Autofahrer ärgern sich angesichts der hohen Spritpreise. Der Markt reagiert mit neuen Treibstoffen und Fahrzeug-Modellen.

Wirtschaft
Die steigenden Spritpreise bewegen derzeit die Gemüter der Autofahrer. Manche von ihnen sind auf der Suche nach Möglichkeiten, um die Kosten fürs Autofahren zu senken.

Die steigenden Spritpreise bewegen derzeit die Gemüter der Autofahrer. Manche von ihnen sind auf der Suche nach Möglichkeiten, um die Kosten fürs Autofahren zu senken.

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Die steigenden Spritpreise bewegen derzeit die Gemüter der Autofahrer. Manche von ihnen sind auf der Suche nach Möglichkeiten, um die Kosten fürs Autofahren zu senken.

Kreis Mettmann. Er bekommt den Ärger seiner Kunden jeden Tag zu spüren. Bernd Chichonzyk, Betreiber der Classic Tankstelle in Ratingen, kann das Nörgeln über gestiegene Spritpreise nicht mehr hören. „Ich weiß, dass die derzeitigen Preise nicht schön sind für die Autofahrer. Aber ich mache die nicht. Nach Wochen, in denen jetzt darüber gemeckert wird, schalte ich mittlerweile auf Durchzug“, sagt er.

Erdgas und Autogas sind die günstigen Alternativen zum Sprit

Der Liter Super kostet bei ihm derzeit 1,68 Euro, Diesel 1,49. „Das ist immerhin unter der 1,70 Euro-Grenze. Aber natürlich immer noch sehr hoch“, sagt der Tankstellen-Chef, der aber auch günstigere Treibstoff-Varianten parat hält, zum Beispiel Autogas und Erdgas. Beides ist erheblich günstiger als der normale Sprit. Pro Liter Autogas muss ein Kunde von Citytank 79 Cent zahlen, Erdgas kostet 93 Cent pro Kilogramm. An anderen Tankstellen können die Preis ein paar Cent teurer sein.

Bernd Maier, Autofahrer aus Ratingen, kann sich durchaus vorstellen, einen Wagen mit Autogasantrieb zu fahren. „Bei den Spritpreise überlege ich schon, was es für Alternativen gibt“, sagt er. In vier Jahren will der Ratinger sich ein neues Auto kaufen. „Vielleicht ist es dann ein Gas-Auto, wenn das mit den Spritpreisen so weitergeht.“ Wie sehr Autofahren derzeit ins Geld geht, merkt auch Heiko Beneke aus Wülfrath. „Da macht man die Faust in der Tasche“, kommentiert er die Preisentwicklung an den Tanksäulen. Er muss täglich 120 Kilometer fahren. Sein Arbeitsplatz ist im Kölner Norden. Seine Ehefrau arbeitet in Solingen – weitere 60 bis 70 Kilometer. Für rund 1600 Euro im Jahr, so Beneke, tanke allein er. „Das ist in den vergangenen ein, zwei Jahren um eine Drittel gestiegen.“ Dabei fahren er und seine Frau „absolut spritsparend. Die Reifen sind stärker aufgepumpt, das Fahrzeug möglichst gering beladen und wir sind beim Fahren immer vorausschauend“.

Eine Alternative zum Pendeln sieht er nicht. „Wir leben in Wülfrath, haben dort unseren Freundeskreis und unser Eigentum.“ Er habe die Parteien angeschrieben, die Chancen haben, im Mai in den Landtag einzuziehen, und nach deren Position in Sachen „teurer Sprit“ gefragt. Bisher hätten nur die Grünen und die Linken geantwortet. Beneke: „Mal sehen, was noch kommt. Ich erwarte nicht viel.“

Autohaus setzt auf Hybridfahrzeuge mit Elektroantrieb

In den Autohäusern im Kreis Mettmann bemerken die Verkäufer, dass Kunden verstärkt nach Autos mit alternativen Antriebsarten nachfragen. „Immer mehr Kunden interessieren sich für unsere Hybridmodelle“, sagt Dirk Vos, Geschäftsführer der Autohaus Lackmann GmbH mit Filialen in Velbert, Mettmann und Haan. Die Fahrzeuge fahren sowohl mit Sprit, sind aber auch in der lage auf Elektroantrieb umzuschalten, wenn dies gewünscht ist. „Und der Vorteil ist: Solche Wagen müssen nicht an der Steckdose aufgeladen werden, sondern laden sich beim Fahren selbst auf. Und in der Kleinwagenreihe sind die Modelle nicht teurer als ein Dieselfahrzeug. Der Preis liegt bei zirka 15 000 Euro.“

Wer in seinen Wagen einen Autogasantrieb einbauen lassen will, muss zwischen 2900 und 3200 Euro bezahlen.

Einige Stadtwerke wie die in Ratingen und Erkrath bieten Erdgas an eigenen Tankstellen an und fördern Erdgasautos.
 

Von einem „regelrechten Run auf die Hybridwagen“ möchte er aber nicht sprechen. Auch wenn es Alternativen zum Sprit gibt, auf Autogas steigen die wenigsten um – trotz der Preise. „Wir können nicht feststellen, dass wir mehr Wagen umrüsten“, sagt Friedhelm Bühne, Werkstattleiter des Autohauses Schnitzler in Hilden. Grundsätzlich müsse sich das auch jeder überlegen, ob sich das für ihn rechnet. „Denn die Umrüstung ist schon eine Investition.“

www.bmu.de

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