Ab Sonntag gibt es in Düsseldorf und Wuppertal Umweltzonen. Die motorisierten Berufspendler müssen sich darauf einstellen.

Kreis Mettmann. Rein ins Auto und hin zum Arbeitsplatz oder etwa ab ins Einkaufsvergnügen - ab dem kommenden Sonntag dürfte das für Autofahrer aus dem Kreis Mettmann bedeuten, erst einmal einen Blick auf die eigene Windschutzscheibe zu werfen.

Denn die Schilderbauer in Düsseldorf und Wuppertal haben bereits ganze Arbeit geleistet, damit ab Sonntag nur noch Fahrzeuge mit grüner, gelber oder roter Umweltplakette freie Fahrt in großen Teilen der beiden Stadtgebiete haben.

Entsprechend groß ist der Ansturm auf die Feinstaub-Plaketten. "Die Nachfrage ist seit zehn Tagen wieder angestiegen", sagt Alfons Kunz, Obermeister der Kfz-Innung im Kreis Mettmann, die die Plaketten für ihre Mitgliedsfirmen zentral bestellt.

Ohne Plakette droht 40 Euro Bußgeld

Gleich, ob der Wagen aufgrund seiner Schadstoffklasse die rote, gelbe oder grüne Plakette erhält - wer ohne Plakette beziehungsweise Ausnahmegenehmigung in die beschilderte Umweltzone einfährt, dem droht zukünftig ein Bußgeld in Höhe von 40 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Für viele Autofahrer wird die Plakette also ein Muss. Aus dem Kreis Mettmann pendeln täglich 39000 Berufstätige sowohl mit dem Auto als auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Düsseldorf. Schüler und Kunden nicht mitgezählt.

Die farbigen Plaketten in rot, gelb, grün, werden gemäß der Kennzeichnungsverordnung Kfz einer bestimmten Schadstoffklassen zugeordnet. Die aufgedruckte Nummer weist die jeweilige Schadstoffklasse 2, 3 oder 4 des Fahrzeugs aus.

Fahrzeuge, die einen besonders hohen Schadstoffausstoß haben, werden der Schadstoffklasse 1 zugeteilt und erhalten keine Plakette. Mit diesen Fahrzeugen, zu den beispielweise mit Diesel betriebene Fahrzeuge Euro I und Benziner ohne oder ohne geregelten Katalysator fallen, dürfen die Umweltzonen nur noch unter bestimmten Voraussetzungen und nur befristet, befahren.

Sollten die geforderten Schadstoffgrenzwerte trotz der Verkehrsbeschränkungen in den Umweltzonen weiter überschritten werden, ist ab 2010 mit einem Fahrverbot auch für die Fahrzeuggruppe der Schadstoffklasse 2, rote Plakette, zu rechnen.

Die Umweltzone wird von folgenden Straßen umschlossen: Völklinger Straße - Südring - Auf’m Hennekamp - Kruppstraße - Werdener- - Kettwiger- - Dorotheen- - Lindemann- - Brehm- - Grashof- - Heinrich-Erhardt- - Johannstraße - Kennedydamm - Homberger Straße - Cecilienallee - Josef Beuys-Ufer und Rheinufertunnel. Die Straßen bilden die Grenze und sind nicht Teil der Zone.

Wuppertal Umweltzone 1 mit Teilen von Elberfeld-West, Uellendahl/Katernberg, Elberfeld, Barmen, Oberbarmen, Heckinghausen und Langerfeld. Zone 2 erstreckt sich auf Teile von Vohwinkel.

Nach Wuppertal sind es auch über 6600 Berufstätige. "Es kommen durchaus nicht nur Autofahrer, die ihren Wagen beruflich nutzen", so Kunz, der festgestellt hat, dass das Thema Nachrüsten mit Dieselpartikelfiltern stagniert. Auch die Hersteller von Katalysatoren würden sich zurückhalten.

Das Straßenverkehrsamt des Kreises Mettmann hat immerhin schon 42500 Plaketten ausgegeben. Als besondere Serviceleistung wird auch die Online-Bestellung für auswärtige Fahrzeuge mit einem anderen als dem ME-Kennzeichen angeboten. Zum Preis von 5,55 Euro liegt die Umweltplakette samt Rechnung wenige Tage nach der Bestellung im Briefkasten.

Düsseldorfs Verkehrsdezernent Werner Leonhardt kündigt an, dass das Ordnungsamt in den ersten sechs Wochen nach Einrichtung der Umweltzone bei der Überwachung ein Auge zudrücken wird. Zunächst werden an Wagen ohne Plakette oder Ausnahmegenehmigung nur Hinweiskarten angebracht. Darauf finden sich auch Informationen, wie man Plaketten oder Ausnahmeregelungen erhält.

Bis Ende 2010 haben Wagen, die über einen Parkausweis für Handwerks- und Gewerbebetriebe verfügen, freie Fahrt.

Übrigens: Wird jemand mit einer gefälschten Plakette erwischt, hat er Urkundenfälschung begangen. Wer unberechtigt sein Kennzeichen einträgt, begeht eine Straftat. Dann drohen Geldstrafen und Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren.

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