Die SG Langenfeld verlor beim Spitzenreiter mit 21:26 – ein Achtungserfolg.

Langenfeld. Das Ergebnis sah auf den ersten Blick ziemlich normal aus. Dass der Handball-Oberligist SG Langenfeld (SGL) beim als Meister längst feststehenden Spitzenreiter TV Aldekerk gewinnen würde, durfte ohnehin keiner erwarten, weil der Tabellenführer alle elf Heimspiele zuvor für sich entschieden hatte. Trotzdem war das 21:26 (11:15) aus Langenfelder Sicht eine Überraschung – weil das Aufgebot extrem ausgedünnt war, weil nicht mal alle anwesenden Spieler völlig fit an den Start gingen. Trainer Leszek Hoft, der sonst nicht im Verdacht steht, bei Niederlagen besonders viel Begeisterung zu versprühen, konnte nur noch staunen: „Wir mussten viel improvisieren. Das hat die Mannschaft gegen einen starken Gegner gut gemacht. Das hat mir sehr imponiert.“

Liste der Ausfälle wurde immer länger

Die Liste der ausfallenden Spieler wurde in den Tagen vor der Partie immer länger. Neben Langzeit-Verletzten wie Christian Majeres und Mirko Stolley tauchte dort plötzlich auch Regisseur André Eich auf (Knieprobleme). Und alle Ideen, sich passenden Ersatz aus der zweiten Mannschaft (Verbandsliga) zu leihen, lösten sich in Luft auf.

Zuletzt musste dort Tobias Justen passen (umgeknickt/dicker Knöchel), der früher zum Stamm der Ersten gehörte und sicher eine gute Rolle hätte übernehmen können. Um zumindest eine Alternative in der Hinterhand zu haben, griff Hoft auf seinen Co-Trainer Dennis Werkmeister zurück – der ein Trikot überstreifte, um im größten Notfall wenigstens phasenweise aushelfen zu können. Die SGL stellte von Beginn an eine gute Deckung aufs Feld und hielt die Partie fast immer offen – 3:5 (10.), 8:11 (20.), 11:15 (30.). Unmittelbar nach der Pause konnte der Außenseiter sogar auf 13:15 (34.) verkürzen, doch der Favorit fand aufgrund seiner deutlich größeren Möglichkeiten die richtige Antwort. Das 14:19 (40.) war dann die Entscheidung und beim 17:23 (50.) drohte vorübergehend eine deutliche Niederlage. In einer Auszeit fanden die Gäste, die sich selbst von Zeitstrafen nicht aus der Bahn werfen ließen und in Tobias Geske einen herausragenden Schlussmann hatten, wieder die Ruhe für eine sehr ordentliche Schlussphase. Viel Zeit zum Durchschnaufen hat Langenfeld jetzt nicht – im Gegenteil. Die nächste extrem schwierige Aufgabe folgt bereits am Mittwoch (20 Uhr, Halle Konrad-Adenauer-Gymnasium) gegen Borussia Mönchengladbach.

Die Vizemeisterschaft ist für den Dritten (31:15 Punkte) theoretisch noch möglich, falls sie den Zweiten Mönchengladbach (35:11) bezwingt. Wie das mit dem knappen Kader gelingen soll, ist eine andere Frage. „Die Jungs sind heiß“, betont Hoft, „und wir werden alles geben.“ Realistischer geht es darum, Rang drei vor dem Vierten TV Lobberich (31:17) über die Ziellinie zu bringen. SGL: Hanke, Geske – Thöne (1), Heider (2), Preissegger (1), Adams (2), Herff (8/2), Kniesche (3), König (2), Nelte (2).

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