Der Monheimer Boxer Ercan Tuncel arbeitet weiter an seiner Karriere und schiebt sich in der deutschen Rangliste auf den 18. Platz vor.

Der Monheimer Boxer Ercan Tuncel arbeitet weiter an seiner Karriere und schiebt sich in der deutschen Rangliste auf den 18. Platz vor.
Treffer: Ercan Tuncel setzte sich im Duell mit dem Bosnier Sinisa Gambelic im Schnellverfahren durch.

Treffer: Ercan Tuncel setzte sich im Duell mit dem Bosnier Sinisa Gambelic im Schnellverfahren durch.

Andreas Bornewasser

Treffer: Ercan Tuncel setzte sich im Duell mit dem Bosnier Sinisa Gambelic im Schnellverfahren durch.

Monheim. Er ist willensstark, und er will seine Ziele stets so schnell wie möglich erreichen. Der aufstrebende Profi-Boxer Ercan Tuncel arbeitet zurzeit mit viel Leidenschaft daran, im Mittelgewicht (Klasse bis 72,6 Kilogramm) eine echte Größe zu werden. Jetzt gelang dem 25 Jahre alten Monheimer der vorläufige Karriere-Höhepunkt, denn er setzte sich im Kampf gegen den bereits sehr erfolgreichen Bosnier Sinisa Gambelic bereits nach wenigen Sekunden durch. Ein sehr präziser Schlag von Tuncel traf das Kinn von Gambelic, der daraufhin zusammensackte. Und der Ringrichter beendete das Duell prompt.

Trainer Fazli Vural war stolz auf seinen Schützling: „Vor dem Kampf habe ich mir zwei, drei Videos von Gambelic angeschaut und ihn analysiert. Er ist ein muskulöser Polizist, der zu den besten Boxern seiner Heimat gehört. Trotzdem konnte ich Ercan auf die Schwächen des Gegners einstellen. Er musste rechte Kreuzschläge bringen und dabei blitzschnell sein. Ercan ist ein richtig guter Boxer und er hat die Vorgaben toll umgesetzt.“ Obwohl Tuncel parallel noch Volkwirtschaftslehre an der Uni Düsseldorf studiert, trainiert er unter der Regie des ehemaligen Profi-Boxers Vural zwei Mal täglich.

Nachdem Amateurboxer das Vorprogramm geliefert hatten, stand das Duell zwischen Tuncel und Gambelic im großen Baslar-Saal in Krefeld auf dem Programm. Rund 500 Zuschauer sahen den Kampf – und immerhin 150 Anhänger aus Monheim begleiteten Tuncel. „Obwohl Gambelic der zweitbeste Boxer in Bosnien ist, hatte er gegen mich keine Chance“, sagte Tuncel, „meine Anhänger haben stundenlang gewartet, bis mein Kampf an der Reihe war. Nachher haben sie sich zwar über meinen Sieg gefreut, aber sich auch ein bisschen wegen des kurzen Kampfes geärgert.“

„Er musste rechte Kreuzschläge bringen und dabei blitzschnell sein. Ercan ist ein richtig guter Boxer und er hat die Vorgaben toll umgesetzt.“

Fazli Vural, Trainer von Ercan Tuncel

Im Frühjahr hatte der Monheimer zunächst einen herben Rückschlag zu verkraften, als er einen Bänderriss am linken Fußgelenk erlitt. Es folgte eine achtwöchige Zwangspause und der Sportler aus Leidenschaft durfte das Pensum dann nur langsam steigern. Aufgrund der schwierigen Umstände beantragte der 25-Jährige, dass der Kampf gegen Gambelic (31) nur sechs statt der geplanten acht Runden dauern soll. Dass dann derart früh die Entscheidung fiel, war eine große Überraschung. „Jetzt ist Ercan ein sehr begehrter Boxer, der bald noch bessere Gegner bekommen wird“, betont Vural.

Tuncel ist in seiner Gewichtsklasse momentan die Nummer 18 in Deutschland – und er will natürlich den Weg nach oben fortsetzen. „Der Erfolg ist auch der Verdienst meines Trainers. Ich bekomme ab sofort mehr Angebote von möglichen Gegnern. Vielleicht wird sogar der Fernsehsender Sport 1 meinen nächsten Kampf im Februar übertragen“, meint Monheimer, der bei 1,78 Metern Körpergröße genau die für seine Klasse maximal erlaubten 72,6 Kilo Gewicht auf die Waage bringt.

„Meine Anhänger haben stundenlang gewartet, bis mein Kampf an der Reihe war. Nachher haben sie sich zwar über meinen Sieg gefreut, aber sich auch ein bisschen wegen des kurzen Kampfes geärgert.“

Ercan Tuncel

Weil Tuncel seine ersten vier Profi-Kämpfe gewann und nun in der Weltrangliste auf dem 426. Rang liegt, sagt ihm sein Trainer eine glänzende Karriere voraus: „Ercan kapiert schnell. Im Gegensatz zu manchen anderen Boxern ist er fleißig und diszipliniert. Jetzt müssen wir einen Gegner mit einer stärkeren Bilanz finden und durch einem Sieg kann Ercan in der Weltrangliste weiter aufsteigen. Wenn der Junge so weitermacht, wird er von seinem Sport leben können“, glaubt Vural.

Ziel ist eine Bilanz von zehn Siegen und null Niederlagen, um WM-Kämpfe bestreiten zu dürfen. Davor muss der Monheimer aber sechs zusätzliche Herausforderungen in Folge meistern. Trainer Vural warnt vor Leichtsinn: „Jedes Duell wird schwierig. Manchmal sind unorthodoxe Boxer schlechter ausgebildet, aber durch ihren Stil gewinnen sie trotzdem.“ Gleichzeitig vertraut er seinem Sportler – der seinerseits den Willen hat, die Karriere voranzutreiben.

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