Der Ausbilder leitet den Niermannshof in Unterfeldhaus und lehrt Spring- und Dressurreiten.

Der Ausbilder leitet den Niermannshof in Unterfeldhaus und lehrt Spring- und Dressurreiten.
Tilo Tucht, hier mit der Auszubildenden Jennifer Biesemeier auf „Calido Blue“, ist Leiter des Turnier- und Ausbildungsstalls Niermannshof.

Tilo Tucht, hier mit der Auszubildenden Jennifer Biesemeier auf „Calido Blue“, ist Leiter des Turnier- und Ausbildungsstalls Niermannshof.

Falk Janning

Tilo Tucht, hier mit der Auszubildenden Jennifer Biesemeier auf „Calido Blue“, ist Leiter des Turnier- und Ausbildungsstalls Niermannshof.

Erkrath. Thilo Tucht steht in der Reithalle und dirigiert seine Schülerinnen über die Sprünge eines Parcours. Es fallen Sätze wie: „Achte auf Fluss und Rhythmus, Lisa.“ Es ist Donnerstag – und jeden Mittwoch und Donnerstag ist der Pferdewirtschaftsmeister in seinem Element, dem Springreiten. Seit November 2015 leitet der erfolgreiche Ausbilder die Reitsportanlage Niermannshof in Unterfeldhaus. Mit Erfolg.

Schon als kleiner Stöpsel saß der heute 31-Jährige im Sattel und bestritt seine ersten Springprüfungen. Vom E-Springen bis zu internationalen Prüfungen feierte er etliche Siege und Platzierungen, mit 14 Jahren gewann er sein erstes S-Springen. Es folgten Siege beim Aachener Salut Festival, den Youngster Classics in München, Platzierungen beim Hamburger Derby, beim Bundeschampionat, in der Dortmunder Westfalenhalle und auch beim Nationenpreis für Junge Reiter in Österreich. Eine Bilderbuch-Karriere als Springreiter. „Dank meiner bisherigen Ausbilder“ , resümiert der Springreiter bescheiden. Bekannte Größen der Szene wie Norbert Kopf, Wolfgang Brinkmann und Dirk Ahlmann gehörten dazu.

Seit seiner leitenden Funktion am Niermannshof steht er nun selbst täglich in der Reithalle und bildet seine Reitschüler aus. Darunter auch die zwei Auszubildenden Jennifer Biesemeier und Leonie Franzen. „Meine Schüler sind im Dressur- und Springreiten erfolgreich unterwegs“, erzählt Tucht und hat dabei jede Schülerin der Springstunde im Visier: „Lass die Wade dran und Hand vor, Lisa, so ist gut“, ruft er in ihre Richtung.

Tilo Tucht gab schon eine Weile Springunterricht auf der großzügigen Reitanlage der Familie Hanni und Anne Wienert. Mutter und Tochter suchten in dieser Zeit eine geeignete Leitung für ihre Anlage. „Und irgendwie hatte sich dann alles so ergeben“, erklärt der Ausbilder.

„Ich möchte, dass aus Menschen mit Pferden echte Pferdemenschen werden. Davon gibt es leider immer weniger.“

Tilo Tucht, Leiter des Turnier- und Ausbildungsstalls Niermannshof

Und diese Fusion scheint bestens zu funktionieren. Die erste Feuerprobe für Tucht, die Organisation und Leitung des diesjährigen großen Sommerturniers, lief reibungslos über die Bühne. Die großzügige Reitanlage am Niermannsweg bietet Turnierambitionierten wie auch Freizeitreitern alle Möglichkeiten, sich mit ihrem Pferd wohlzufühlen. „Wir arbeiten mit einem guten Team von Osteopathen, Hufschmieden und auch Sponsoren zusammen. Außerdem werden regelmäßig Lehrgänge organisiert.“ Profis im Dressursport, wie Martin Stammkötter oder im Springreiten Heinrich-Wilhelm Johannsmann und Vielseitigkeitsreiter Jens Hofrogge, geben sich hierbei die Klinke in die Hand. „Unsere Pferde kommen täglich an die frische Luft, und wir füttern leistungsorientiert, sehr hochwertiges Kraftfutter“, fügt der neue Coach des Niermannshofes hinzu.

Tucht sieht besonders in der Ausbildung der Reiter seinen Schwerpunkt. „Ich möchte, dass aus Menschen mit Pferden echte Pferdemenschen werden. Davon gibt es leider immer weniger.“ Auch das vor Kurzem durchgeführte Seminar unter dem Motto „Sportlicher Reiter – sportliches Pferd“ mit Fitnesstrainerin Melody Strzoda und Jens Hofrogge im Reiterstübchen soll Reiter und Pferd auf den richtigen Weg bringen.

„Meine Schüler sind im Dressur- und Springreiten erfolgreich unterwegs.“

Tilo Tucht

„Ich finde es sehr gut, dass Herr Tucht mich daraufhin ansprach und mir diese Möglichkeit einräumte. Mein spezielles Melody Sports-Training für Reiter fand großen Anklang und wurde äußerst positiv angenommen“, freut sich die ambitionierte Reiterin Strzoda.

Im Juli kommenden Jahres steht das nächste große Sommerturnier mit Springprüfungen bis zur Klasse S an. „Als Pilotprojekt werden wir erstmals ein Speedderby auf L-Niveau ausrichten, mit Wällen und Gräben“, erklärt Tucht freudig und fügt verschmitzt hinzu: „Etwas angelehnt ans Hamburger Derby, mal sehen, wie es ankommt.“ Der Ausbilder ist zumindest am Niermannshof angekommen. Die Stallungen sind gut gefüllt, seine beiden Azubis eifern ihm erfolgreich nach und seine Schüler holen auf Turnieren Siege und Platzierungen in Dressur- und Springprüfungen.

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