Der Verein darf mit Mitteln des DOSB eine Stelle besetzen und sucht derzeit Kandidaten.

Der Verein darf mit Mitteln des DOSB eine Stelle besetzen und sucht derzeit Kandidaten.
Behinderte und Nicht-Behinderte sollen künftig nicht nur beim Spielfest des TV Ratingen miteinander Sport treiben. Archiv

Behinderte und Nicht-Behinderte sollen künftig nicht nur beim Spielfest des TV Ratingen miteinander Sport treiben. Archiv

Janning

Behinderte und Nicht-Behinderte sollen künftig nicht nur beim Spielfest des TV Ratingen miteinander Sport treiben. Archiv

Ratingen. „Inklusion ist eine große gesellschaftliche Herausforderung. Wir wollen mit unserer Initiative einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Inklusion in vielen Bereichen des täglichen Lebens als Selbstverständlichkeit anzuerkennen“, sagt Marion Weißhoff-Günther. Groß ist die Freude bei der Vorstandsvorsitzenden des TV Ratingen, dass der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ihren Verein nun als Projektpartner aussuchte. Damit verbunden ist, dass der TVR einen Sport-Inklusionsmanager einstellen kann, der zwei Jahre lang vom DOSB finanziert wird. Gefördert wird die Stelle vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).

Der TV Ratingen hatte sich beim DOSB beworben, der bundesweit zehn Stellen in Sportverbänden und Sportvereinen schaffen möchte. „Das ist eine tolle Ehre für uns. Wir sind sehr stolz, dass wir als Projektpartner ausgewählt wurden und eine von lediglich zehn Stellen nun beim TVR entsteht“, sagt Marion Weißhoff-Günther. Acht Verbände und lediglich zwei Vereine wählte der DOSB aus.

Marion Weißhoff-Günther ist das Projekt zur nachhaltigen Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit schwerer Behinderung ein großes Anliegen. „Bei uns im Verein treiben Behinderte Sport. Bislang gibt es aber niemanden bei uns, der sich Gedanken um sie macht“, sagt die Vorsitzende. „Dabei ist das in einem modernen Großverein, wie wir mit unseren 6300 Mitgliedern einer sein möchten, so wichtig.“

Weißhoff-Günther möchte die Sportmöglichkeiten so erweitern, dass Behinderte im Verein uneingeschränkt mitmachen können. Mitmachen heiße dabei nicht, nur geduldet zu werden. Die behinderten Menschen sollen wie selbstverständlich wirkliche Wahlmöglichkeiten haben und auch an den Kommunikationszugängen und der Organisation ihrer Sportaktivitäten beteiligt werden.

„Bei uns im Verein treiben Behinderte Sport. Bislang gibt es aber niemanden bei uns, der sich Gedanken um sie macht.“

Marion Weißhoff-Günther, Vorsitzende des TV Ratingen

Nun haben die Ratinger eine 30-Stunden-Stelle ausgeschrieben. Sie suchen für das kommende Jahr einen Sport-Inklusionsmanager, der im Verein zum Thema eine neue Angebotsstruktur plant, entwickelt und aufbaut, der Inklusion als Querschnittsaufgabe umsetzt und organisiert und der als Schnittstelle der bereits existierenden Projekte und Programme arbeitet. „Er soll uns helfen, unsere Barrieren im Kopf zu beseitigen“, so die Vorsitzende.

Das ist eine interessante Stelle, schließlich bietet der Verein ihm auch je nach Neigung und Qualifikation auch eine Fortbildung zum Übungsleiter. Kein Wunder also, dass der TVR sehr viele Bewerbungen bekommen hat. Da die Stelle durch das BMAS aus den Mitteln der Ausgleichsabgabe gefördert wird, richtet sich die Ausschreibung besonders an Bewerber mit einer Schwerbehinderung. „Die meisten Bewerbungen kamen leider von Nicht-Behinderten“, sagt Marion Weißhoff-Günther. „Wir würden aber gerne einen Behinderten einstellen, denn wir haben festgestellt, dass es nur wenige behinderte Funktionäre gibt. Das ist unser zweites großes Thema.“

Einen Wunschkandidaten haben die Ratinger aber bereits ausgemacht – einen behinderten Leistungsschwimmer, der im Sommer bei den Paralympics in Rio startete. „Er wäre ein Aushängeschild für unseren Verein, weil er sehr authentisch ist.“

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