Die Hilden Wains mussten ihre Pläne für eine eigene Anlage überarbeiten und warten jetzt erneut auf das Baurecht.

Hilden. So nicht. Nach jahrelanger Suche und das Ziel vor Augen hat der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) den Hilden Wains einen Strich durch ihre Pläne für den Walter-Kirchhoff-Ballpark gemacht. Mit dem Bau ihrer Baseball- und Softballanlage wollten die Sportler eigentlich in diesem Sommer beginnen. Daraus wird nichts, denn sie hatten ihr Vereinshaus in den Hochwasserschutzbereich der Itter geplant. Das geht nicht.

Der Ballpark musste umgeplant werden, und die neuen Entwürfe liegen nun vor. Die beiden Spielfelder und das Vereinsheim rücken darin etwas nach Norden, weiter weg von der Itter. "Die neuen Pläne tragen allen Bedenken aus ökologischer Sicht Rechnung", sagt Hildens technischer Beigeordneter Horst Thiele: "Ende November könnte Baurecht geschaffen sein."

Aber genau das ist das Dilemma, vor dem Baseball-Abteilungsleiter Oliver Reinehr und seine Sportler nun stehen. Die Zeit rennt ihnen davon. Eigentlich wollten sie im Sommer 2010 auf der neuen Anlage spielen. Durch die Umplanung muss die Anlage jetzt aber erneut alle baurechtlichen Instanzen durchlaufen. Und auf diesem Weg werden auch wieder die Bau-Gegner ein Wörtchen mitsprechen wollen.

Der Spielbetrieb wird in die Nachbarstädte verlegt

"Wir sind jetzt schon das zweite Jahr ohne Heimat", klagt Reinehr über die missliche Lage seiner Abteilung. Durch das Ausweichen auf Spielfelder in Nachbarstädten kann der Spielbetrieb zwar aufrecht erhalten werden, aber für die Mitgliederwerbung ist die Ungewissheit nicht gerade förderlich.

Bisher hat allein die Aussicht auf eine eigene Spielstätte einen Zuwachs auf aktuell 122 Mitglieder gebracht. Dazu beitragen wird auch das Engagement der Wains im Schulsport, das mit der Walter-Wiederhold-Schule vereinbart wurde.

Chronik Die Hilden Wains sind 1993 durch die Wiedervereinigung der Hildens Indians (1986 gegründet) und der Hilden Wanderers (1990gegründet) entstanden. Zwei Jahre später traten die Baseballer und Softballerinnen als eigene Abteilung dem SV Hilden-Ost bei. Derzeit nehmen vier Mannschaften am Liga-Spielbertrieb teil.

Spielstätten Seit fast 25 Jahren wird in Hilden Baseball gespielt und seit mehr als 20 Jahren auch die weibliche Variante Softball. Fünf Jahre hatten die Sportler ein Spielfeld an der Grabenstraße, das vor 18Jahren aufgegeben werden musste. Seither suchen die Wains nach einer eigenen Spielstätte. Seit der Angliederung an den SV Hilden-Ost wurde auf der Sportanlage am Kalstert gespielt, auf der nach dem Umbau zum Kunstrasenplatz nicht mehr Baseball gespielt werden darf. Die neue Spielfläche liegt im Hildener Westen neben der Kläranlage an der Horster Allee.

Und diese Zusammenarbeit zahlt sich nicht nur beim Nachwuchs aus. Für seine Jugendarbeit erhalten die Wains auch einen Zuschuss (50 000 Euro) aus der Nixdorf Sportstiftung, weil das kleinere Softballfeld auch als Jugendfeld nutzbar ist.

Das entlastet den Verein ungemein, denn die Gesamtkosten von 390 000 Euro werden hauptsächlich über Kredite finanziert. Hinzu kommt noch die Erbpacht, gegen die die Stadt den Wains das Grundstück überlässt. Für den Grundstückseigentümer ändert sich ansonsten nichts durch die Umplanung. Auch nach dem aktuellen Stand übernimmt die Stadt - wie bei allen anderen Vereinen auch - die Erschließung des Grundstücks.

Dennoch ist für Reinehr "die Leidensphase irgendwann ausgeschöpft", denn auch bei den neuen Plänen kommt dem BRW eine entscheidende Rolle zu: Die Verlagerung der Spielstätten und des Vereinsheims ist nur möglich, wenn der Wasserverband etwas von seinem Kläranlagengrundstück hergibt. Die Bereitschaft dazu habe er bereits signalisiert.

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