Fußball war bei der Begegnung des SSV Erkrath gegen SFD 75 eher Nebensache. Pöbeleien am Spielfeldrand fanden in einer Schlägerei nach Spielende ihren Höhepunkt.

Fußball war bei der Begegnung des SSV Erkrath gegen SFD 75 eher Nebensache. Pöbeleien am Spielfeldrand fanden in einer Schlägerei nach Spielende ihren Höhepunkt.
Die Zuschauer heizten beim Spiel des SFD gegen den SSV Erkrath die Stimmung auf – verbale Attacken gingen dabei weit unter die Gürtellinie.

Die Zuschauer heizten beim Spiel des SFD gegen den SSV Erkrath die Stimmung auf – verbale Attacken gingen dabei weit unter die Gürtellinie.

Staschik

Die Zuschauer heizten beim Spiel des SFD gegen den SSV Erkrath die Stimmung auf – verbale Attacken gingen dabei weit unter die Gürtellinie.

Holthausen/Erkrath. Die Begegnung des SFD 75 II gegen den SSV Erkrath war längst abgepfiffen, die Spieler beider Mannschaften frisch geduscht und auf dem Weg zu ihren Autos, da kam es zu Ausschreitungen, verbalen Drohungen und einer Schlägerei zwischen Spielern beider Teams. Und wieder ist es der SFD 75, der nicht durch sportliche Leistungen ins Gerede kommt. Traurige Bilanz: Der Erkrather Kapitän Michael Ortmanns erlitt durch einen Faustschlag einen doppelten Kieferbruch und wurde in der Uni-Klinik operiert.

Verbale Attacken gingen weit unter die Gürtellinie

Nach Polizei-Angaben kam am Sonntag um 17.26 Uhr (da war das Spiel nahezu eine halbe Stunde abgepfiffen) ein Notruf in der Leitstelle an. Es schlagen sich zwei Fußballmannschaften, hieß es. Mit vier Streifenwagen fuhren die Polizisten zum Sportpark Niederheid. Als die Beamten dort ankamen, waren die Tatverdächtigen verschwunden. Zeugen, Geschädigte und Beschuldigte wollten nach Angaben eines Polizeisprechers keine Aussagen zum Tathergang machen. Fest steht aber, dass das Fußballspiel zuvor ein emotional aufgeheiztes Kreisliga B-Duell war. Und das, obwohl die Begegnung unter Verbandsaufsicht stand, nachdem in der vergangenen Woche der Schiedsrichter die Partie zwischen dem MSV Hilden und dem SFD 75 nach Tumulten auf dem Spielfeld abbrach.

Erkraths Co-Trainer Hajo Fritsch spricht von verbalen Attacken weit unter der Gürtellinie. Auch von Seiten der Zuschauer wurde die Stimmung durch Provokationen angeheizt – teilweise auf Arabisch. Spielbeobachter konnten es zwar nicht verstehen, was geschrien wurde, aber der Tonfall habe für sich gesprochen, heißt es. Der Kreisvorsitzende Bernd Biermann, der als Spielbeobachter anwesend war, sah sich danach gezwungen, einem SFD-Fan Platzverbot zu erteilen. Auch SFD-Fußball-Obmann Lutz Grünewald bestätigt die aufgeladene Stimmung, spricht aber von Pöbeleien seitens der Erkrather. Nach dem Schlusspfiff haben sowohl Fritsch als auch Grünewald versucht, ihre Kicker zu besänftigen. Es wurde vereinbart, dass zunächst die eine und anschließend die andere Mannschaft ihre Kabine verlässt.

Zwei Teams des SFD 75 sind für nächsten Sonntag gesperrt

Nach Angaben des Erkrather Trainers habe seine Mannschaft erst einmal gewartet, bis die SFD’ler außer Sichtweite waren. Dann allerdings hörte er Geschrei in der Unterführung, die zum Parkplatz führt. „Dort haben SFD-Spieler meinen Jungs aufgelauert“, sagt er. Es sei zu Beschimpfungen gekommen, bei denen der Erkrather Kapitän schlichten wollte. In Gegenwart seiner siebenjährigen Tochter habe er die Streitenden zur Vernunft aufgefordert, schließlich seien auch Kinder anwesend. Plötzlich habe Michael Ortmanns dann von hinten einen Schlag ins Gesicht bekommen, berichtet Fritsch, der seinen Kapitän sofort ins Krankenhaus fuhr. Auf dem Weg dorthin sei ihm, als er an einer Ampel stand, die Polizei mit Blaulicht entgegengekommen.

Lutz Grünewald bestätigt den Vorfall. Er habe davon nur gehört, aber nichts gesehen. Inzwischen habe er sich beim Erkrather Trainer entschuldigt. Die drei Übeltäter, es soll sich um drei Marokkaner handeln, waren zum ersten Mal im Aufgebot. „Und zum letzten Mal“, sagt Grünewald.

Der Vorfall hat ein Nachspiel. Obmann Bernd Biermann teilte mit, dass die für Sonntag anberaumten Ligaspiele der ersten und der zweiten Mannschaft des SFD 75 nicht stattfinden. Die Erstvertretung sollte in der Kreisliga B beim Sportring Eller antreten, die in der Kreisliga C spielende Zweite bei der Reserve der SpVg. Hilden 05/06. „Das ist eine präventive Maßnahme“, betont der Kreisvorsitzende. Darüber hinaus werden die Vorfälle während des Punktspiels vom Sonntag und die Ausschreitungen nach dem Abpfiff Gegenstand einer genauen Untersuchung sein. Beide beteiligten Vereine erhalten vorab die Aufforderung zu einer Stellungnahme.

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