Unterwasserrugby ist keine Sportart für Zartbesaitete. Besonders wichtig für die Aktiven sind Kondition und Kraft.

Die Metallkörbe, in die der Ball abgelegt werden muss, entsprechen den Maßen von Basketballkörben. Archiv
Die Metallkörbe, in die der Ball abgelegt werden muss, entsprechen den Maßen von Basketballkörben. Archiv

Die Metallkörbe, in die der Ball abgelegt werden muss, entsprechen den Maßen von Basketballkörben. Archiv

Das Geschehen beim Unterwasserrugby spielt sich normalerweise eher selten über der Oberfläche ab.

Red, Bild 1 von 2

Die Metallkörbe, in die der Ball abgelegt werden muss, entsprechen den Maßen von Basketballkörben. Archiv

Langenfeld. Ein Sport, bei dem man die Luft anhalten muss? Ja, den gibt’s. Beim Unterwasserrugby müssen die Spieler im wahrsten Sinne des Wortes einen langen Atem haben. „Länger als 30 Sekunden bei vollem körperlichen Einsatz hält das kaum jemand aus“, sagt Markus Heckrath, seit dreieinhalb Jahren Trainer der Unterwasserrugby-Abteilung des Schwimmvereins Langenfeld ist. Dreimal pro Woche trainiert er mit 14 Leuten zwischen 17 und 56 Jahren, darunter fünf Mädels, im Langenfelder Hallenbad.

„Mich reizt an dem Sport vor allem, dass man sich dreidimensional bewegen, von oben, unten und von der Seite angreifen kann.“

Markus Heckrath, Europa- und Vize-Weltmeister

Was ihn daran reizt, unter Wasser mit einem vier Kilo schweren Ball zu hantieren, ist schnell gesagt: „Vor allem, dass man sich dreidimensional bewegen, von oben, unten und von der Seite angreifen kann“, sagt der Europa- und Vize-Weltmeister der Ersten Bundesliga-West. „Ich habe immer schon gerne Wasser als Umgebung gehabt. Und das Spiel unter Wasser ist einfach einzigartig“, sagt Heckrath.

Trotzdem: Das Spiel ist anstrengend und ziemlich gewöhnungsbedürftig. „Anfänger sind immer etwas hektisch und tauchen schnell wieder auf. Aber das gibt sich mit der Übung. Und dann kommt Ruhe ins Spiel“, sagt der Experte. Es geht darum, in zweimal 15 Minuten den mit Salzwasser gefüllten Ball möglichst oft in den gegnerischen Korb auf dem Beckenboden in 3,5 bis 5 Meter Tiefe zu versenken. Wenn sechs Leute der Langenfelder Mannschaft spielen, sitzt die gleiche Anzahl noch mal auf der Reservebank. Ausgewechselt werden darf beliebig oft. Das geschieht fliegend: auftauchen, winken, raushieven, während der nächste sich ins Wasser und auf die begehrte Trophäe stürzt.

Angegriffen werden darf nur der Spieler mit dem Ball, der sich auch seinerseits den Weg zum gegnerischen Korb durch Rempeln freimachen darf. Schlagen und Treten, Beißen und Kratzen sind nicht erlaubt, das Festhalten an Bauch, Beinen und Armen schon. Da ist die Tauchkappe mit dem Ohrenschutz nicht nur dazu da, unter Wasser an ihrer Farbe den Gegner auszumachen, sondern sie dient auch als Ohrenschutz bei den sportlichen Handgreiflichkeiten.

„Das Spiel unter Wasser ist einfach einzigartig.“

Markus Heckrath

Diese werden übrigens streng kontrolliert von drei Schiedsrichtern: Zweien unter Wasser mit Pressluft-Atemgerät, die immer mitschwimmen und das Gerangel beobachten, und einem der das Geschehen vom Beckenrand aus verfolgt. Damit die Unterwasserspieler seine Einwände auch mitkriegen, gibt es Autohupen, die mit ihrem schrillen Signal die untergetauchten Sportler aufmerksam machen. Nicht erlaubt ist es beispielsweise, den Ball aus dem Wasser zu heben oder sich am Korb festzuhalten. Kommt es durch regelwidriges Verhalten zu einem Strafwurf, ähnlich dem Elfmeter beim Fußball, darf ein Angreifer 45 Sekunden lang versuchen, gegen den Torwart des gegnerischen Teams einen Korb zu werfen. So lange muss der Torwart am Boden liegen und das Tor bewachen, ohne aufzutauchen. „Und das kann für ihn verdammt lang sein“, sagt Heckrath. Geahndet wird Fehlverhalten außerdem mit „Beckenverweisen“ – Verwarnungen und Zeitstrafen. Die dauern dann maximal zwei Minuten, in denen die Restmannschaft sich dezimiert in den Fluten beweisen muss.

Stolz ist der Trainer, dass sich seine Leute binnen drei Jahren in die oberste von drei Ligen vorgekämpft haben. Neben Heckrath selbst sind Sally Bennek, Monika Rost und Mario Strothotte Aushängeschilder der SVL-Unterwasserrugby-Abteilung. Alle vier gehören aktuell zur deutschen U 21-, Damen- oder Herren-Nationalmannschaft.

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