Praktisch kein Zuschauerinteresse erregte das ITF-Future-Turnier in Mettmann, bei dem es um Punkte für die ATP-Weltrangliste ging. Gewonnen hat der Tscheche Lukas Rosol.

Mettmann. "Weltklasse-Tennis live" versprachen die Plakate an den Straßen. Und das gab es tatsächlich im Olympic-Sportcenter an der Bollenhöhe in Mettmann. Aber Zuschauer lockte das ITF Future-Turnier in Mettmann so gut wie gar nicht an. Die Tennis-Cracks kämpften quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit um Punkte für die ATP-Weltrangliste.

Im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger prominent besetzt

Das diesjährige Turnier an der Bollenhöhe war im Gegensatz zum vergangenen Jahr wohl nicht so prominent besetzt. Doch die sportliche Qualität war mindestens genau so hoch. So auch im Finale am Sonntag vor nicht mehr als einem Dutzend Zuschauern.

Auf dem Platz standen sich der an Nummer 1 gesetzte Tscheche Lukas Rosol (Nummer 189 der ATP-Weltrangliste) und der Franzose Stephane Robert (Nummer 367) gegenüber. Mit 7:6 und 6:4 setzte sich der Favorit Rosol erwartungsgemäß durch. Im Doppel hatten zuvor die beiden Briten Joshua Goodall und James Ward gewonnen.

Allein die Finalteilnahme von Robert war eine kleine Sensation. Als ungesetzter Spieler warf er mit Marsel Ilhan (Türkei) und Julian Reister (Deutschland) die Nummer 3 und 5 der Setzliste aus dem Turnier.

Der größte Erfolg des 28-jährigen Robert war bisher das Erreichen der zweiten Runde bei den French Open 2006. Rosol (23) hat hingegen international noch nicht auf sich aufmerksam machen können.

Das Finale war ein Spiel zweier unterschiedlicher Spielertypen. Rosol versuchte, schnell und kraftvoll die Punkte zu holen. Roberts spielte weichere und platziertere Bälle mit viel weniger Topspin.

Damit hatte Rosol im ersten Satz große Probleme. Ein ums andere Mal konnte der Franzose ihn geschickt passieren. Erst im zweiten Satz hatte er sich auf die Spielweise von Robert eingestellt und übernahm immer mehr die Kontrolle. So war sein Sieg nach eineinhalb Stunden verdient.

Die Spieler sind zufrieden, und das ist für den Ausrichter das Wichtigste

Wenn mehr Zuschauer gekommen wären, hätten sie zwei sehr faire Spieler erleben können. Sie hatten nur selten etwas an der Leistung des Stuhlschiedsrichters zu beanstanden und zeigten im Gegenteil echtes Fairplay: So gab Robert einen Aufschlag von Rosol gut, den der Schiedsrichter aus gesehen hatte.

Turnierdirektor Sergey Fotin war mit der gesamten Turnierwoche trotz des geringen Zuschauerzuspruchs zufrieden. "Die Spieler haben sich wohl gefühlt Und das ist auch das Wichtigste." Denn nur wenn ein Turnier dieser Kategorie bei den Spielern einen guten Ruf hat, kann es sich auf Dauer etablieren und entwickeln. Auch Sieger Lukas Rosol fühlte sich sehr wohl.

"Die Verpflegung war gut. Alle waren sehr gastfreundlich", erklärte der Tscheche, der seinen Titel im kommenden Jahr aber wahrscheinlich auch wieder nicht verteidigen wird. "Ich bin dann hoffentlich bei den Australian Open." Und damit würde dem Turnier genau das fehlen, was mehr Zuschauer locken würde: Spieler, die sich schon einen Namen gemacht haben.

Einem Großen der Tennisszene hätten die Zuschauer allerdings durchaus begegnen können: Der russische Tennisprofi Nikolai Davydenko war unter den Zuschauern. Er hält sich im Olympic Tenniscenter fit und will nach überstandener Verletzung demnächst wieder in den Tenniszirkus einsteigen.

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