Nach der Schließung hat das Tierheim Velbert seinen Betrieb wieder aufgenommen – und gibt Tipps zum Fest.

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Pflichtstation: Hatalie Kanonenberg füttert eine Katze in der Quarantäneabteilung, die alle Neuankömmlinge durchlaufen.

Pflichtstation: Hatalie Kanonenberg füttert eine Katze in der Quarantäneabteilung, die alle Neuankömmlinge durchlaufen.

Krankenstation: Heike Schuhmacher mit einem Schäferhund, der im neu eingerichteten Raum im Tierheim Velbert untersucht wird.

Fries, Stefan (fr), Bild 1 von 2

Pflichtstation: Hatalie Kanonenberg füttert eine Katze in der Quarantäneabteilung, die alle Neuankömmlinge durchlaufen.

Kreis Mettmann. Ein Hundewelpe mit einer dicken, roten Schleife um den Hals tapst unterm Weihnachtsbaum herum – eine niedliche Vorstellung. Besonders Kindern geht bei so einem Bild das Herz auf.

Aber Tierschützer schlagen Alarm, wenn sie an solche Szenen bei der Bescherung nur denken. „Tiere sind einfach keine Sachen und damit auch keine Geschenke“, sagt Dagmar Binder, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Velbert-Heiligenhaus, der Träger des Tierheims in Velbert-Mitte ist.

Aus dem süßen Welpen wird ein erwachsenes Tier

In der Regel komme es kurz nach Weihnachten eher selten dazu, dass Tiere direkt abgegeben werden. „Meistens werden sie zum Fest als Babytiere verschenkt. Da sind sie noch süß und niedlich“, sagt sie und fügt hinzu: „Aber ein halbes Jahr später kommen dann manche zu uns und wollen das Tier, das es als Geschenk gab, abgeben.

Dann ist der Hund auf einmal zu schwierig geworden, mit der Erziehung hat es nicht funktioniert oder der Halter hat gemerkt, dass ein Tier doch sehr zeitaufwendig ist.“

Da Binder und ihre Kollegen vom Tierheim grundsätzlich nichts davon halten, Tiere zu verschenken, vermitteln sie auch gerade zu Weihnachten keine Hunden und Katzen, „wenn Besucher ins Tierheim kommen und zum Fest ein Tier verschenken wollen.“ Und das, obwohl der Tierschutzverein Velbert-Heiligenhaus derzeit dringend Hunde vermitteln möchte.

Hundezwinger werden saniert

Wer sich ein Tier anschaffen will, sollte folgende Fragen klären: Ist die Tierart bei allen Familienmitgliedern erwünscht? Gibt es in der Familie allergische Reaktionen auf Tierhaare oder Heu? Ist das Kind alt genug, um mit der Pflege des Tieres nicht überfordert zu sein? Was geschieht mit dem Tier in der Urlaubszeit?

Ein Tierhalter sollte sich im Klaren darüber sein, wie alt das Tier werden kann. Kaninchen können bis zu zehn, Hunde und Katzen bis zu 20, Graupapageien bis zu 70, Schildkröten bis zu 120 Jahre alt werden.

Damit das neue Familienmitglied „Haustier“ nicht kurz nach Weihnachten wieder abgegeben wird, empfiehlt das Veterinäramt, zu Weihnachten ein Buch über die entsprechende Tierart, gegebenenfalls mit einem Gutschein für einen Besuch im Tierheim, Zoofachhandel oder Züchter auf den Gabentisch zu legen.

Denn die Zwingeranlagen werden zurzeit saniert. „Und wir sind froh, wenn die Hunde einen neuen Besitzer fänden, damit sie den Stress des Umbaus nicht mitmachen müssen“, sagt Binder. Die Katzenisolationsstation, die Katzenstation, in der zurzeit 20 Tiere untergebracht sind, sowie der tiermedizinische Raum wurden bereits mit ehrenamtlicher Hilfe umgebaut.

Nötig sind die Maßnahmen im Tierheim Velbert deshalb, weil Anfang des Jahres das Kreisveterinäramt die Reißleine gezogen und das Tierheim dichtgemacht hatte. Eine Überprüfung ergab damals, dass es erhebliche bauliche und hygienische Mängel gab.

Seitdem hat sich nicht nur bautechnisch einiges getan, auch der komplette alte Vorstand wurde abgewählt, ein neuer installiert. Die Vermittlung und Aufnahme von Katzen läuft wieder. Hunde dürfen auch wieder vermittelt werden. Aufgenommen werden sie aber aufgrund der bevorstehenden Sanierungsmaßnahmen zurzeit nicht.

Anfang Januar will der Tierschutzverein mit dem Umbau der Hundezwinger anfangen. „Dafür brauchen wir 25 000 Euro“, sagt die Vorsitzende Claudia Michel. Sind die Sanierungsmaßnahmen voraussichtlich im Frühling abgeschlossen, können 14 Hunde im Tierheim leben.

Auch im Hildener Tierheim, das aktuell 21 Hunde, 50 Katzen und 40 Kleintiere hält, macht der Leiter der Einrichtung, Thomas Mielke, nach Weihnachten immer wieder die Erfahrung, dass Leute zu ihm kommen und Tiere, die verschenkt wurden, abgeben wollen. „Meistens sind es aber Kleintiere. Hunde und Katzen landen seltener direkt nach dem Fest bei uns. Aber auch das kommt hin und wieder vor.“

Neuankömmlinge sind fest eingeplant

Er rechnet damit, dass nach den Feiertagen rund zehn Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster oder Vögel bei ihm landen werden. „Wir nehmen die Tiere auch auf. Wenn wir allerdings merken, dass ein Halter nur mit bestimmten Fragen zur Haltung überfordert ist, dann versuchen wir, ihm Informationen zu dem Tier zu geben. Manchmal wollen es die Leute dann doch behalten.“

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