Der Drittligist hat in der Hinrunde viel Lehrgeld gezahlt und belegt den letzten Tabellenrang.

Der Drittligist hat in der Hinrunde viel Lehrgeld gezahlt und belegt den letzten Tabellenrang.
Tim Menzlaff ist mit 87 Treffern der zweitbeste (Feld-)Torschütze in der Dritten Liga West. Archiv

Tim Menzlaff ist mit 87 Treffern der zweitbeste (Feld-)Torschütze in der Dritten Liga West. Archiv

Ralph Matzerath

Tim Menzlaff ist mit 87 Treffern der zweitbeste (Feld-)Torschütze in der Dritten Liga West. Archiv

Langenfeld. Die Botschaft ist ziemlich klar. Obwohl der Handball-Drittligist SG Langenfeld bisweilen noch nicht richtig in der höheren Klasse zu Hause zu sein scheint. Obwohl das Team von Trainer Dennis Werkmeister nach der Hinrunde mit 5:25 Punkten auf dem letzten Platz liegt. Obwohl der Aufsteiger in acht Auswärtsspielen keinen Zähler holen konnte. „Wir haben das Ziel Klassenerhalt nicht abgeschrieben“, sagt Trainer Dennis Werkmeister, der das Abenteuer Dritte Liga knapp zusammenfasst: „Wir haben eine Menge Lehrgeld gezahlt.“ Dass die SGL nach ihrer Traumsaison 2015/2016 mit dem Triumph im Deutschen Amateurpokal und dem Aufstieg einen Quantensprung versucht, war ohnehin allen klar – zumal der Kader fast unverändert blieb.

Nur in zwei Spielen reichte es für 60 Minuten stabiles Niveau

Der Klassen-Neuling sah immer dann gut aus, wenn er über die gesamten 60 Minuten ein in etwa stabiles Niveau zeigte – wie beim 30:30 gegen Krefeld und beim 32:28 über die Ahlener SG, die zusammen nach vier Spieltagen für die 3:5 Zähler verantwortlich waren. Ähnliches gelang nach einer Durststrecke von zweieinhalb Monaten am 10. Dezember beim 34:26 über den VfL Gummersbach II. Viel zu oft ließ Langenfeld aber Punkte liegen – unter anderem beim 26:29 in Volmetal oder beim 24:28 in Ratingen. Diese Resultate waren doppelt schmerzhaft, weil die SGL ihre Situation durch Erfolge über direkte Konkurrenten wesentlich hätte verbessern können. Alleine durch Siege aus diesen beiden Duellen wäre der Drittliga-Aufsteiger bereits auf einen Nicht-Abstiegsplatz geklettert.

Ein echtes Phänomen: Werkmeisters Mannschaft streute bisweilen eine Phase von etwa zehn Minuten ein, die jeweils zur Entscheidung führten. Beispiele waren das 26:35 gegen Schalksmühle/Halver nach einem 17:17 oder das 24:32 gegen Korschenbroich nach einem 16:16. Und zuletzt wurde aus dem 15:16 innerhalb von sieben Minuten ein 16:22, das die 29:31-Pleite in Minden einleitete.

In einigen Punkte ist die SGL sogar überdurchschnittlich gut

„Ich bin überzeugt davon, dass wir mit zwei Dritteln der Mannschaften in der Liga mithalten können“, betont Werkmeister, „aber gute 30 bis 35 Minuten reichen nicht. Und mit einer nur durchschnittlichen Leistung geht es auch nicht.“ Die Statistik der Dritten Liga beweist eigentlich sogar, dass die SGL hier und da eine überdurchschnittliche Qualität besitzt. Beispiel Tim Menzlaff: Mit 87 Treffern ist der Rückraumspieler der fünftbeste Werfer der Liga und hinter Felix Geßner (89/Baunatal) derjenige mit den zweitmeisten Feldtoren. Drei besser platzierte Kollegen treten – anders als Geßner und Menzlaff – regelmäßig auch zu den Strafwürfen an. Viel wird in der Rückrunde, die am 14. Januar gegen den Leichlinger TV beginnt, davon abhängen, ob Menzlaff zumindest wieder ähnliche Werte erzielt. Zudem wird die SGL hinten sicherer werden müssen. Die Abwehr hat im Schnitt beinahe 32 Gegentore pro Partie hinnehmen müssen – der schlechteste Wert aller Teams. Auch diese Botschaft ist ziemlich deutlich.

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