man sich untereinander verständigt und Rücksicht aufeinander nimmt", erklärt Kerstin Wolf-Schmitz.

Schulleiterin Heidi Kittner-Uhl freut sich darüber, dass ihre Schule an dem Projekt teilnehmen kann. "Das Konzept ist sehr gut ausgearbeitet, die Kinder haben viel Spaß an den Stunden zur Gesundheitsförderung und die Resonanz der Eltern ist ausgesprochen positiv."

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