Die Unfallzahlen 2012 gehören zu den niedrigsten der vergangenen zehn Jahre.

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2078 Kilometer lang sind die Straßen im Kreis Mettmann, wenn man ihre Länge addiert. Im vergangenen Jahr kam es auf ihnen zu insgesamt 12 532 Unfällen. Meist gingen sie glimpflicher aus als der auf dem Foto. Archiv

2078 Kilometer lang sind die Straßen im Kreis Mettmann, wenn man ihre Länge addiert. Im vergangenen Jahr kam es auf ihnen zu insgesamt 12 532 Unfällen. Meist gingen sie glimpflicher aus als der auf dem Foto. Archiv

Feuerwehr Ratingen

2078 Kilometer lang sind die Straßen im Kreis Mettmann, wenn man ihre Länge addiert. Im vergangenen Jahr kam es auf ihnen zu insgesamt 12 532 Unfällen. Meist gingen sie glimpflicher aus als der auf dem Foto. Archiv

Kreis Mettmann. Die Straßen im Kreis Mettmann sind relativ sicher. Das ist die Kernbotschaft des Jahresberichts 2012 zur Verkehrsunfallentwicklung. 12 532 Unfälle haben sich im vergangenen Jahr ereignet. „Das ist einer der niedrigsten Werte der vergangenen zehn Jahre“, sagte Landrat Thomas Hendele gestern bei der Vorstellung des Berichts. Im Vergleich zu 2011 bedeutet diese Zahl einen Rückgang um 3,2 Prozent.

Um das Sicherheitsniveau eines Bezirks vergleichen zu können, werden sogenannte Unfallhäufigkeitszahlen (UHZ) ermittelt – die Zahl der Unfälle pro 100 000 Einwohner. Im Kreis Mettmann liegt diese bei 2543. Im Vergleich zum Land belegt der Kreis damit eine Spitzenposition und liegt 21,3 Prozent unter dem Landesdurchschnitt.

Vier Menschen starben 2012 auf den Straßen

Dennoch, sagte der Landrat, sei noch Potenzial da, die Situation weiter zu verbessern. Denn vier Menschen starben im vergangenen Jahr auf den Straßen im Kreisgebiet. Im Jahr zuvor waren es neun. „Wir möchten, dass dort am Ende dieses Jahres eine Null steht“, sagte Hendele. In der Neujahrsnacht wurde ein 44-jähriger Fußgänger auf der Elberfelder Straße in Hilden überrollt. Im Februar übersah ein Autofahrer einen Motorrollerfahrer auf der Richrather Straße ebenfalls in Hilden. Der 47-Jährige überlebte den Zusammenstoß nicht. In Monheim wurde ein 85 Jahre alter Mann im Mai auf der Bleerstraße von einem Autofahrer übersehen. Er starb zwei Tage nach dem Unfall. Im Oktober zog sich eine 73-jährige Radlerin tödliche Kopfverletzungen zu, als sie auf dem Panoramaradweg stürzte.

Bezogen auf die einzelnen Kommunen im Kreis ist die Wahrscheinlichkeit, in Langenfeld und Hilden in einen Unfall verwickelt zu werden, am höchsten. „Das liegt auch am insgesamt hohen Verkehrsaufkommen im Südkreis“, erläuterte Thomas Decken, Leiter der Direktion Verkehr. Zudem erhöhe sich das Unfallrisiko in „Fahrradstädten“, wie er sie nennt. Das sind neben Hilden und Langenfeld auch Ratingen, Velbert und Monheim.

Um die Sicherheit von Fahrradfahrern sowie Fußgängern zu verbessern, wurde 2012 das Projekt „Korrekt“ eingeführt. „Die Unfälle, an denen diese beiden Gruppen beteiligt sind, haben zugenommen. Da reicht ein Blitzmarathon auf den Straßen natürlich nicht aus“, sagte Decken. In den Aktionskommunen, in denen Infostände aufgebaut und verstärkt Kontrollen durchgeführt wurden, seien die Unfälle danach um 13 Prozent zurückgegangen.

Durch Analyse von Mikrospuren will die Polizei Unfallflüchtige überführen

Verkehrsunfälle mit Personenschaden gingen um 5,5 Prozent auf 1293 zurück. Die meisten Opfer (1304) wurden leicht verletzt – ein Rückgang von 1,6 Prozent im Vergleich zu 2011. 266 Menschen wurden schwer verletzt (Rückgang um 21,1 Prozent), wenn es gekracht hat. Vier Personen starben. Die Verunglücktenhäufigkeitszahl liegt im Kreis Mettmann bei 318. Dieser Wert liegt 24,5 Prozent unter dem Landesschnitt.

„Drogen sind der neue Alkohol“, sagte Thomas Decken, Leiter der Direktion Verkehr. „Egal zu welcher Zeit und an welchem Wochentag kontrolliert wird: Man erwischt immer jemanden.“ Die Konsumenten stammten aus allen Gesellschaftsschichten. Im vergangenen Jahr wurden 185 Fahrer registriert, die unter Drogen- oder Alkoholeinfluss standen, als sie in einen Unfall verwickelt wurden. Dennoch ging die Zahl der Schadensfälle in diesem Bereich insgesamt um 15,9 Prozent zurück.

 

Auch wenn die Zahl der Unfallfluchten (2850) um 7,7 Prozent zurückgegangen ist: Decken reicht das nicht. „Die Aufklärungsquote ist nicht zufriedenstellend“, sagte er. Nur knapp die Hälfte (1298) der gemeldeten Fälle konnte aufgeklärt werden.

Mit Hilfe einer Investition soll diese Quote nun verbessert werden. „Wir haben eine Technik angeschafft, die auch Mikrospuren sichern kann“, sagte Thomas Decken.

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