Der erste Vorsitzende beendet nach zwölf Jahren an der Spitze sein Engagement für den Breitensportverein. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht.

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Für den TSV Gruiten steht er nicht mehr zur Verfügung: Michael Grashoff (57) hat sein Amt als erster Vorsitzender niedergelegt – aus beruflichen Gründen, wie er sagt.

Für den TSV Gruiten steht er nicht mehr zur Verfügung: Michael Grashoff (57) hat sein Amt als erster Vorsitzender niedergelegt – aus beruflichen Gründen, wie er sagt.

Archiv Stefan Fries

Für den TSV Gruiten steht er nicht mehr zur Verfügung: Michael Grashoff (57) hat sein Amt als erster Vorsitzender niedergelegt – aus beruflichen Gründen, wie er sagt.

Gruiten. Am 4. September ist Michael Grashoff von seinem Amt als erster Vorsitzender des TSV Gruiten zurückgetreten. Am Freitag informierte er die Presse via E-Mail über seinen Schritt. "Leider ist es mir aus Zeitgründen nicht mehr möglich, das Amt entsprechend meiner Vorstellungen auszuführen", schreibt der 57-Jährige.

"Die Nachricht vom Rücktritt ist bei uns eingeschlagen wie eine Bombe."

WilfriedSchwabe, Geschäftsführer des TSV Gruiten

Zwölf Jahre lang hat sich Grashoff für den 1400 Mitglieder zählenden Verein engagiert. "Aber ich war immer Wuppertaler", sagt er und fügt hinzu: "Und manchmal war das auch ganz gut so." In Haans Nachbarstadt betreibt er ein Versicherungsbüro. Und seit dem 1. Juni trainiert er die erste Herrenmannschaft Wuppertaler Handballteam Friesen/BTG.

"Die Aufgaben werden ja nicht weniger. Es ist einfach zuviel geworden", sagt er auf WZ-Nachfrage und nennt vor allem berufliche Gründe, die ihn zu diesem Schritt bewogen haben. "Ich wollte das ja sowieso nur noch bis März kommenden Jahres machen", sagt er.

Viel Mühe habe das Jubiläumsjahr gemacht. 125 Jahre besteht der TSV Gruiten, mit einer Festwoche wurde im Sommer gefeiert. "Die Arbeit der vergangenen zwei Monate ruhte auf nur noch wenigen Schultern", sagt Grashoff. Der Posten des zweiten Vorsitzenden konnte der TSV bei der vergangenen Wahl gar nicht besetzen, jetzt besteht der Vorstand nur noch aus Geschäftsführer Wilfried Schwabe und Kassierer Kai Kipper.

"Ich habe in den zwölf Jahren als Vorsitzender viele tolle Sachen erlebt, tolle Menschen kennengelernt. Wir haben vieles auf den Weg gebracht", sagt er. Aber der TSV Gruiten sei ja nicht der einzige Verein, der sich umstrukturieren müsse.

Grashoff: "Ich glaube, dass es auch ohne mich geht"

"Er muss noch professioneller arbeiten und braucht einen hauptamtlichen Geschäftsführer", sagt Grashoff, auch mit Blick auf die geplante Sportplatzverlagerung an die Windfoche. "Das sollen die Menschen mitbestimmen, diedann auch am Ruder sind. Jetzt müssen Veränderungen stattfinden, jetzt müssen Personen genannt werden, die dann auch in Zukunft zusammenarbeiten können." Gleichzeitig versichert Grashoff, er sei nicht aus der Welt und jederzeit ansprechbar. Natürlich falle so ein Schritt schwer. "Ich glaube aber, dass es auch ohne mich geht."

"Die Nachricht von Michael Grashoffs Rücktritt ist eingeschlagen wie eine Bombe", sagt Wilfried Schwabe. Seit vier Jahren ist der 66-Jährige Geschäftsführer des TSV Gruiten. Er weiß bereits seit Anfang September von der Entscheidung des 57-Jährigen, "dennoch kam das für uns alle überraschend".

Ein Nachfolger für Grashoff ist noch nicht in Sicht. "Das wird ein Problem.", sagt Schwabe, versichert aber: "Der Verein wird nicht untergehen." Das Amtsgericht schreibe vor, dass der Verein einen ersten Vorsitzenden vorweisen muss. Von daher werde man sich sehr bemühen, den Posten zu besetzen.

Am kommenden Donnerstag kommt die Vereinsspitze zu einer Vorstandssitzung zusammen, dann werde in absehbarer Zeit eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden. Dort soll zumindestens ein kommissarischer Vereinsvorsitzender gewählt werden, der die Geschäfte bis zur regulären Jahreshauptversammlung im März kommenden Jahres übernimmt. Schwabe: "Und Michael Grashoff werden wir in den kommenden Wochen offiziell verabschieden."

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